Dass die Covid-19-Pandemie den Spitälern eine grosse medizinische, wie auch finanzielle Herausforderung geboten hatte, war unlängst klar. Doch nun ist bekannt, wie schwer die Folgen des nationalen «Lockdowns» für die St. Galler Spitäler wirklich gewesen sind. Mit einem Minus von 62,6 Millionen Franken schreibt der kantonale Spitalverbund nach nur einem halben Jahr schon tiefrote Zahlen. Davon ist auch das Spital Wil als Teil der Spitalregion Fürstenland Toggenburg betroffen. Das budgetierte Minus von 8,3 Millionen Franken ist nach einem halben Jahr schon fast erreicht. Der Verlust in den ersten sechs Monaten beträgt 7,9 Millionen Franken.

Auch wenn bis Ende Jahr mit besseren Zahlen gerechnet wird, stehen die St. Galler Spitäler jetzt schon alles andere als gesund da. Denn das Behandlungsverbot vom 17. März 2020 bis 26. April für nicht dringliche Untersuchungen, Behandlungen und Eingriffe hat bei den Spitalverbunden erhebliche Einnahmenausfälle verursacht. Auch nach der Aufhebung des Behandlungsverbots haben sich weitere Einnahmenausfälle ergeben, weil es einige Wochen brauchte, bis sich die Lage wieder normalisierte und die Kapazitäten hochgefahren wurden. Wenn die finanzielle Hilfe der öffentlichen Hand ausfallen würde, resultierten für die St. Galler Spitäler noch weit höhere Defizite als bereits budgetiert. Der Spitalverbund prognostiziert in diesem Jahr ein Minus von insgesamt 94,1 Millionen Franken.

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Wattwiler Gemeinderat will konkrete Lösungen (12.03.20)

«Der Gemeinderat erkennt im Vorschlag für den Spitalstandort Wattwil Ansätze, die er im Modell 'Integrierte Gesundheitsversorgung Toggenburg' vor einem Jahr in den Strategieprozess eingebracht hatte», fasst Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner die Diskussion zusammen, die der Gemeinderat an einer ausserordentlichen Sitzung zur Regierungsvorlage geführt hat. «Dies, obwohl das angedachte Gesundheits- und Notfallzentrum (GNZ) mit Pflegeangebot noch äusserst vage und fragil bleibt.» Es biete ein zu geringes medizinisches Angebot zur Sicherung der Gesundheitsversorgung im Toggenburg und für ein stabiles Gesamtkonzept.

Überkantonale Zusammenarbeit klären

Der Gemeinderat zählt darauf, dass die Toggenburger Mitglieder des Kantonsrats ihre Kollegen davon überzeugen können, dass die Konkretisierung der für Wattwil angedachten Lösung mehr Zeit braucht, als bis zur 2. Lesung im Kantonsrat Mitte Mai zur Verfügung steht. Mehr Klarheit und verlässlichere Aussagen wünscht sich der Gemeinderat insbesondere in drei Punkten, erklärt Alois Gunzenreiner: «Leider bleibt die überkantonale Zusammenarbeit trotz mehrfacher Forderung von verschiedenster Seite in der Botschaft der Regierung noch immer ausgeblendet. Der Kanton Thurgau ist in den angelaufenen Ostschweizer Koordinationsarbeiten nach wie vor aussen vor, obwohl er sich explizit offen für eine Zusammenarbeit gezeigt hat.» Das sei mit Blick auf eine nachhaltig tragfähige Lösung für den Westen des Kantons – von Wil über das Toggenburg bis ins Linthgebiet – unbedingt zu klären. So, wie das für den Südwesten des Kantons vorgesehen ist.

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Für den Gemeinderat Wattwil ist klar, dass eine Überprüfung der Zusammenarbeit mit dem Kanton Thurgau ebenso notwendig ist wie mit den Kantonen Graubünden und Glarus. (pd)

Konzept «Langzeit-Spezialpflege» ausarbeiten

Entscheidenden Klärungsbedarf sieht der Gemeinderat Wattwil bei der vorgesehenen Lösung «Langzeit-Spezialpflege». Er holte dazu mehrere Expertenbeurteilungen ein. Sie fielen alle gleichermassen kritisch aus. Damit die Idee an Verlässlichkeit gewinnt, müsste ein konkretes Konzept ausgearbeitet werden. Ein solches liege derzeit nicht vor. «Die Vorlage bleibt in entscheidenden Fragen schwammig – etwa zu den völlig neuen Begriffen der 'Hochdemenz', der 'Passerellen-Betten' und der 'Langzeit-Spezialpflege' an sich oder zum Verkauf und zu den Nutzungsanteilen der Immobilie», betont Alois Gunzenreiner. «Vor einem definitiven Entscheid sind die Kostenträger beziehungsweise die Fallfinanzierung, die Bewilligung, die Bedarfsplanung und die Abgrenzung zu bestehenden kommunalen Angeboten in der Region zu klären.» Ein solch neues Angebot – insbesondere in Sachen Demenz – werde sich direkt auf die Alters- und Pflegeheime in der Region sowie auf das Kompetenzzentrum Demenz in Wil auswirken.

Der dritte wesentliche Punkt, der aus Sicht des Wattwiler Gemeinderates im Rahmen der Beratung im Kantonsrat klarer definiert werden müsste, ist die Frage, wie das vorgesehene Gesundheits- und Notfallzentrum mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten funktionieren soll, hält Alois Gunzenreiner fest. «Die 24/7-Spezialpflege rund um die Uhr setzt die unmittelbare Nähe zu einem Akutspital voraus – oder mindestens die Ergänzung des GNZ um Innere Medizin.» Eine Kombination mit einem internistischen und akutgeriatrischen Angebot oder mit geriatrischer Rehabilitation wäre, wie befragte Experten festhalten, ideal und würde zusätzliche Synergien bieten. Diese Ergänzung habe im Toggenburg angesichts der unterdurchschnittlichen Ärztedichte und des im Vergleich überdurchschnittlich hohen Alters der Niedergelassenen und der Bevölkerung in der Region besondere Bedeutung.»

«Zusatzrunde» für Konkretisierung einbauen

Für den Gemeinderat Wattwil ist klar: «Diese drei Punkte seriös und im notwendigen Konkretisierungsgrad zu klären, braucht Zeit – mehr Zeit, als bis am 20. April zur Verfügung steht, wenn der Kantonsrat die Vorlage verabschieden soll.» Schliesslich seien auch die Auswirkungen auf die Spitex und deren kommunale Finanzierung einzubeziehen. «Im Interesse einer langfristig tragfähigen Lösung, welche die Gesundheitsversorgung im Toggenburg sichert, hoffen wir, dass der Kantonsrat der Regierung die Zeit zur Ausarbeitung der nötigen Grundlagen gibt und für Wattwil dieselbe Zusatzrunde einbaut, wie das die Regierung bereits für Walenstadt vorsieht. Wir sind überzeugt: Was für den Südosten des Kantons möglich wurde, ist es auch im Nordwesten.» (pd)

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«Der Kampf ist noch nicht gewonnen» (06.03.): 

Die überarbeitete Spitalstrategie der St. Galler Regierung stiess vor etwa einer Woche auf unterschiedliche Reaktionen. Bereits vergangenen Oktober schlug die Regierung die «4 plus 5»-Strategie vor, um die Kosten der St. Galler Spitalverbunde zu senken. Bei der vorgeschlagenen Strategie handelt es sich um das stationäre Angebot an den vier Mehrspartenspitälern Wil, St. Gallen, Uznach und Grabs. Die Standorte Flawil, Wattwil, Rorschach, Walenstadt und Altstätten sollen zu Notfallstationen redimensioniert werden. So erklärt die St. Galler Regierung in der finalen Botschaft, dass sie für den Standort Wattwil ein Kompetenzzentrum für spezialisierte und hochspezialisierte Pflege in Kombination mit einem Notfallzentrum errichten will (siehe Beitrag unten).

Nun reagiert der Förderverein Regionalspital Toggenburg mit einer Medienmitteilung und zeigt, dass er längst nicht zufrieden ist. «Leider müssen wir feststellen: Der Kampf ist noch nicht gewonnen», heisst es. In der Mitteilung kritisiert der Verein von Anfang an: «Was auf den ersten Blick gut tönt, ist alles andere als langfristig sicher. Von den Anliegen, die wir in der Vernehmlassung eingebracht haben, fand bei der Regierung keines Gehör.»

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Ein Förderverein setzt sich lautstark für das Spital Wattwil ein. (pd)


Förderverein sorgt sich um Gesundheitsversorgung

Das Wattwiler Zentrum soll unter der Trägerschaft der Solviva AG agieren. Die St. Galler Regierung ist davon überzeugt, dass mit den vorgesehenen Massnahmen Arbeitsplätze erhalten bleiben und der Neubau nicht leer wird. «Der für 60 Millionen erstellte Spitalneubau in Wattwil – dessen Wert auf 45 Millionen Franken beziffert wird», schreibt der Förderverein, «soll für zehn Millionen an eine private Gesellschaft verscherbelt werden.» Und eben diese habe sich darauf spezialisiert, günstige Spitalimmobilien in Pflegeheime umzuwandeln.

Völlig offen sei auch, wie das Angebot konkret aussehen und wer dafür bezahlen soll. «Es ist kein medizinisches Angebot und es wird die bestehenden Pflegeheime im Toggenburg konkurrenzieren», ist sich der Förderverein sicher. Für ihn ist die Gesundheitsversorgung nach wie vor in Gefahr. Der Ball liege nun beim Kantonsrat. Deshalb hoffe der Verein nun auf den Einsatz der Toggenburger Kantonsratsmitglieder. «Sie wissen, dass ein reines Pflegeangebot nicht genügt und kämpfen weiter für das Spital Wattwil», heisst es in der Mitteilung. Diesem Einsatz müsse man Rückenwind geben. Aus diesem Grund hat der Förderverein seine Webseite aktualisiert, einen Flyer verfasst und Seiten auf Facebook und Twitter erstellt. (pd)

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«Die Regierung stiehlt sich aus der Verantwortung» (27.02.):

Für den Flawiler Gemeindepräsidenten Elmar Metzger war es «schwarzer Tag», obwohl er mit nichts andrem gerechnet hatte. Die St. Galler Regierung hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass das Spital Flawil tatsächlich in eine Notfallstation redimensioniert werden soll. «Ich bin einfach nur enttäuscht. Trotz aller Bemühungen gibt es am Ende nichts für uns», sagt Metzger. Grund seines Frustes ist die Tatsache, dass die Regierung auf keinen der Flawiler Vorschläge eingetreten ist. Der Gemeinderat hatte einen Verkauf, die Errichtung eines so genanntes Med-Plus-Spitals und auch eine Spezial-Klinik in die Debatte eingebracht. Doch es bleibt auch in der finalen Botschaft des Regierungsrates dabei: Das Spital Flawil soll per Ende 2021 in eine Notfallstation umgewandelt werden. «Das ist kein Spital, das ist eine bessere Arztpraxis», sagt Metzger.

Einen Verkauf des Spitals lehnt die Regierung ab, wenn ein anderer Anbieter genau das gleiche machen würde. Die Spitalstruktur würde damit nicht behoben und das Problem somit nicht gelöst, wird argumentiert. Überkapazitäten bestünden auch weiterhin. Doch für Metzger ist klar: «Die Regierung stiehlt sich aus der Verantwortung. Sie ist nun gefordert und muss schauen, was mit der Liegenschaft passiert.» Ans Aufgeben denkt der Flawiler Gemeindepräsident aber noch lange nicht: «Wir haben keine andere Reaktion erwartet, da die Zeit zu knapp war, um die vielen Ideen in der Vernehmlassung genau zu prüfen. Unser Fokus geht nun in Richtung Kantonsrat zu den politischen Entscheidungsträgern.» Dabei müsse nicht unbedingt das Ziel sein, die Spitalstrategie der Regierung zu versenken. «Es kann ja auch substanzielle Nachbesserungen geben», sagt Metzger. Es gebe noch viele Möglichkeiten, wie es weitergehen könne. Aufgeben sein keine.

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Flawils Gemeindepräsident Elmar Metzger ist mit der Spital-Strategie der St. Galler Regierung alles andere als glücklich. (Archivbild: Josef Bischof)


«Froh, dass sachliche Argumente obsiegt haben»

Deutlich zufriedener ist man in Wil. Die Kantonregierung setzt auf die Äbtestadt als Spitalstandort. Sie will auch jene finanziellen Mittel zur Verfügung stellen, welche mittelfristig braucht werden, um das Spital zu sanieren. «Ich bin froh, dass sie sachlichen Argumente gegen die Polemik obsiegt haben», sagt Wils Stadtpräsidentin Susanne Hartmann zu hallowil.ch. Angespielt auf die rund 170 Millionen Franken, welche für die Erneuerung nötig sein werden, sagt sie: «Wenn die Regierung nun A gesagt hat, muss sie auch B sagen.»

Und Wattwil? Jenes Spital soll an die Solviva AG veräussert und zu einem Kompetenzzentrum für hochspezialisierte Pflege werden. Die Alkohol-Kurzzeit-Therapie soll beibehalten werden. Ein eigentliches Spital hätte Wattwil gemäss diesen Plänen aber nicht mehr. Auf Anfrage von hallowil.ch gab es am Donnerstag kein Statement von der Gemeinde Wattwil. Aus «zeitlichen Gründen», wie es heisst. Man werde sich zu einem späteren Zeitpunkt dazu äussern.

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Die finale Spital-Botschaft der Regierung (27.2.20)

Alle St. Galler Spitalverbunde waren im vergangenen Jahr defizitär und es braucht Sanierungs-Massnahmen. Im Oktober 2019 hatte die Regierung aufgezeigt, wie sie die Kosten senken will. Sie schlug mit der Strategie «4 plus 5» vor, das stationäre Angebot an den vier Mehrspartenspitälern Wil, St. Gallen, Uznach und Grabs zu konzentrieren. Die Standorte Flawil, Wattwil, Rorschach, Walenstadt und Altstätten sollen zu Notfallstationen redimensioniert werden. Die Regierung hat diese Pläne in die Vernehmlassung geschickt – und über 100 Rückmeldung erhalten. Die Antworten fielen kontrovers aus. Eine grosse Mehrheit der Antwortenden geht mit der Regierung einig, dass aufgrund der medizinischen Entwicklung und der schlechten finanziellen Prognosewerte dringend gehandelt werden muss. Die Vorschläge, wie diese Handlungen aussehen sollen, stehen jedoch teilweise im Widerspruch zueinander.

Die Regierung nimmt mit der nun vorliegenden Botschaft mehrere Kritikpunkte aus der Vernehmlassung auf. Grundsätzlich wird am Aufbau der wohnortnahen Gesundheits- und Notfallzentren festgehalten. Eine «uniforme Ausgestaltung» sei aber nicht zielführend. Für den Standort Wattwil will die Regierung in Kombination mit einem Notfallzentrum ein Kompetenzzentrum für spezialisierte und hochspezialisierte Pflege errichten. Dieses Zentrum soll unter der Trägerschaft der Solviva AG agieren. Mit den vorgesehenen Leistungen könne eine Nische besetzt und ein zukunftsfähiges, attraktives Angebot für ein grosses, überregionales Einzugsgebiet geschaffen werden. Zudem soll das etablierte Angebot der Alkoholkurzzeittherapie weitergeführt werden. Daneben würden Personen mit abgeschlossener Behandlung im Akutspital, aber keiner ausreichenden pflegerischen Betreuung zu Hause oder noch fehlendem Pflegeplatz im Alters- und Pflegeheim mit «Passerellenbetten» eine wohnortnahe Übergangslösung erhalten. «Mit diesen Massnahmen werden Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Toggenburg erhalten», schreibt die Regierung.

Im Video: Darum soll Wil nicht geschlossen werden

 
Der Regierungsrat erklärt, warum es keine Option war, Wattwil offen zu lassen und Wil zu schliessen.

«Med-Plus»-Spitäler finden kein Gehör

Die Regierung lehnt jedoch die Forderungen nach der Fortführung verschiedener Spitalstandorte ab («Med-Plus»-Spitäler). Diese Idee waren von den Gemeindepräsidenten der fünf «Verlierer»-Gemeinden präsentiert worden. Mit fünf «Med-Plus»-Spitälern wäre mit prognostizierten strukturellen Defiziten von 60 bis 70 Millionen Franken pro Jahr zu rechnen, schreibt die Regierung. Auch aus medizinisch-versorgungstechnischer Sicht überzeuge der Vorschlag von fünf «Med-Plus»-Spitälern nicht, da diese den veränderten Rahmenbedingungen wie beispielsweise der medizinischen und technologischen Entwicklung, der zunehmenden Spezialisierung, der Fachkräfteknappheit, der neuen regulatorischen Vorgaben oder dem Trend zur ambulanten Behandlung nicht genügend Rechnung tragen.

In der Vernehmlassung wurde zudem vorgeschlagen, anstatt des Standortes Wil auf den Standort Wattwil zu setzen. Die Regierung verfolgt diesen Vorschlag nicht weiter, weil der Standort Wattwil die nötigen Fallzahlen für eine Sicherstellung der medizinischen Qualität nicht erreichen würde und dieser ein zu kleines Einzugsgebiet für ein betriebswirtschaftlich nachhaltiges Ergebnis hätte. Eine Schliessung von Wil anstelle von Wattwil würde keine wesentliche Verschiebung der Patientenströme nach Wattwil auslösen, schreibt die Regierung. Die Patienten aus Wil würden primär in Richtung Kantonsspital oder in ausserkantonale Spitäler gehen. Für die stationäre Versorgung erachtet die Regierung die Erhöhung der Anfahrtszeit um durchschnittlich zehn Minuten im Privatfahrzeug als zumutbar.

In Wil soll investiert werden

In Bezug auf die teils geforderte und teils ebenso klar abgelehnte nochmalige Prüfung des Verkaufs von Spitalstandorten an private Leistungsanbieter nimmt die Regierung eine zweigeteilte Position ein: Einerseits lehnt sie den Verkauf von Spitalstandorten – darunter Flawil – an einen privaten Spitalbetreiber ab, unabhängig davon, ob dieser Leistungen der Grund- oder Spezialversorgung anbieten würde. Durch einen Verkauf würde keine Bereinigung der Spitalstrukturen erfolgen, sondern Überkapazitäten blieben erhalten oder würden gar zusätzlich geschaffen. Auf der anderen Seite zeigt sich die Regierung offen, Spitalimmobilien an private Anbieter zu verkaufen, die Leistungen der vor- und nachgelagerten Versorgungsstufen (zum Beispiel spezialisierte Langzeitpflege) anbieten. Auch hier gilt: Es dürfen keine Überkapazitäten entstehen in Bereichen, die durch die öffentliche Hand mitfinanziert werden.

Das geplante Investitionsvolumen für den Zeitraum 2019 bis 2037 von gegen zwei Milliarden Franken wird teils als zu hoch erachtet. Verbreitet kritisiert werden die notwendigen Investitionen und Kapazitätserweiterungen an den Standorten Wil und Grabs. Die Regierung hält jedoch an diesen Zahlen fest: Sie zeigen laut der Regierung die in den nächsten Jahren zu erwartenden Investitionen für Bauvorhaben sowie für Mobilien, medizintechnische Geräte und IT. Gleichzeitig handelt es sich bei den aufgeführten Werten um Planzahlen aus heutiger Sicht und somit um Grössenordnungen. Selbstredend müsse im Zeitpunkt der konkreten Planung der einzelnen Vorhaben der effektiv notwendige Investitionsumfang auf die dannzumal geltenden Rahmenbedingungen abgestimmt und entsprechend kritisch überprüft werden.

Weitere Sanierungsbeiträge gefordert

Damit die Spitalverbunde einen ausreichenden Eigenkapitalanteil von 25 Prozent der Bilanzsumme erreichen, sind für Spitalregion Fürstenland Toggenburg und neu auch die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland zusätzlich einmalige Sanierungsbeiträge von insgesamt 88 Millionen Franken erforderlich. Die Regierung beantragt dem Kantonsrat deshalb, für die Spitalregion Fürstenland Toggenburg eine Bareinlage von 10 Millionen Franken zu tätigen. Zudem will die Regierung Darlehen des Kantons an die Spitalregion Fürstenland Toggenburg von 46 Millionen Franken in Eigenkapital umwandeln. Gleiches sieht sie bei der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland vor. Hier handelt es sich um Darlehen in der Höhe von 32 Millionen Franken, die in Eigenkapital umgewandelt werden sollen. (pd/red)

Mehr zur definitiven Spitalbotschaft der Regierung im Liveticker zur Medienkonferenz.

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Das Volk hat das Wort (23.2.20)

Die CVP Wil-Untertoggenburg ist der Meinung, dass die Spitaldiskussion in der Politik sehr kontrovers geführt wird. «Die Politik produziert Ideen und jeder weiss es besser», teilt die Ortspartei in einer Medienmitteilung mit. Doch keiner frage die Menschen, die in den Spitalregionen leben. Das möchte die CVP Will-Untertoggenburg nun ändern und laden zu einer Diskussionsrunde am Dienstag, 25. Februar, um 19.30 Uhr im Saal des Hotels «Uzwil» ein. «An diesem Abend sammeln wir die Ideen der Bevölkerung, besprechen wie wir sie in den Kantonsrat und in die Spitalkommission tragen», erklärt CVP-Kantonsrat Bruno Cozzio. Man wolle mit Hilfe der Bevölkerung die «beste Lösung» finden.

Deshalb werden an diesem Abend nicht die Meinung und Ideen der Politiker gefragt sein, sondern nur diejenigen der Bevölkerung. «Wichtig ist auch, dass Menschen wirklich kommen, sonst können wir deren Lösungsvorschläge nicht in die Entscheidungen einfliessen lassen», so Cozzio. (pd)

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JUSO spricht sich gegen Spitalschliessungen aus (22.02.20):

Als Reaktion auf die geplanten fünf Spitalschliessungen im Kanton St. Gallen, hat die JUSO Wil-Toggenburg ein Video in den sozialen Netzwerken veröffentlicht, in dem das Spital Flawil – wohlbemerkt symbolisch – angezündet und zu Grabe getragen wird. «Spitalschliessungen töten» lautet die Botschaft des Videos. «Eine regionsnahe und qualitative Gesundheitsversorgung sind essentielle Voraussetzungen für eine gute Gesundheit der Bevölkerung. Die Notfallzentren sind dafür nicht ausreichend und setzten die Gesundheit der Bevölkerung aufs Spiel», sagt Timo Räbsamen, Präsident der JUSO Kanton St. Gallen. Warum sich die jungen Politiker gegen die regionalen Spitalschliessungen aussprechen erklären sie mit folgenden Fakten: «Als Folge der Spitalschliessungen werden 870 Vollzeitstellen gestrichen, Ausbildungsplätze gehen verloren und 400 Arbeitsplätze werden verlagert.» Für das von mehreren Sparrunden betroffene Spitalpersonal sei die geplante Schliessung der Spitäler ein Schlag ins Gesicht.

Das Argument, dass die Spitäler in der heutigen Form zu viel kosten würden, lässt Anna Miotto, Sekretärin der JUSO Kanton St.Gallen, nicht gelten: «Eine Steuersenkung von 70 Millionen in der letzten Session, aber wieder kein Geld für den Service Public. Einmal mehr sehen wir, dass die Bürgerlichen ihre eigenen geldpolitischen Interessen der Gesundheit der Bevölkerung vorziehen.» In einer Medienmitteilung erklärt die JUSO, dass sie an «die 99%» denkt und kämpft für «eine Gesundheitsversorgung, die ihrem Namen gerecht wird und keine Menschenleben aufs Spiel setzt». (pd)

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Der Druck aus dem Toggenburg wird grösser (20.02): 

Obwohl das Spital Wattwil mehr als nur auf der Kippe steht, haben es die Toggenburger noch längst nicht aufgegeben. Immer lauter wird dabei die Forderung, Wattwil offen zu lassen und den Standort Wil zu schliessen. Dafür setzt sich zum Beispiel der CVP-Kantonsrat Mathias Müller, seines Zeichens auch Gemeindepräsident von Lichtensteig, ein. Er hat diese Woche im Kantonsrat einen parlamentarischen Vorstoss unter dem Titel «Spital Wil schliessen» eingebracht. Dabei fragt er die Regierung, was die Folgen einer Schliessung wären.

Zudem stehen rund 500 Personen mit dem eigenen Namen hin, um die Forderung «Spital Wattwil erhalten, Spital Wil schliessen» zu vertreten. Des weiteren hat der Toggenburger SVP-Kantonsrat Ivan Louis am Mittwochabend eine Medienmitteilung verschickt, in dem er zufrieden feststellt, dass eine Schliessung des Spitals Wil salonfähig geworden sei. Parteikollege Mirco Gehrig wird so zitiert: «Es ist erfreulich, dass Vertreter von CVP und FDP auf die Haltung der SVP einlenken.» Ist dies rund zweieinhalb Wochen vor den Kantonsratswahlen ein politisches Spielchen oder steckt mehr dahinter?

Fünf Kantone spannen zusammen

Es wäre allerdings eine saftige Überraschung, wenn die St. Galler Regierung auf diese Forderung einsteigen würde. Genau so wenig dürfte sie die Idee, in Bazenheid einen Spital-Neubau zu errichten und dafür die Standorte Wil und Wattwil zu schliessen, stützen. Noch im Februar wird die definitive Spital-Strategie der Regierung erwartet. Im April kommt das Thema dann in den Kantonsrat.

Nächsten Mittwoch findet zudem eine Pressekonferenz statt, an welcher darüber informiert wird, dass die fünf Kantone St. Gallen, Graubünden, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden und Glarus gemeinsam eine stationäre Gesundheitsversorgung planen.

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Neues Spital in Bazenheid, keines in Wil und Wattwil (1.2.20)

Seit die St. Galler Regierung im vergangenen Herbst publik gemacht hat, dass fünf Spitäler des Kantons zu Notfallzentren herabgestuft werden sollen, wird so manch eine kreative Idee präsentiert. So haben sich zum Beispiel die Gemeindepräsidenten der fünf betroffenen Gemeinden zu einer Spitalkonferenz vereint. Sie wollen so genannte Med-Plus-Spitäler errichten. Bei diesem Phantasiebegriff handelt es sich um Spitäler, die rund um die Uhr betrieben werden, über einen Operationssaal für ambulante Eingriffe sowie über mehrere Dutzend Betten verfügen. Damit wehren sich die fünf Gemeinden gegen die «4plus5»-Strategie der Regierung.

Ebenfalls wenig anfangen mit «4plus5» kann das Ärztenetzwerk «Xundart», welches seinen Sitz an der Oberen Bahnhofstrasse in Wil hat. Dieses tritt nun im Rahmen einer Vernehmlassungs-Antwort mit einer pikanten Idee an die Öffentlichkeit: In Bazenheid soll ein neues Mehrsparten-Spital gebaut werden. Dieses soll die Standorte Wil, Wattwil und Flawil ersetzen. Dies berichtet der Fernsehsender TVO am Montagabend mit Bezug auf eine Medienmitteilung von «Xundart». Damit könne eine gute Erstversorgung gewährleistet und die Nachfolgeproblematik beim medizinischen Personal entschärft werden. Na bumm.

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Stadt und Regio Wil schiessen zurück (13.1.20)

Der Aufruf hallte laut aus dem Tal herab: Die Gruppierung «Spital Wattwil erhalten, Spital Wil schliessen» trägt ihre Absicht bereits im Namen. Der Zusammenschluss von inzwischen fast 300 Personen, darunter die SVP-Kantonsräte Ivan Louis aus Neu St. Johann und Linus Thalmann aus Kirchberg, wehrt sich gegen die Umwandlung des Spitals Wattwil in ein sogenanntes «Regionales Gesundheits- und Notfallzentrum» ohne stationäres Angebot, wie es die letzten Herbst veröffentlichte Spitalplanung des St. Galler Regierungsrats vorsieht. Stattdessen solle das Spital Wil geschlossen werden, fordert die Gruppe. Mit den Spitälern Frauenfeld, Winterthur, Herisau und St. Gallen sei das Einzugsgebiet des Spitals Wil «bestens abgedeckt», während die Bevölkerung im Toggenburg plötzlich ohne richtiges Spital dastünde, sollte die Spitalstrategie «4plus5»in ihrer aktuellen Fassung umgesetzt werden.

«Schädlich für beide Regionen»

Nun antworten die Stadt Wil und der Verein Regio Wil auf die markigen Töne aus dem Toggenburg in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Interessengruppe, welcher auf St. Galler Kantonsgebiet die Gemeinden Wil, Jonschwil, Kirchberg, Lütisburg, Niederhelfenschwil, Oberbüren, Oberuzwil, Uzwil und Zuzwil angehören, und die Stadt bezeichnen die geäusserte Forderung als «unvernünftig» und «schädlich für beide Regionen». Das Spital Wil verfüge mit über 116’000 Menschen in seinem Einzugsgebiet über ein für das Spital Wattwil unerreichbares Patientenpotential. Patienten aus dem Grossraum Wil würden sich kaum in Wattwil behandeln lassen. Dass diese Patienten ins Kantonsspital St. Gallen oder andere Kantone abwandern, könne nicht im Interesse der Region und des Kantons sein.

Für Wil spreche zudem die gute Anbindung an Autobahn und Zugverkehr. Ein Punkt, der entscheidend sei, wenn es darum gehe, gutes Fachpersonal in Medizin und Pflege zu bekommen. Das Argument, wonach im Toggenburg im Fall der Schliessung des Spitals Wattwil eine genügende medizinische Versorgung nicht mehr gewährleistet sei, lässt die Wiler Stadtpräsidentin Susanne Hartmann nicht gelten. Mit Wil, Uznach und Grabs würden drei der vier in der Spitalstrategie vorgesehenen Spitäler die Versorgung der Toggenburger Bevölkerung auch in Zukunft garantieren, sagt sie auf Nachfrage von hallowil.ch.

hallowil.ch-Leser sind für das Wiler Spital

Und was sagen die Leser von hallowil.ch zu dieser Thematik? Wenig überraschend stützen Sie dem Spital Wil den Rücken. Schon deutlich über 400 Personen haben sich seit Sonntag an der Umfrage beteiligt, ob der Erhalt des Spitals Wattwil und die Schliessung des Spitals Wil eine gute Sache sei. Eine Drei-Viertel-Mehrheit antwortet mit «Nein». Die Umfrage ganz unten an diesem Dossier ist weiterhin aktiv. (pro)

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Toggenburger fordern: Spital Wil schliessen (12.1.)

Es sind mehr als nur deutliche Worte: «Die Spitäler Frauenfeld, Winterthur, Herisau und St. Gallen decken das Einzugsgebiet des Spitals Wil bestens ab. Ohne Spital Wattwil kann der Kanton St. Gallen aber keine genügende Gesundheitsversorgung garantieren. Aufgrund dieser Ausgangslage fühlen wir uns zu drastischen Forderungen gezwungen. Spital Wattwil erhalten, Spital Wil schliessen.» Das ist eine der Kernaussagen einer Gruppierung aus dem Toggenburg, welche sich für den Erhalt des Spitals Wattwil einsetzt. An vorderster Front kämpft SVP-Kantonsrat Ivan Louis aus Neu St. Johann für diesen Plan. Aber längst nicht nur er. Auf der Website www.wattwil-erhalten.ch wird mit Porträt-Bild, Vor- und Nachname aufgeführt, wer dieses Vorhaben unterstützt. Bis am Montagvormittag waren schon über 260 Personen aufgelistet – vornehmlich aus dem mittleren und dem oberen Toggenburg. Einer von ihnen ist aber auch der Kirchberger SVP-Kantonsrat Linus Thalmann.

Regierungspläne «nicht grundsätzlich falsch»

Die Gruppierung anerkennt, dass aufgrund der maroden finanziellen Situation im Spitalwesen «dringend Handlungsbedarf angezeigt» ist. Die von der St. Galler Regierung Strategie «4plus5», welche eine Reduktion der Spitäler Wattwil, Flawil, Rorschach, Walenstadt und Altstätten zu Notfallstationen vorsieht, wird nicht grundsätzlich als falsch bezeichnet. Jedoch würden die Anliegen der ländlichen Bevölkerung zu wenig berücksichtigt. «Die Regierung wollte aus abstimmungstaktischen Gründen den Spitalstandort Wil niemals zur Diskussion bringen. Mit einer Betrachtung über die Kantonsgrenzen hinweg ist das aber notwendig», schreibt die Gruppierung.

Und das sind die Forderungen an die Adresse der Regierung im Wortlaut:

  • Wir fordern die Regierung auf, die Vernehmlassungs-Antworten zu ihrer Spitalstrategie seriös zu bearbeiten. Zahlreiche Vernehmlassungs-Antworten haben gefordert, dass in Wattwil weiterhin ein Spital betrieben wird und stattdessen der Standort Wil aufgelöst bzw. in ein Gesundheits- und Notfallzentrum umgewandelt wird.
  • Wir fordern deshalb die Regierung auf, dem Kantonsrat eine Variante der Spitalstrategie zu unterbreiten, bei welcher der Standort Wattwil weiterhin als Spital betrieben wird, der Standort Wil aber nicht mehr weiter als Spital genutzt wird.
  • Eine Veräusserung des Spitals Flawil soll unter diesen Umständen neu geprüft werden.

Auch Flawil schiesst Richtung Wil

Apropos Flawil: Auch von dort gerät das Spital Wil unter Druck. Im November war die Forderung publik geworden, dass man sich in Wil den Pilotversuch eines Notfallzentrums vorstellen könne. Diese Forderung wurde im Zuge der Gründung der so genannten «Spitalkonferenz» laut. Dieser gehören jene fünf Gemeinden an, deren Spital zu einem Notfallzentrum redimensioniert werden soll, also namentlich Flawil, Wattwil, Rorschach, Walenstadt und Altstätten. Den Erhalt das Spitals Wil wird als fragwürdig eingestuft, weil laut Regierung 170 Millionen Franken in den Standort investiert werden müssten.

Am kommenden Dienstag (14. Januar) wird die Spitalkonferenz vor die Medien treten und die gemeinsame Haltung zur «4plus5»-Strategie präsentieren. Dabei sollen konkrete politische Forderungen an die Regierung und den Kantonsrat gerichtet werden. hallowil.ch wird von diesem Anlass berichten.

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Kritik am Standort Wil wird laut (28.11.19)

Untauglich. So das Fazit der fünf Stadt- und Gemeindepräsidenten aus Flawil, Wattwil, Rorschach, Altstätten und Walenstadt. Die Spitäler in jenen Orten sollen durch Notfallzentren ersetzt, also drastisch redimensioniert werden, wenn es nach der St. Galler Regierung geht. Darum haben sich diese Gemeinden zur Spitalkonferenz zusammengeschlossen – und äussern harsche Kritik. Dabei kommt auch der Spitalstandort Wil unter Druck, da dort «nach den Aussagen der Regierung in den kommenden Jahren 170 Millionen Franken investiert werden müssen».

Die Spitalkonferenz schreibt in einer gemeinsamen Stellungnahme: «Statt einer vertiefenden individuellen Prüfung der von Seiten der Standortgemeinden eingebrachten Vorschläge wurden diese beispielsweise bei den Standorten Altstätten, Walenstadt und Wattwil über einen Kamm geschert und als gleichwertige Alternativen analysiert und behandelt. Auf unterschiedliche Aspekte der Vorschläge wurde nicht eingegangen.» Die angedachten Notfallzentren sind aus der Sicht der Spitalkonferenz «weder zielführend noch überlebensfähig». Sie würden weder die medizinischen Bedürfnisse der Bevölkerung erfüllen noch wirtschaftlich betrieben werden können.

Mehrere Dutzend Betten pro Standort

Die Mitglieder der Spitalkonferenz erwarten von der Regierung, dass sie ein differenziertes medizinisches Angebot pro Spitalstandort anstelle der vorgestellten standardisierten Lösung ausarbeitet. Hierbei sollen auch die möglichen Veränderungen der Patientenströme in ausserkantonale Spitäler sowie ins Kantonsspital St.Gallen mitberücksichtigt werden. Es wird auch ein konkreter Umsetzungs-Vorschlag gemacht: Pro Standort soll ein «medizinisches Basisangebot der allgemeinen und inneren Medizin» - ambulant und stationär – angeboten werden. Dieses soll regionalspezifisch durch verschiedene Zusatzangebote wie Akutgeriatrie, Psychosomatik oder Palliativmedizin ergänzt werden.

Diese so genannten «Med-Plus-Spitäler» sollen in Zusammenarbeit mit den Ärzten der Region während 24 Stunden pro Tag und 365 Tagen im Jahr betrieben werden, spezialärztliche Sprechstunden anbieten und – je nach Standort - über einen Operationssaal für ambulante Eingriffe sowie über mehrere Dutzend Betten verfügen. So die Idee der Spitalkonferenz.

Zusammenarbeit mit Privatklinik noch aktuell

Sollten die Notfallzentren aber doch ein Thema sein, so kann sich die Spitalkonferenz einen Pilotversuch in Wil vorstellen, um mehr Wissen und Erfahrungen über die Nutzung, die Kosten, das benötigte Personal und der Verschiebungen der Patientenströme zu erhalten. Denn die Spitalregion Fürstenland-Toggenburg mit den Standorten Wattwil und Wil wird als «nicht überlebensfähig» beurteilt.

Notiz am Rande: Für die Gemeinde Flawil ist eine Zusammenarbeit mit der Privatklinikgruppe Swiss Medical Network (SMN) nicht vom Tisch. In den vergangenen Monaten hat der Gemeinderat zusammen mit SMN eine massgeschneiderte und zukunftsfähige Lösung für das Spital Flawil entwickelt. In die Erarbeitung des Konzepts waren auch Hausärzte der ganzen Region sowie die Verantwortlichen des Wohn- und Pflegeheims eingebunden. Die Lösung hat den Gemeinderat überzeugt, wie er in einer Mitteilung schreibt. (pd/red)