Nach Lenggenwil (2010) und Zuckenriet (2011) wird auch die bisherige Poststelle Niederhelfenschwil aufgehoben und als Agentur in den Dorfladen Prima verlegt. Vertreter der Post CH AG informierten die Bevölkerung und stellten die geplante Lösung vor.Die Bevölkerung des Dorfes Niederhelfenschwil wurde von der Post zu einem Dialoganlass eingeladen. Im Mehrzweckgebäude informierten René Wildhaber, Leiter Region St.Gallen-Appenzell, Bruno Bleisch, Spezialist Netzentwicklung und weitere Vertreter der Post über das Angebot der neuen Partnerfiliale. Die Organisatorin Carmen Lama, Leiterin regionale Kommunikation führte durch den Informationsabend, der von über 70 Personen besucht wurde. In der Fragerunde ergriffen nur wenige Mitbürger das Wort. Das Dorf scheint sich mit der neuen Lösung abgefunden zu haben. Beim anschliessenden, von der Post offerierten Apéro wurde eifrig diskutiert und Kontakte mit den Postverantwortlichen aufgenommen.

Verständnis für Veränderung
Gemeindepräsident Simon Thalmann begrüsste die auswärtigen Gäste der Post und die erwartungsvollen Mitbürgerinnen und Mitbürger. „Ein Abbau von öffentlichen Dienstleistungen ist immer mit Emotionen verbunden. So hat auch der Gemeinderat in harten Gesprächen mit der Post eine einvernehmliche Lösung gesucht“. Nach den positiven Erfahrungen in den bereits früher realisierten Umstellungen in Lenggenwil und Zuckenriet sei das Akzeptieren in Niederhelfenschwil leichter gefallen. Dies umso mehr, als das Posthalterpaar Albert und Regina Frey nach ihrem über dreissigjährigen Einsatz gerne etwas früher in die Pension gehen werde. Der „Service public“ sei ein Auftrag des Bundes, müsse jedoch laufend den veränderten Bedingungen angepasst werden.

Post als starke Partnerin
René Wildhaber wies ebenfalls auf die rasanten Veränderungen in der digitalisierten Welt der Handygesellschaft hin. Die stark abnehmende Beanspruchung der Post-Dienstleistungen führe zu Massnahmen, welche die Eigenwirtschaftlichkeit sicherstelle, die im Auftrag des Bundes zu erfüllen sei. „Das Postgesetz legt die Bedingungen für den „Service public“ fest. Die Post macht, was sie darf. Sie arbeitet autonom und ohne Steuergelder. Die Eigentümer aber sind wir alle“, gab Wildhaber zu bedenken. Die Post müsse der Entwicklung folgen, sich anpassen aber auch die Bedürfnisse des ganzen Landes abdecken. Er hoffe, dass sie mit ihrer Strategie den richtigen Weg einschlage. Mit Folien und Statistiken unterstrich der Referent die Ausgangslage und die Entwicklung.

Vor- und Nachteile
Bruno Bleisch sprach über die konkrete Lage in Niederhelfenschwil. In der einvernehmlich getroffenen Lösung werde die Agentur in den Dorfladen Prima integriert. Bei der Partnerschaft Post und örtlicher Laden könnten auch Synergien genutzt werden. Der Referent stellte die möglichen Dienstleistungen bei den neuen Bedingungen vor. „Neben wenigen Nachteilen gibt es aber auch Vorteile. Sicher ergibt sich damit für die Post und die Partner eine Stärkung des Standorts und der Infrastruktur in Niederhelfenschwil“. Vorteilhaft seien zum Beispiel die längeren Öffnungszeiten, ein breites Angebot an Diensleistungen oder ein Bargeldbezug an der eigenen Haustüre. Für grössere Kunden würden individuelle Lösungen vereinbart.

Vorteile auch für den Dorfladen
Synergien erwartet auch Sonja Müller, Besitzerin des Dorfladens und der Bäckerei. „Ich hoffe, dass diese Veränderung auch für unser Geschäft Vorteile bringt. Ausserdem trägt der finanzielle Beitrag der Post zu besserer Wirtschaftlichkeit meines Dorfladens bei“, erwartet Sonja Müller. Der gelbe Aussenbriefkasten werde beim Eingang platziert. Die schmale Posttheke wird in ein zwei Meter breites Warenregal im Verkaufslokal installiert. Nach Aussage der Besitzerin finden die Artikel in anderen Regalen einen Platz.