Es war bereits die zwölfte alljährlich im September durchgeführte Wanderwoche. Zum zweiten Mal war St. Ulrich im Südtiroler Grödental der Ausgangpunkt für die Wanderungen. Die landschaftlich ausserordentlich abwechslungsreiche Region bietet ein weitverzweigtes Netz an Wander- und Bergwegen. 20 Mitglieder des Männer-Jahrgängervereins 41-45 Wil und Umgebung waren an fünf Tagen auf reizvollen und anspruchsvollen Abschnitten unterwegs.Möglich gemacht hatte die zweite Durchführung der Wanderwoche im Südtirol wiederum Josef Brummer. 19 Kollegen konnten von seiner ausserordentlichen Kenntnis des Grödentals und seiner weiteren Umgebung profitieren. Er hatte wiederum ein sehr ansprechendes und auch recht anspruchsvolles Wanderprogramm zusammengestellt. Ausserdem stand auch diesmal mit dem Hotel Villa Emilia eine geeignete Unterkunft mit guter Verpflegung zur Verfügung.

Über Arlberg und Brenner
Die An- und Rückreise ins Südtirol erfolgte auch in diesem Jahr mit dem Car. Nach frühem Start in Wil ging es zügig über den Arlberg, durchs Inntal bis nach Innsbruck und von dort über den Brenner dem Ziel St. Ulrich entgegen. Schon vor dem Mittag dort angekommen, machten sich die Jahrgänger unverzüglich ins Annatal auf. Im Café Annatal angekommen, wurden sie mit Pauken und Trompeten, beziehungsweise mit Kuhglocken und Fahnen, begrüsst und vorzüglich verpflegt.

Das alles spielte sich bei weitgehend blauem Himmel und Sonnenschein ab. Bei der nachmittäglichen Fahrt mit der Seilbahn zur Seceda kündigte sich ein Wetterumschwung an. Der Abstieg bis zum Col Raiser musste teilweise bereits bei Graupelschauer und leichtem Regen zurückgelegt werden.

Änderungen zwangen sich auf
Am zweiten Tag war Regen nicht bloss vorhergesagt, sondern stellte sich den ganzen Vormittag auch ein. Deshalb wurde statt einer Bergwanderung eine Route im Tal gewählt. Auf dem Poststeig, dem Weg, den ehemals der Postbote von St. Ulrich ins Eisacktal zurückgelegt hat, gelangte man bis am Mittag bewaldeten Abhängen entlang ins Dorf St. Peter. Nach dem Mittagessen führte der Weg weiter talauswärts bis Laion. Der Bus brachte die Wanderer zurück nach St. Ulrich.

Obwohl der Regen in der Höhe als Schnee gefallen war, wagte man sich am dritten Tag auf den Raschötz-Höhenweg. Es gab zwar zu Beginn klamme Finger – vor allem wegen der schneidenden Bise – aber der schneebedeckte Weg war gut begehbar. Dem Mittagshalt in der Brogleshütte folgte der Abstieg über das Annatal zurück ins Hotel.

Der vierte Tag war sonnig. In den oberen Bergregionen aber blieb der Schnee hartnäckig liegen. Deshalb wurde eine Wanderung vom letzten Jahr auf der Seiseralm wiederholt. Die grösste Hochalm Europas und die Berge ringsum zeigten sich von ihrer schönsten Seite. Besonders beeindruckten das Bergmassiv des Schlern und die Langkofelgruppe sowie der Blick ins Tal nach St. Ulrich.

Abschluss und Ausblick
Weil das Wetter im Verlauf der Woche immer besser und etwas wärmer wurde, wagte man sich am fünften Tag auf 2700 Meter Höhe. Die Langkofelscharte wurde über eine Busfahrt nach Wolkenstein, eine Fahrt mit der Gondelbahn nach Ciampinoi – hier wird zur Weltcup-Abfahrt Saslong gestartet – eine Wanderung zum Sellajoch und eine Fahrt mit einem Zweier-Korblift erreicht. Von der Langkofelscharte ging es über einen steilen, schneebedeckten Abhang zur Langkofelhütte. Von dort waren noch 1000 Höhenmeter abwärts, gut verteilt auf einer langen Strecke, zu bewältigen.

Schliesslich waren alle glücklich über den unfallfreien Verlauf einer wunderschönen Wanderwoche, und mit Freude nahmen sie zur Kenntnis, dass Wanderleiter Josef Brummer für nächstes Jahr eine Wanderwoche im Engadin ankündigte.