In einem Punkt ist man sich einig: 5G ist ein Quantensprung. Dauert es heute einige Minuten, bis ein Spielfilm heruntergeladen ist, so dürfte dies mit der fünften Generation in wenigen Sekunden erfolgen. Pro Quadratkilometer können bis zu einer Million Geräte miteinander verbunden werden. Die Daten-Übertragungsrate ist rund 100 Mal schneller als bis anhin – und auch stabiler. Da erstaunt es nicht, dass sich die drei Schweizer Mobilfunk-Riesen Swisscom, Sunrise und Salt die 5G-Konzession zahlreiche Millionen Franken haben kosten lassen.

Doch die kritischen Stimmen mehren sich. Vor allem gesundheitliche Bedenken werden vorgebracht. Die Erhöhung des Grenzwertes ist im Ständerat zwar gescheitert – jedoch um nur gerade eine Stimme. «Es laufen derzeit grosse Anstrengungen, um die Grenzwerte zu verwässern und neue Berechnungsmethoden zu finden», sagte Yvonne Gilli, Wiler Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, am Mittwochabend an einem Informationsanlass im Hof zu Wil. Sie betonte, dass es zum Thema 5G noch keine Studien gebe, da diese neue Methode bisher noch gar nicht messbar sei. Es gehe aber darum, verletzliche Bevölkerungsgruppen wie Kinder und Jugendliche zu schützen.

Noch keine 5G-Karte

Die ehemalige Nationalrätin, die im Herbst für die Grünen wieder den Sprung nach Bundesbern schaffen möchte, wies auf zwei Studien hin, die im vergangenen Jahr an Ratten und Mäusen durchgeführt worden seien. Die Tiere seien Handystrahlen ausgesetzt worden. Als Konsequenz daraus wurde eine erhöhte Tumor-Häufigkeit festgestellt. «Vieles, was mit 5G angepriesen wird, kann auch ohne 5G umgesetzt werden», sagte Gilli. Ein flächendeckendes 5G-Netz ist aus ihrer Sicht nicht nötig. «Ein grosser Teil der Strahlung, die uns beeinflusst, kann von uns selbst gesteuert werden. So ist es wichtig, das Handy nicht direkt am Körper zu tragen, da ansonsten bei den Männern die Qualität der Spermien leidet. Oder das WLAN kann über Nacht abgestellt werden.»

Wie es mit 5G weitergeht, steht derzeit in den Sternen. Laut einer Karte des Bundes gibt es in der Region Wil bisher noch keine einzige 5G-Antenne. Und auch wo es sie gibt, können sie derzeit aus technischen Gründen noch nicht in Betrieb genommen werden.

Yvonne Gilli im Video: Wie schädlich ist 5G?

 
"Um Videos zu schauen und Fotos zu übertragen, genügen die bisherigen Technologien", sagt Ärztin Yvonne Gilli im hallowil.ch-Interview.