Die Stromkundinnen und Stromkunden im Versorgungsgebiet der Technischen Betriebe Flawil müssen im nächsten Jahr erheblich mehr bezahlen. Am Beispiel einer Fünfzimmerwohnung mit Elektroherd, Tumbler und einem Maximalverbrauch von 4500 Kilowattstunden pro Jahr (Kategorie H4) steigt der Strompreis 2023 um 63 Prozent beziehungsweise um rund 12,4 Rappen pro Kilowattstunde. Das bedeutet bei diesem Beispiel jährliche Mehrkosten von rund 600 Franken.

Preise am internationalen Energiemarkt haben sich verzehnfacht

Die Mehrkosten bei der Energiebeschaffung von durchschnittlich rund 11,7 Rappen pro Kilowattstunde sind der Hauptgrund für die erhebliche Preiserhöhung. Die weiteren Einflussfaktoren wie beispielsweise die Risikozuschläge, Herkunftsnachweise und Labels führen ebenfalls zu steigenden Preisen, fallen jedoch im Verhältnis zu den Energiekosten moderat aus. Das anhaltend hohe Preisniveau am internationalen Energiemarkt dürfte auch in den darauffolgenden Jahren Einfluss auf den Flawiler Strompreis haben. «Eine schnelle Entspannung scheint aus heutiger Sicht nicht realistisch», sagt Luca Zillig-Klaus, Geschäftsführer der Technischen Betriebe Flawil, im aktuellen Mitteilungsblatt. «Verlässliche Aussagen sind jedoch aufgrund der geopolitischen Lage und der drohenden Energiemangellage derzeit nicht möglich.»

Netzkosten steigen moderat

Die vorgelagerten Netzbetreiber (Swissgrid, Axpo, SAK) erhöhen ebenfalls ihre Preise. Unter anderem steigen in allen Netzen die Kosten für die Beschaffung der Netzverluste. Hinzu kommt eine Preiserhöhung bei den allgemeinen Systemdienstleistungen (SDL). Bedingt durch diese Mehrkosten müssen die TBF die Netznutzungstarife in Flawil im Durchschnitt um 0,73 Rappen pro Kilowattstunde erhöhen. Die Abgaben an die Gemeinde bleiben unverändert.

Auch positive Nachrichten

Positive Nachrichten gibt es für die Stromproduzentinnen und Stromproduzenten im Versorgungsgebiet der TBF. Entsprechend den höheren Energiepreisen steigt auch die Rückvergütung für ins TBF-Netz eingespeiste Energie. Diese wird im kommenden Jahr mit 17,35 Rappen pro Kilowattstunde vergütet. Hinzu kommt bei der erneuerbaren Energie von Photovoltaikanlagen die zusätzliche Vergütung für die Herkunftsnachweise durch die Gemeinde Flawil. Mehr Informationen dazu sind auf der Website www.flawil.ch unter der Rubrik «Aktuelles → Engagement → Energiestadt» zu finden.