Die August Brühwiler AG gehört als Holzindustriebetrieb heute landesweit zu den grössten der Branche. Die Firmengeschichte begann 1903 mit einer bescheidenen aus Wasserkraft betriebenen Sägerei. Heute, mehr als 110 Jahre später, ist das Unternehmen nicht nur auf modernstem technischem Stand, sondern hat auch die Produktionsstätten ständig erweitert und sich flächenmässig stark ausgeweitet. Der firmeneigene Lastwagen beliefert Holzbauer und Schreinereibetriebe in der gesamten Deutschschweiz. Im Sägewerk werden jährlich rund 35'000 Kubikmeter Rundholz aus der Region geschnitten. Um die Kapazitäten zu erweitern und die Ausbeute zu steigern wurde im Jahr 2018 die Gattersägelinie durch eine topmoderne Bandsägelinie ausgetauscht. Daraus werden, unter anderem, rund 8'000 Kubikmeter Schnittholz auf der hochmodernen CNC-gesteuerten Hobelmaschine zu Täfer, für den Innen- sowie Holzschalungen für den Aussenbereich, verarbeitet. Durch die Lackierstrasse fliessen jährlich an die 100'000 Liter lösemittelfreie (in mehr als zweitausend Farbtönen erhältliche) Lasuren und Lacke. Im Jahr 2000 kam mit dem Leimwerk in Fimmelsberg Bissegg eine weitere Produktionsstätte hinzu. Unter dem Motto «Leimholz aus dem Thurgau» werden so jährlich rund 12'000 Kubikmeter Schnittholz aus der eigenen Sägerei zu hochwertigem Leim- und Brettschichtholz verarbeitet.

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Ein Logo das schweizweit bekannt ist; die Firma August Brühwiler AG, mit Hauptsitz in Balterswil.


Die Pioniere in vielerlei Hinsichten

In diversen Aspekten leistet die August Brühwiler AG Pionierarbeit und das seit vielen Jahrzehnten. So läutete das hinterthurgauer Unternehmen mit dem Bau des Lackierwerks im Jahre 1986, vor allem aber mit der ausschliesslichen Verwendung von lösemittelfreien Produkten, eine neue Zeitepoche ein. Mitbewerber zogen erst fünf Jahre später mit vergleichbaren Produkten nach. «Im Bereich der Oberflächenbehandlungen gilt das Unternehmen auch heute noch als Vorreiter. Werden doch in enger Zusammenarbeit mit den verschiedenen Farbherstellern fast Jahr für Jahr neue Akzente gesetzt», sagt David Brühwiler. Mit der Lancierung der Produkte Aqua-Stop und ASS-Alu-Systemen – einer völlig wasserabstossenden und mit einem Schieferdach vergleichbaren lösemittelfreien Oberflächenbehandlung ist dem Familienunternehmen ein weiterer Quantensprung gelungen.

«Heute zählen wir rund 42 Angestellte, wobei wir leider aktuell keine Lernenden ausbilden. Es ist einfach schwierig, geeignetes Personal, insbesondere Schulabgänger, zu finden», sagt Patrick Brühwiler, der die Firma, mit David und August Brühwiler sowie Karin und Rolf Schwager in der vierten und fünften Generation leitet. «Uns geht es indes sehr gut. Wobei auch uns die Coronazeit gefordert hatte, dürfen wir doch mit Bestimmtheit sagen, dass wir diese Krise überstanden haben. Die Bautätigkeit war ja von den Corona-Restriktionen nicht allzu hart betroffen, das spielte uns natürlich in die Karten», sagt David Brühwiler.


Von der Handarbeit zur modernen Holzverarbeitungen

August Brühwiler erinnert sich an seine Anfangszeiten und den damit verbundenen körperlichen Anstrengungen. «Ich weiss noch genau, in Abteilungen, wo einst sieben Mitarbeiter gearbeitet haben, stehen sie heute zu zweit und sorgen für den funktionierenden Betrieb. Es ist schon erstaunlich, wie sich die Modernisierung verbreitet hat, damit sind aber nicht nur positive Aspekte herauszulesen», sagt Augst Brühwiler. «Damit meine ich etwa der Zeitdruck, oder das verlorengegangene Persönliche», so Brühwiler. So war es indes im Jahr 1961, als die Firma ihren ersten Stapler in Betrieb genommen hatte. «Bei der Mechanisierung und Digitalisierung muss man stets dranbleiben. Wer den Anschluss verpasst, verliert», sagt Patrick Brühwiler.

Die neuste Auszeichnung

Die Sektion Lignum Ost hat der August Brühwiler AG für ihre Lagerhalle, beim Leimwerk in Fimmelsberg, das Label «Schweizer Holz» überreicht. «Für die neue Lagerhalle haben wir 190 Kubikmeter Holz aus dem Schweizer Wald einsägen und verbauen können. Das Positive an Holz, ist die Tatsache, dass dieser nachhaltige Rohstoff äusserst schnell nachwächst», sagt August Brühwiler.

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Patrick Brühwiler, David Brühwiler und August Brühwiler (von links) begutachten ihr wichtigstes Gut; das einheimische Holz.