Verkehrsprobleme finden allgemein grosse Aufmerksamkeit – und sie polarisieren. Die Augarten-Kreuzung in Uzwil hat es diesbezüglich in sich – schon jahrelang. 23'000 Fahrzeuge werden hier an Werktagen gezählt. Auf so viel Verkehr ist sie nicht ausgelegt. Weil sie den lokalen Verkehr, jenen der Kantonsstrasse und den Zubringerverkehr zur Autobahn bewältigen muss, sind an der Planung und Realisierung einer Lösung die Gemeinde Uzwil, der Kanton St. Gallen und der Bund beteiligt. Die drei Partner haben sich auf eine Lösung mit zusätzlichen Fahrspuren und aufeinander abstimmbare Lichtsignal-Anlagen geeinigt. Das hindert aber Kantonsrat Damian Gahlinger (SVP, Niederhelfenschwil) nicht, sich nach wie vor mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln für eine Lösung mit Kreiseln und eine Untertunnelung der Augarten-Kreuzung einzusetzen.

Eine Unterführung als Lösung?

In einem lokalen sozialen Netzwerk hat er folgende Botschaft publiziert und mit einem Plan illustriert: «Der Kanton möchte für x Millionen das Lichtsignal ausweiten. Staus und Schleichverkehr blieben bestehen. Die Variante mit einer Unterführung der Hauptachse würde die gewünschte und nötige Entflechtung der verschiedenen Verkehrsteilnehmer ohne ein einziges Rotlicht ermöglichen. Eine Unterführung wird zwar als beste Lösung angesehen, sie wurde trotzdem nie berechnet. Die Wirksamkeit zeigen all die Unterführungen in naher Umgebung. Ich werde mich weiter für eine echte Lösung für diese Region einsetzen und hoffe weiterhin auf Unterstützung.»

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Kantonsrat Damian Gahlinger: «Bei der vorgeschlagenen Lösung mit Lichtsignal-Anlagen wird am falschen Ort gespart. Eine Unterführung der Kreuzung würde das Problem lösen».


Einsatz in der Kommission

Damian Gahlinger gehört im Kantonsrat der vorberatenden Kommission für die Lösung des Augarten-Verkehrsproblems an. Noch in dieser Woche findet eine weitere Sitzung statt. Dabei will er die Mitglieder vor allem von der Notwendigkeit einer Unterführung überzeugen: «Sie allein kann das Problem lösen. Es ist für mich unverständlich, dass sie nie berechnet worden ist.» Gahlinger setzt nach wie vor auf Kreisel, auch an den beiden Autobahnauf- und -abfahrten. Den Fust-Kreisel möchte er mit Bypass-Lösungen optimieren. Bei Stau vor Rotlicht befürchtet er, dass Verkehrsteilnehmer auf Schleichwege ausweichen. Sein Vorschlag enthält auch die Errichtung einer Park-and-Ride-Möglichkeit.

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Gemeindepräsident Lucas Keel: «Der Gemeinderat setzt auf die vorgeschlagene Lösung mit zusätzlichen Spuren und aufeinander abgestimmten Lichtsignal-Anlagen.»


Taten statt Worte

Lucas Keel, Gemeindepräsident von Uzwil, beurteilt die aktuelle Situation gelassen: «Klar ist, dass es keine Lösung gibt, welche nicht auch mit Nachteilen behaftet ist. Es geht also darum, die bestmögliche Variante zu wählen. Für den Gemeinderat ist dies der von Verkehrsplanern aufgezeigte Vorschlag. Und nach mehr als zehnjährigem Hin und Her ist es jetzt an der Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen.» Keel relativiert allerdings auch die Virulenz des Problems, ohne es zu verkennen: «23'000 Fahrzeuge pro Tag sind viel. Aber zu Wartezeiten kommt es eigentlich nur beim Werkverkehr morgens und abends. Das lässt sich mit keiner Lösung ganz vermeiden. Die Planer versichern uns aber, dass sich die Wartezeiten vor den Lichtsignal-Anlagen auch im Jahre 2040 im niedrigen Minutenbereich halten werden.»

Die Lichtsignal-Anlagen weisen gegenüber Kreiseln den Vorteil auf, dass sie sich aufeinander abstimmen lassen. Sie reden gleichsam miteinander, wie es Keel formuliert. Bei Kreiseln aber schiebe sich einfach das Problem vom einen auf den nächsten, im konkreten Fall beispielsweise vom Augarten-Kreisel auf den Badi-Kreisel.

Einen Park-and-Ride-Parkplatz im neuralgischen Punkt zu bauen, macht für den Gemeindepräsidenten wenig Sinn. Auf dem Bühler-Areal stünden 1'300 Parkplätze für die Mitarbeitenden zur Verfügung. Fahrgemeinschaften wären wünschenswert. Aber sie müssten den Knotenpunkt entlasten und sich nicht erst dort bilden.

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So hat Damian Gahlinger seine Lösung aufgezeichnet. Im Kern geht es ihm darum, den Verkehr von  der Gupfenstrasse unter dem Augartenkreisel zur Autobahn zu führen.