Dem Kanton ist die Information über die vorgeschlagene Sanierung der Augarten-Kreuzung wichtig. Die Spitze des Baudepartementes hat ihr Gewicht in die Waagschale geworfen. Regierungsrätin Susanne Hartmann, Vorsteherin des Baudepartementes, nahm zusammen mit Kantonsingenieur Marcel John und Projektleiter Balz Ruprecht Stellung. Weil das Problem auch die Autobahnanschlüsse betrifft, war Marcel Weber vom Bundesamt für Strassen (Astra) dabei. Gemeindepräsident Lucas Keel wies auf die Bedeutung der Sanierung für die Gemeinde Uzwil hin.

Wenn nicht von den beiden SVP-Kantonsräten Damian Gahlinger und Bruno Dudli gegenwärtig kräftig die Werbetrommel für den Bau einer Unterführung gerührt würde, wäre kaum eine zusätzliche Information über den in seinen Grundzügen schon recht lange bekannten Lösungsvorschlag nötig gewesen. Man hätte einfach mit mehr oder weniger Geduld auf den erst in drei Jahren vorgesehenen Baubeginn gewartet. Wahrscheinlich im Bewusstsein, dass ausser am Morgen und am Abend während 22 Stunden am Augarten ein gutes Vorwärtskommen möglich ist. Und dass sich für diese zwei Stunden das Nadelöhr zwar besser organisieren, aber nicht zum Verschwinden bringen lässt.

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Regierungsrätin Susanne Hartmann, Vorsteherin des kantonalen Baudepartementes: "Wir setzen alles daran, die unbefriedigende Verkehrssituation beim Knoten Augarten in Uzwil zügig einer Lösung zuzuführen."


Baubeginn im Sommer 2024

Regierungsrätin Susanne Hartmann gab einleitend einen Überblick über den Knoten Augarten und seine Bedeutung. Als Teil der Westumfahrung von Uzwil und als Autobahnzubringer sei er mit durchschnittlich 17'000 Fahrzeugen täglich von überregionaler Bedeutung. Auch die an den Knoten anschliessenden Gupfenstrasse und Bahnhofstrasse mit täglich je 10'000 Fahrzeugen sowie der Knoten Sonnental und die Autobahnanschlüsse seien in die Gesamtbetrachtung einbezogen worden. Die Bestvariante aus den Vorabklärungen sei in drei Teilprojekte unterteilt worden. Für die Sanierung des Knotens Augarten und den Umbau des Knotens Sonnental sei der Kanton St. Gallen zuständig, für die Autobahnanschlüsse das Astra. Der Kanton sei bestrebt, das Projekt Augarten mit einer Kostenfolge von gut 8 Millionen Franken zielstrebig voranzutreiben. In der April- und Junisession wird es im Kantonsrat beraten. Wenn alles optimal laufe, werde im Sommer 2024 mit dem Bau begonnen. Es wird mit einer Bauzeit von zwei Jahren gerechnet. Dann sollen die Kapazität des Knotens erhöht, die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer verbessert, für Radfahrer neue Velowege erstellt und der Bus priorisiert sein.

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Mehr Fahrspuren und Lichtsignal-Steuerung sollen die Verkehrssituation an der Augarten-Kreuzung verbessern.


Intelligent gesteuerte Ampeln

Kantonsingenieur Marcel John und Projektleiter Balz Ruprecht zeigten die Details des Projekts auf. Zentral dabei sind zusätzlich Fahrspuren im Bereich der Kreuzung. Sie sollen die Zahl der Fahrzeuge vor den Ampeln erhöhen und damit eine schnellere Durchfahrt ermöglichen und die Zahl von Autos im Stau verringern. Wichtig ist ausserdem die Steuerung der Lichtsignalanlagen. Wohl schon vor der Fertigstellung der Sanierung der Augarten-Kreuzung steuert das Astra die Zufahrt zur Autobahn ebenfalls mit Lichtsignalanlagen. Alle Lichtsignale werden schliesslich miteinander kommunizieren. Das heisst, sie sollen so eingestellt werden, dass der Verkehrsfluss bedarfsgerecht gesteuert wird.

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Gemeindepräsident Lucas Keel sprach sich unmissverständlich für eine rasche Verwirklichung des vorliegenden Sanierungsvorschlag aus.


«Bauzeit ist inakzeptabel»

Lucas Keel blickte schliesslich als Uzwiler Gemeindepräsident auf die langwierige Vorgeschichte des Sanierungsprojektes zurück. Die Behörde habe die Planung interessiert verfolgt und auch selber immer wieder Vorschläge eingebracht. Oft aber wieder davon Abstand genommen. So sei eine Unterführung der Kreuzung nicht vernünftig realisierbar. Ausserdem würde sie das Verkehrsaufkommen in die Strassen der Gemeinde verlagern. Die Gemeinde Uzwil begrüsse das Sanierungsprojekt des Kantons und hoffe auf eine baldige Realisierung. Als absolut inakzeptabel bezeichnete Keel die Dauer der Bauzeit. Den enormen Verkehr während zwei Jahren stark einzuschränken und auf Umwegen zu führen, sei nicht tragbar.

Andrerseits wünscht sich der Gemeindepräsident von den Autofahrern und auch von den Fussgängern mehr Verständnis. Gewisse Wartezeiten vor einem Rotlicht seien unvermeidbar und müssten in Kauf genommen werden. Nach der Sanierung wird in Aussicht gestellt, dass man bei der Autogarten-Kreuzung auch bei hohem Verkehrsaufkommen nach einer bis zwei Rotlichtphasen freie Fahrt habe. Bis fünf Minuten Wartezeit sind nach Ansicht von Keel vertretbar.