Das traditionelle Oberuzwiler Weihnachtssingen am Vortag von Weihnachten lockte wiederum eine grosse Schar Dörfler zum festlich geschmückten Dorfplatz. Die Qualität des Weihnachtssingens machte nicht allein die musikalische Begleitung durch die Bläsergruppe der Musik Bichwil-Oberuwil und das Singen der Menschen aus, sondern auch die Verbindung mit tiefer gehenden Gedanken von Yvonne Stadler und dem Märchen, vorgetragen von Lisbeth Wirth.Sich auf Weihnachten einzustimmen, dies nahmen die Bewohner der Gemeinde Oberuzwil in grosser Zahl wahr. Zwar in einfachem Rahmen, aber mit klaren Hinweisen auf die Geburt Christi, ergab sich auch in diesem Jahr eine festliche Stimmung.

Lichtermeer erhellte
Gemeinderat Reto Almer, gab sich zur Begrüssung erfreut über den grossen Aufmarsch der Bevölkerung. Den grossen Lichtstern hatte die Jugendkommission bereit gestellt in Erinnerung an die Caritas-Aktion „Millionen Lichter“. Zum Programm des Weihnachtssingen musizierte die Bläsergruppe der Musik Bichwil-Oberuwil. Die Weihnachtsgedanken trug Yvonne Stadler vor. Die Weihachtsgeschichte für die Kinder seitens Lisbeth Wirth hatte das Suchen von Weihnachten des Eisbären zum Inhalt.

„Ach du liebes Weihnachtsfest“
Die ersten Gedanken zu Weihnachten seitens Yvonne Stadler gingen den Gedanken eines Kellners nach, der zu Weihnachten Dienst hatte. Zwar betrübt, an Weihnachten arbeiten zu müssen, stellt er letztlich fest, dass das Kellnerdasein an Weihnachten doch besser ist, als in diesen Stunden durch die Strassen zu treiben und vor fremden Fenstern stehn.

Von Bescherung anderer Art handelte die zweite Lesung, die Menschen mit einem Traum zu beschenken. Tausend Möglichkeiten, von illusorischen bis zu handfesten Vorschlägen erhielt das Publikum Traumgeschenke serviert. Ein Jedes konnte sich das Beste aussuchen.

Die dritte Lesung galt eingangs dem damaligen Suchen von Maria und Josef nach einer Herberge, überall abgewiesen zu werden. In der Fortsetzung folgte der Hinweis, dass es auch nach über tausend Jahren noch Menschen gibt, welche um Einlass bitten und willkommen sein wollten.

Sehnlichst gewünschtes Zusammensein mit der Familie und den Kindern an Weihnachten hatte der Brief eines Mannes an seine Frau zum Inhalt. Von der Arbeit in klirrender Kälte nach Hause kommend schreibt er seiner Ernestine wie er sich die Stimmung zu Hause vorstellt, wie sich alle wohl überaus glücklich fühlen. Er hofft einfach, dass die Kinder trotz bester Betreuung ihren Vater in der Ferne nicht vergessen. Trotz fern von zu Hause und vielen Entbehrungen dankt er Gott für sein gesegnetes Dasein.

Weihnachten im Sternenhimmel erkannt
Ein Eisbärjunge war Mittelpunkt der Weihnachtsgeschichte von Lisbeth Wirth für die Kinder. Weil er auch einmal Weihnachten erleben will geht er auf die Suche durch die lange dunkle Nacht. Zwar findet er viele Dörfer und deren Menschen die Weihnachten feiern, aber die Erscheinung eines Eisbären kommt gar nicht gut an, die Menschen erschrecken und laufen davon.

Betrübt kehrt er zurück, und legt sich erschöpft unter einer Tanne nieder. Seine Blicke gehen zum Himmel und lassen ihn das Sternenmeer erkennen. Plötzlich habe den Eisbärjungen beim Blick in die Sternenwelt die Weihnachtsstimmung erfasst, erfreut, Weihnachten gefunden zu haben.

Im Anschluss an das letzte Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ waren die Dörfler zu Glühwein und Punsch geladen, verbunden mit dem Genuss von Weihnachtsguetsli.

Weihnachten suchen und finden
Das Suchen von Weihnachten besteht bei den Menschen vielfach eher darin, wie man den Christbaum schmücken will, oder was zum Festmenu aufgetischt werden soll. Mit dem Besuch des Weihnachtssingen wird die andere Ebene des Menschseins angesprochen, sich für ein paar Minuten emotional vom Weihnachtsgeschehen erfassen zu lassen.

Die Eisbargeschichte von Lisbeth Wirth, zwar für die Kinder gedacht, hatte auch für die Erwachsenenwelt etwas Treffendes in sich. Eine ganze Nacht setzte der Eisbär im Märchen ein, um Weihnachten zu finden. Es ist eine Überlegung wert, wie viel Zeit wir Menschen einsetzen, um die Tiefe des Weihachtsgeschehen erfassen zu wollen. Jedenfalls trägt das alljährliche Weihnachtssingen einiges dazu bei, um nicht allein bei der materiellen Vorbereitung hängen zu bleiben..
Niklaus Jung,