hallowil.ch hat das Projekt bereits ausführlich vorgestellt. An der Medienorientierung hat der Uzwiler Gemeindepräsident Lucas Keel, Präsident der Lenkungsgruppe, einleitend die Notwendigkeit des Projektes begründet. Der Bund verlangt von grossen Gemeinden, dass sie ihren Kläranlagen eine vierte Reinigungsstufe für Mikroverunreinigungen anfügen. In der Region Wil betrifft dies grundsätzlich nur die Stadt Wil. Die Einwohnerzahl von Uzwil liegt knapp unter dem Obligatorium. Allerdings kommen auch die kleineren Gemeinden nicht ungeschoren davon. Sie haben jedes Jahr pro Einwohner einen Solidaritätsbeitrag von 9 Franken zu entrichten.

Für Uzwil kämen so innerhalb von wenigen Jahren Beiträge in Millionenhöhe zusammen. Ausserdem gelte es zu berücksichtigen, dass besonders die Kläranlagen von Wil und Uzwil, aber bald auch jene von Zuzwil und Jonschwil, saniert werden müssten. Statt in nicht mehr in jeder Hinsicht zeitgemässe Anlagen zu investieren, sollen drei Anlagen aufgelassen und statt dessen die Anlage der Gemeinde Uzwil vollständig erneuert werden. Die ARA Thurau, so der Name der neuen Gemeinschaftsanlage, wird nach einem neuen System funktionieren und auch Mikroverunreinigungen klären.

Land für Erweiterung vorhanden

Sei man zu Beginn der Planung noch von einer ARA für gut 80'000 Einwohnergleichwerte ausgegangen, liessen gründlichere Studien nun eine Planung für 130'000 Einwohnerwerte ratsam erscheinen. Dabei müsse, so Michael Wächter von der Firma TBF und Partner, nicht bloss die zu erwartende Einwohnerzahl berücksichtigt werden. Einbezogen werden müssten auch die Abwässer von Gewerbe- und Industriebetrieben. Der Planungshorizont liege bei 2050. Bezüglich der ARA Thurau wäre dann, falls erforderlich, noch Land für eine Erweiterung vorhanden. Der finanzielle Aufwand für die Realisierung des Projekts wird vorläufig noch über den Daumen gepeilt auf 100 Millionen Franken geschätzt.


Frühestens ab 2028 in Betrieb

Lucas Keel orientierte über die nächsten Realisierungsschritte. Sie werden in Teilprojekte aufgeteilt: Finanzierung und Kostenverteilung, Bau, Organisation und Betrieb, Kommunikation und Trägerschaft. Im Zentrum stehen die Verabschiedung eines Verbandsreglementes, das Festlegen eines Kostenteilers für die Investitionen und den Betrieb und die Vorbereitung der Abstimmungen in den Gemeinden. Ende nächsten Jahres sollte in den Gemeinden die Abstimmungen über den Beitritt zur Trägerschaft, einem Zweckverband, durchgeführt werden können. 2023 ist die öffentliche Auflage des Bauprojektes vorgesehen. Im Idealfall könnte die neue ARA Thurau 2028 in Betrieb genommen und die Kläranlagen von Wil, Jonschwil und Zuzwil etappenweise ausser Betrieb gesetzt werden.


Weniger Geruch als bei der bisherigen Anlage

Weil ein Grossprojekt vom Ausmass der ARA Thurau viele Bereiche tangiert und zahlreiche Fragen aufwirft, wird von Seiten der Verantwortlichen grosses Gewicht auf die Information und die Beantwortung von Fragen gelegt. Für zwei Informationsveranstaltungen im Gemeindehaus Uzwil sind 350 Einladungen an in irgendeiner Form vom Projekt betroffene Personen verschickt worden. Zu Fragen Anlass könnte beispielweise die Linienführung der 9 Kilometer langen Zuleitungen von Wil und Zuzwil nach Niederuzwil geben. Ihr Durchmesser übersteigt allerdings einen Meter nicht.

Vorbeugend wird festgehalten, dass die Geruchsbelästigung der ARA Thurau geringer als bei der aktuellen ARA in Niederuzwil sei. Der Einflussbereich des Abwassers werde eingehaust und die Abluft aus dem Gebäude gefiltert. Bereits vorgängig sind die ARA-Mitarbeiter über ihre zukünftigen Anstellungsbedingungen ins Bild gesetzt worden.