Dank dem privatem Engagement von einzelnen Familien und dem offiziellen Binden von Palmkreuzen bei Gisela Loser, der stellvertretenden Mesmerin, kann die Pfarrei Henau den Palmsonntag traditionell feiern.Der Platz vor dem historischen Turm der St.-Sebastians-Kirche in Henau ist Teil des kirchlichen Lebens. Der Steintisch inmitten von Kieselsteinen, die sich unter Schritten bewegen, symbolisiert das Leben und den Tod. Bei Abdankungen steht der Sarg darauf und am Palmsonntag lagen frische grüne Zweige in Körben darauf. Das Zeichen des Lebens. Zweige, die Pfarrer Georg Schmucki segnete und die später von den Gottesdienstbesucherinnen und -besucher nach Hause genommen und möglicherweise hinter ein Kreuz gesteckt wurden. Tod und Leben nahe beieinander.


Palmen der Dörfer
Die Niederstetter bringen Jahr für Jahr die höchsten Palmen nach Henau. Sie tragen als Kennzeichen des Dorfes auf der Spitze einen Stechpalmenzweig, geschmückt mit Papierrosen. «Haben Sie gesehen, aus Stacheln wachsen Rosen», meinte Pfarrer Schmucki vielsagend, als er die Kinderreihe abschritt, und die schön gebundenen und verzierten Palmen segnete. Darunter war auch eine von Sonnental mit violettem und weissem Krepppapier verziert.

Die Kinder trugen danach die Palmen in die Kirche und Henauer Viert- und Fünftklässler gestalteten zusammen mit Katechetin Isabella Geisser den Palmsonntaggottesdienstes mit. Sie spielten Römer, Schriftgelehrte und das einfache Volk, das Jesus zujubelt, als er auf einem jungen Esel in Jerusalem einzieht. «Hosianna – Hilf doch», rufen sie ihm zu und «Hosianna – Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn»; denn beides wird mit dem Ruf Hosianna verbunden. «Das ist doch nicht normal, wie das Volk diesem Jesus zujubelt oder etwa doch?», zeigten sich die Schriftgelehrten verunsichert.


Ein König hoch zu Esel?
In der Karwoche überschlagen sich die Ereignisse. Der Jubel und die Zurufe werden von Verrat und dem Tod am Kreuz abgelöst, gefolgt von Ostern, dem Fest der Auferstehung. Pfarrer Georg Schmucki nahm das Bild mit dem reitenden Jesus hoch zu Esel auf. Ein Mächtiger oder eine Mächtige dieser Welt auf einem Esel; ein Staatpräsident etwa oder eine Königin? Die Menschen in der Kirche lachten. Nein, die Mächtigen kommen hoch zu Ross, markieren ihre Stärke, schauen auf die anderen hinunter.


«Welche Stärke liegt in diesem Bild von Jesus auf einem jungen Esel? Was sagt das über Gott aus?», fragte der Prediger und lud ein, während der Karwoche darüber nachzudenken. Da kommt einer, der den Frieden will, ein Friedenskönig, denn auf einem Esel ist kein Krieg zu gewinnen, der teilt, der mitten im Leben steht, der sich mit dem Staub des alltäglichen Lebens auskennt, der bei den Kleinen und Schwachen ist, der heilt und hilft.
Die musikalische Gestaltung des Palmsonntagsgottesdienstes übernahmen David Karrer, Euphonium, und Simon Hofer an der Orgel.