Ende Juli 2018 waren im Kanton St. Gallen 9336 Stellensuchende bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum gemeldet. Das sind praktisch gleich viele wie Ende Juni. Gegenüber dem Vorjahresmonat, dem Juli 2017, sind es 1272 Personen oder zwölf Prozent weniger. Die Gesamtschweiz verzeichnet eine Reduktion um knapp acht Prozent. Im Wahlkreis Wil war der Rückgang mit 12,8 Prozent im Vorjahresvergleich gar noch deutlicher. 1367 Personen waren Ende Juli auf Stellensuche – das sind um 18 weniger als im Juni. Noch besser sieht es im Toggenburg aus, wo das Minus 14,1 Prozent betrug. Genau 669 Personen waren Ende Juli auf Stellensuche.

Die Zahl der stellensuchenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist gegenüber dem Vorjahr kantonsweit überdurchschnittlich zurückgegangen – um satte 19 Prozent. Unterdurchschnittlich ist der Rückgang bei den älteren Stellensuchenden ab 50 Jahren: minus acht Prozent.

Kaum mehr Voranmeldungen für Kurzarbeit
Im produzierenden Sektor ist die Zahl der Stellensuchenden in den vergangenen zwölf Monaten um 695 Personen zurückgegangen, das sind gegen 18 Prozent. Diese Abnahme lässt sich in vielen Branchen beobachten, etwa im Metall- und im Maschinenbau und im Baugewerbe. Entgegen diesem Trend hat sich die Zahl im Fahrzeugbau kaum verändert. Im Dienstleistungssektor bildete sich die Zahl der Stellensuchenden um knapp zehn Prozent zurück. Überdurchschnittlich ist die Zahl der Stellensuchenden in der Autohandels- und -reparaturbranche zurückgegangen. Ebenfalls über dem Mittel des Sektors ist der Rückgang im Bereich Verkehr und Transport und im Gastgewerbe. Etwas zugenommen haben die Zahlen bei den Finanzdienstleistungen.

Vor einem Jahr meldeten im Kanton St. Gallen 14 Firmen für knapp 200 Mitarbeitende Kurzarbeit an. Für August 2018 rechnen noch vier Firmen damit, für gut 150 Mitarbeitende Kurzarbeitsentschädigung in Anspruch nehmen zu müssen.

Stellenmeldepflicht erhöht Zahl der gemeldeten offenen Stellen 
Seit dem 1. Juli sind Arbeitgeber verpflichtet, Stellen aus Berufen mit einer gesamtschweizerischen Arbeitslosenquote von acht Prozent und mehr vor der öffentlichen Ausschreibung einem RAV zu melden. Aktuell gehören unter anderem Berufe aus dem Gast- und dem Baugewerbe dazu. Der Bestand an gemeldeten offenen Stellen hat sich in der Folge im Vorjahresvergleich mehr als verdoppelt, von 829 Ende Juli 2017 auf aktuell 1790. Von den 1227 im Juli neu gemeldeten Stellen unterstehen 715 der Stellenmeldepflicht – also 58 Prozent. Ein Teil davon, der sich aber nicht beziffern lässt, wäre allerdings ohnehin den RAV gemeldet worden.

Gemäss Trend-Barometer der Fachstelle für Statistik ist im Kanton St. Gallen für die nächsten Monate, unabhängig von saisonalen Entwicklungen, weiterhin mit sinkenden Zahlen bei den Stellensuchenden zu rechnen. (pd/red)