Schon zur damaligen Einweihung setzte sich Organistin Johanna Suter vor die Pfeifen und Tastatur der mittlerweile dreissigjährigen Orgel. Und bis heute hat besagtes Instrument nichts von seinem Charme verloren, ganz im Gegenteil. So erklärt Pfarrer Jann Flütsch, der durch den sonntäglichen Gottesdienst geführt hat, dass der Klang nie von seiner Anmut verloren hat. «Unsere Orgel erfüllt den ganzen Raum und das ohne jegliche akustischen Verzögerungen. Aber auch optisch, mit ihrem bemalten Holz und ihrem wunderbaren Design, passt sie hervorragend hierher.» Ein jeder weiss auch, dass eine Orgel alleine noch keine Musik macht. «Erst wenn sie jemand behutsam bedient, wird aus der Orgel eines der klangreichsten Instrumente überhaupt», sagt Jann Flütsch. Gemeint sind in diesem Fall Johanna Suter, die unlängst als Organistin zurückgetreten ist, Martina Brunner, die nach einem Unterbruch seit zwei Jahren wieder mitmusiziert und Thomas Schramm. Alle drei spielen nach dem Gottesdienst und der kurzen Teepause gross auf. Augen zu, der Entschleunigung Einhalt gewähren, zuhören und einfach geniessen.

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Drei Meister ihres Fachs an der Orgel. Während die ehemalige Organistin Johanna Suter das Jubiläumskonzert eröffnet, horchen Martina Brunner und Thomas Schramm den Orgelklängen.


Modern bleiben

Für die Kirchenpräsidentin Stefanie Stuckert ist es am Sonntag ein Jubeltag. «Die Orgel gehört einfach in unser Kulturgut. Die musikalische Reichweite einer Orgel ist unermesslich und enorm breit gefächert, ich höre sie ungemein gern. Insbesondere dann, wenn sie zum Beispiel von einem Saxophon begleitet wird. So kann auch eine Orgel äusserst modern sein und das sollte doch auch den jungen Menschen gefallen. Insbesondere unsere jüngeren Mitmenschen sollen sich ein Bild machen und die Orgel an sich kennenlernen», sagt die seit 2016 amtierende Kirchenpräsidentin. Während die neue Orgel vor dreissig Jahren von Christoph Wartenweiler bespielt wurde, machten es ihm am Sonntag die drei besagten Organisten gleich. «Ein Kinderlein so löblich», aus Johann Sebastian Bachs Neumeister-Sammlung, oder ein «Präludium» von Dietrich Buxtehude, erklingen im Gotteshaus und verwöhnen die Kirchgänger. Eigentlich schade, dauert dieses Orgelkonzert nur rund 30 Minuten, denn zuhören tut gut und erfreut Körper und Geist; die Zuhörer sind Zeuge davon.