Zwischen dem 30. Juli und dem 1. August sind die drei intensivsten und wichtigsten Tage des Jahres für Manuela und Alain Stucki. In dieser kurzen Zeit entscheidet sich, ob das Geschäftsjahr ein gutes wird oder nicht. Die Stuckis verkaufen Feuerwerk, sind in diesem Bereich auch Grosshändler und machen etwa zwei Drittel des jährlichen Umsatzes rund um den 1. August. Der Rest verteilt sich auf den Silvester und zu einem kleinen Teil aufs restliche Jahr. Besonders bitter ist für das Ehepaar, wenn am Nationalfeiertag ein Feuerverbot herrscht wie vor zwei Jahren und der Feuerwerksverkauf fast gänzlich zum Erliegen kommt.

Obschon der Nationalfeiertag 2020 heiss werden dürfte, gibt es dieses Jahr kein Feuerverbot. Mit der nötigen Vorsicht darf am Abend Feuerwerk in den Himmel geschossen werden. Für die beiden Stuckis ist es dieses Jahr trotzdem ein zweischneidiges Schwert. Denn einhergehend mit der Absage fast aller Bundesfeiern wegen der Corona-Restriktionen wurden auch die meisten Feuerwerke abgesagt und Grossbestellungen blieben aus. So auch in Wil, wo die Stadt entschieden hat, Bundesfeier und das jeweils von Alain Stucki gezündete Feuerwerk dieses Jahr abzusagen.

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In der Region gibt es jedoch eine Ausnahme: In Bazenheid wurde zwar die Feier abgesagt, nicht aber das Feuerwerk. Auch für dieses kommt das Material von Manuela und Alain Stucki. Die organisierende Dorfkorporation hat sich entschieden, den Bazenheidern trotz Covid-19 ein Feuerwerk zu bieten. Da dieses auf einem Hügel abgeschossen wird, ist es für die meisten Dorfbewohner Bazenheids von zuhause aus zu sehen – zum Teil auch für die Wiler. Und zwar am Samstag ab circa 22.15 Uhr.

Trotzdem: Viele grössere Bestellungen sind heuer ausgeblieben. Gibt es also ein schlechtes Jahresergebnis? Manuela Stucki verneint: «Das genaue Resultat kennen wir dann erst nach dem 1. August. Aber ich gehe davon aus, dass dieses Jahr besser wird als das letzte.» Das liegt daran, dass bei den Privatkunden, dem grösseren Verkaufszweig, die Nachfrage grösser ist als sonst. «Erstens sind dieses Jahr viele Leute zugegen am Bundesfeiertag. Zweitens haben sie aufgrund der vielen Absage von Anlässen Lust, zu feiern und lassen auch gerne Feuerwerk steigen. Und drittens haben sie während dem Lockdown Geld gespart und gönnen sich nun etwas», sagt Manuela Stucki. Sie betreibt zusammen mit ihrem Mann in Wil ein Feuerwerks-Geschäft in dritter Generation. Seit über 15 Jahren gibt es jeweils rund um den 1. August auch einen Direktverkauf ab der Lagerhalle in Niederhelfenschwil. In dieser werden bis zu 100 Tonnen Feuerwerk gelagert.

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Batterien: Preiswerter und sicherer als Raketen

Im Trend sind je länger je mehr die Feuerwerks-Batterien, die es in unterschiedlichsten Dimensionen zu kaufen gibt – in der Preiskategorie zwischen 5 und knapp 200 Franken. Die Batterien setzen sich immer mehr gegen die Raketen durch, «da man mehr für sein Geld bekommt. Zudem sind sie sicherer, da sie beim Anzünden nicht umfallen können», sagt Manuela Stucki.

Aber auch bei den Batterien ist es, wie bei jedem Feuerwerkskörper, wichtig, die nötige Sicherheit walten zu lassen. Will heissen: Gebrauchsanleitung lesen, sich vom Fachmann beraten lassen nach dem Zünden genügend Abstand halten. Für gewisse Feuerwerkskörper ist zudem eine Bewilligung nötig.