Nach der 16. Hauptversammlung mit dem Jahresbericht von Präsident Bruno Dudli im Zentrum zeigte Stefan Hug, Projektleiter Verkehrsplanung beim Tiefbaumt des Kantons St. Gallen, die vorgesehene Verkehrslenkung bei der Augartenkreuzung in Niederuzwil und den Autobahnanschlüssen Uzwil/Oberbüren auf. Die 37 Parteimitglieder, welche der Hauptversammlung im Restaurant Landhaus in Niederuzwil ohne Wortbegehren gefolgt waren, diskutierten die Lösungsvorschläge engagiert und zum Teil emotional. Auf Widerstand stiess vor allem, dass bei der Augartenkreuzung auf einen Kreisel verzichtet wird und dass auch die Autobahnanschlüsse mit Lichtsignalanlagen versehen werden sollen.Verkehrsplaner haben es nicht leicht. Weil die Schikanen, welche sie zur Verkehrsberuhigung vielerorts angebracht haben, vielen Autofahrern ein Dorn im Auge sind, stossen ihre Vorschläge nun generell auf Skepsis. Stefan Hug stellte zwar ein Sanierungsprojekt vor, das den Verkehrsfluss im Staubereich Sonnental – A1-Zubringer – Augarten ohne Schikanen verbessern soll. Allerdings wurden von einigen Votanten auch die zusätzlichen Lichtsignalanlagen als solche empfunden. Kreisel würden zu einem besseren Verkehrsfluss führen, sind sie überzeugt. Und es hätte auch die Tunnelführung der Verbindung von Oberbüren nach Niederuzwil geprüft und berechnet werden sollen.

22'000 Fahrzeuge an Werktagen
Stefan Hug schilderte die seit Jahren kritisierte Ausgangslage. 22'000 Fahrzeuge würden mittlerweile an Werktagen die Augartenkreuzung passieren. Beim Autobahnanschluss häuften sich die Verkehrsunfälle. Der Verkehr weiche durch Oberbüren und auf den Kreisel Sonnental aus. Neben dem Stau in der Morgen- und in der Abendspitze beim Augarten entstehe auch ein Rückstau auf der A1.

Die Vorstudie habe zum Ziel gehabt, den Unfallschwerpunkt zu sanieren, die Massnahmen von Gemeinden, Kanton und Bund zu koordinieren, die Verkehrsführung für Fussgänger und Velofahrer zu integrieren, den Anschlussknoten zu optimieren und eine bestmögliche Variante auszuarbeiten. Der Ausbau müsse eine tragbare Situation zu Spitzenzeiten bringen, ohne für die übrige Zeit zu grosszügig zu sein.

Verkehrsfluss mit Lichtsignalen steuern
Die vorliegende Variante sieht im kritischen Bereich je zwei Spuren zur Autobahn hin und von der Autobahn weg vor. Damit können während der Grünphase doppelt so viele Fahrzeuge auf die Autobahn gebracht werden. Auf den Bau von Kreiseln wird verzichtet. Der Verkehrsfluss soll mittels Lichtsignalen gesteuert werden. Bei der Augartenkreuzung sollen sie bleiben, bei den Autobahnanschlüssen neu die Ein- und Ausfahrten regeln und auch beim Sonnentalkreisel den Verkehrsfluss lenken.

Nach Ansicht der Verkehrsplaner ist ein von Lichtsignalanlagen gesteuertes Verkehrssystem die leistungsfähigste und sicherste Umsetzung für alle Verkehrsteilnehmenden. Die Kosten für alle notwendigen Massnahmen werden auf 6,5 Millionen Franken geschätzt. Es wird mit einer Fertigstellung nicht vor vier Jahren und massiven Auswirkungen während der Bauzeit auf die ohnehin schon prekäre Verkehrssituation gerechnet.

Die Sanierung der Fahrbahn bei der Augartenkreuzung, die sich in einem sehr schlechten Zustand befindet, wäre vor den geplanten Bauarbeiten möglich.

Wahlen rechtzeitig vorbereiten
Bruno Dudli, Präsident der SVP des Kreises Wil, thematisierte die kommenden Wahlen in seinem Jahresbericht und in einem eigenen Traktandum. Die Erfolge bei den letzten Wahlen auf allen politischen Ebenen dürften nicht zu Selbstgenügsamkeit führen. Kandidaten müssten rechtzeitig gesucht und vorbereitet werden. Bei den Kantonsratswahlen werde man sich mehr Zeit bis zum Einreichen der Liste lassen. SVP-Wähler würden die parteieigene Liste unbeachtet ihrer Nummer einwerfen. Auf kommunaler Ebene strebe man vermehrte Mandate an.

Reaktivierte SVP Flawil
Nicht alle Ortsparteien seien gleich aktiv. Die SVP Flawil habe neu lanciert werden müssen. Bruno Dudli dankte Damian Gahlinger und Marc Schönenberger für ihre diesbezüglichen Bemühungen.

Enttäuscht zeigte sich der Präsident über den neugewählten Bundesrat Ignazio Cassis. Den angekündigten Reset-Knopf bezüglich der bilateralen Verträge mit der EU scheine er noch nicht gefunden zu haben. Die FDP versah er mit dem Attribut «rechtsblinkende Linksabbieger-Partei».

AHV Sorge Nummer 1
Bruno Dudli zitierte das durch die CS erstellte Sorgenbarometer. Auf den Plätzen 1 bis 3 finden sich die Altersvorsorge, die Arbeitslosigkeit und die Ausländer. Weil auf nächsten Plätzen auch die EU und die Flüchtlinge figurieren, sieht Bruno Dudli die Schwerpunkte der SVP richtig gesetzt.

Statt die Faust im Sack zu machen und auf die da oben zu schimpfen, riet der Präsident, sich zu engagieren: «Wir müssen den Mut haben, zu unseren Werten zu stehen. Die stillen SVP-Wähler müssen sich outen und ihre Meinung offen kundtun.»

Bruno Dudli appellierte an die Mitglieder, auch an jene ohne ein Mandat, sich in den Arbeitsgruppen der Partei zu engagieren.