Communiqué aus dem Stadthaus vom 21. April:

In der Fussgängerzone der Oberen Bahnhofstrasse in Wil herrscht am Samstag und Sonntag während der Ausstellung artgarden eine Maskenpflicht. Die Stadt weist darauf hin, dass Besuchende am Wochenende dauernd eine Maske tragen müssen, auch wenn der Abstand eingehalten wird.

Die Verfügung der Maskenpflicht erfolgte aufgrund der Durchführung der Ausstellung artgarden. Am vergangenen Wochenende wurde diese Regelung nicht von allen eingehalten. Die Sicherheitskräfte werden die Maskenpflicht vermehrt kontrollieren und durchsetzen.

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Leserbrief von Erich Tanner vom 20. April: 

Als Besucher der artgarden Wil am Sonntag, 18. April 2021 kann ich den Ausführungen von Christof Lampart voll zustimmen. Ich glaubte, in Wil sei keine Maskenpflicht vorgeschrieben gewesen, bei so vielen "nackten Gesichtern".

Wir waren am frühen Nachmittag an der Flora 21 (auch eine öffentliche Garten-Ausstellung) in Weinfelden, es herrschte Maskenpflicht am Wochenende. Und ALLE Besucher hielten sich an die Vorschrift auf den grossen Plakaten und trugen eine Maske!

Dann um 15.45 Uhr vom Bleicheparkplatz zum artgarden-Besuch in die obere Bahnhofstrasse: 95 Prozent der Besucher trugen keine Maske und der Fussgängerstrom belegte die ganze Strassenbreite. Ein Abstand von 1,5 Meter, wie vorgeschrieben ohne Maske, war gar nicht möglich! Das Foto von 14.17 Uhr zeigt gar nicht die Situation nach 16 Uhr, so freie Flächen gab es nicht und auf dem Bild tragen höchstens 50 % eine Maske! Und das bei anscheinend auch in Wil vorgeschriebener Maskenpflicht, obwohl bei der Einmündung der Sonnenhofstrasse in die Ausstellungsstrasse nirgends eine solche Vorschrifttafel zu sehen war!

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Leserbrief von Peter Spitzli vom 19. April: 

Sehr geehrter Herr Christof Lampart

Ich weiss nicht, wann Sie am Sonntag die artgarden-Ausstellung besucht und Ihre Beobachtungen gemacht haben. Wenn Sie schon einen Bericht schreiben, so bitte ich Sie, auch ein entsprechendes Bild (Echtheitsaufnahme) in Ihrem Bericht einzufügen und nicht bloss ein „Hascherbild“.

Das anbei eingefügte Bild, aufgenommen am Sonntag, 14.17 Uhr, zeigt deutlich, dass die Mehrheit der Besucher eine Maske haben, aber leider nicht alle ordnungsgemäss tragen. Bitte vergrössern Sie den Bildausschnitt und Sie werden dies ebenfalls feststellen.

Der Sicherheitsdienst wurde von uns als Veranstalterin aufgeboten, ohne dass wir eine Vorlage des BAG oder Wiler der Stadtbehörde hatten.

Die Sicherheitsleute wurden instruiert, dass die Besucher in aller Ruhe und Sachlichkeit darauf aufmerksam gemacht werden soll, dass der Mindestabstand eingehalten wird, ansonsten eine Maske zu tragen sei. Auf Diskussionen sollen sie nicht eingehen. Polizeibefugnisse und Wegweisungsrechte hatten sie keine. Sie haben aus unserer Sicht ihre Arbeit hervorragend gemacht.

Bezüglich der Standbetreuer muss ich Ihnen strikte widersprechen, alle Standbetreuer trugen dauernd eine Maske, oder hielten die Distanz von 1.50 Meter zum Gesprächspartner ein – auf dem Foto links aussen sehen Sie Oliver Stöckl mit Schutzmaske. Weitere Fotos von Ausstellern, die am Sonntag anwesend waren, sind Stöckl Gartenbau GmbH, Nützi AG, Rutishauser AG, Alhena GmbH, Brunner Spezialwerkstatt, EgliGrün AG.

Als Veranstalter hätte ich gerne vor Ihrer Berichterstattung eine Kontaktaufnahme gewünscht, noch besser wäre es gewesen, das direkte, persönliche Gespräch zu suchen, war den ganzen Sonntag vor Ort an der artgarden-wil.

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artgarden: Viele Besuchende, aber kaum Maskenträger (19. April)

Menschlich ist es verständlich: Wir alle haben, nach über einem Jahr Pandemie, Corona gründlich satt. Für viele braucht es nicht mehr viele Tropfen, bis das «Fass des Leidens» bei ihnen psychisch, ökonomisch und sozial endgültig «überläuft». Auch das Bedürfnis, nach den letzten Wochen, in denen einem nicht nur die Homeoffice-Pflicht, sondern auch das kalte Aprilwetter einem oft den Gang ins Freie vermieste, wieder draussen die Natur zu geniessen, ist absolut nachvollziehbar.

Maskenpflicht – was ist das?

Aber wenn man es schon macht, dann doch bitte nicht so, wie man es am Sonntagnachmittag entlang der Oberen Bahnhofstrasse gesehen hat. Hunderte Personen flanierten auf der Wiler Einkaufsmeile und trugen dabei in überwältigender Mehrheit – keine Maske. Dass bei der Menge an Menschen auch in den seltensten Fällen genügend Abstand bei Gesprächen eingehalten wurde, «versteht» sich da fast von selbst. Und das galt bei weitem nicht nur für die Interessierten, sondern auch für viele Ausstellenden, die ihren potenziellen Kundinnen und Kunden gerne «mit offenem Gesicht» entgegentraten.

Wer von einer Seitenstrasse, zum Beispiel vom Bleicheplatz aus, Richtung Obere Bahnhofstrasse schlenderte, erlebte, wie sich ein Phänomen wiederholte: auf dem Weg zur Ausstellung zogen sich praktisch alle eine Maske an, nur um sie wenig später wieder ganz zu verstauen, nachdem die Leute sehen konnten, dass praktisch niemand eine Maske trug. Jeder, der sich an die Maskenpflichtvorgabe hielt – und das waren vor allem ältere Menschen – musste sich irgendwie «dumm» vorkommen, auch wenn man selbst wusste, dass man es, angesichts der immer noch ansteigenden R-Rate und Inzidenzzahlen, keineswegs war.

Zwei Aufpasser allein waren deutlich überfordert

Vorbildlich waren da schon die beiden auffällig gekleideten und somit für alle Ausstellungsbesuchende gut erkennbaren Security-Personen: Sie trugen die Maske. Allerdings schlenderten sie am späteren Nachmittag eher gemütlich durch die Menge als dass sie aktiv das Gespräch mit den Menschen gesucht und diese zum Maskentragen aufgefordert hätten. Was zwar fraglos nicht korrekt, angesichts der vor Ort herrschenden Mehrheitsverhältnisse aber irgendwie verständlich war: denn während zwei Personen an einem normalen Montagnachmittag ausreichten, um Maskenignoranten auf ihr bewusstes Fehlverhalten hinzuweisen, dürften sie bei der sonntäglichen Menschenmenge, die ins Freie drängte, einfach auch mit der ihnen Aufgabe überfordert gewesen sein. Fakt ist nämlich auch: Hätten die beiden Security-Personen ihre Aufgabe am Sonntag wie verlangt wahrgenommen, so sie hätten wohl stundenlang keine Erklärverschnaufpause gehabt.

Nach diesem Sonntag ist klar: die Sicherheits- und Hygienemassnahmen an der Artgarden waren am Wochenende völlig ungenügend und gehören umgehend verstärkt. Natürlich hingen überall «Ab-hier-herrscht-Maskenpflicht»-Plakate und es gab, übers Ausstellungsgelände verteilt, sicherlich auch genug Hygieneflüssigkeitsspender. Doch dass alles nützt nicht viel, wenn die Menschen weder Masken tragen, noch genügend Abstand einhalten.