Trotz Ferienzeit und sommerlicher Hitze liessen es sich um die 40 Brenner, Brennauftraggeber und Gäste nicht nehmen, bei der diesjährigen Prämierung der edlen Delikatessen im Landwirtschaftlichen Zentrum in Flawil dabei zu sein. Richard Hollenstein, Leiter der Fachstelle Obstbau am Landwirtschaftlichen Zentrum in Flawil zeigte sich beeindruckt über die Innovationen in der Herstellung von Edelbränden. Zu den klassischen Fruchtbränden aus Apfel, Birnen, Quitten, Zwetschgen, Kirschen und Trauben gesellen sich heute Whisky, Wodka, Gin, Rum, Vieille-Produkte und auch Liköre. Damit werde die Auswahl zum Prämieren immer grösser, was verständlicherweise für den Verkauf förderlich sei und das Interesse bei der Kundschaft wecke. Hingegen warnte er, die ursprünglichen, klassischen Fruchtbrände, wie man sie seit Jahrhunderten kenne, nicht zu vernachlässigen. Auch wenn Konsumenten Neuheiten lieben und diese auch von Modeströmungen profitieren, gehören die regionalen Fruchtbrände nach wie vor zu den traditionellen Gaumenfreuden.

Frauen auf dem Vormarsch

Mit den Aktivitäten rund um die Herstellung von Edelbränden will das Landwirtschaftliche Zentrum auch zur Erhalten des Brennereigewerbes in der Ostschweiz beitragen, erklärte Richard Hollenstein weiter. Er freute sich, dass in diesem Jahr auch vermehrt junge Brenner ihre Brände eingereicht haben. Damit sei die Angst von einer Überalterung vom Tisch. Mit Freude habe er auch festgestellt, dass vermehrt Frauen in die hohe Kunst des Brennens einsteigen. Von den sechs anwesenden Brennerinnen, erreichten Ursi Koch aus Braunau bei der Gruppe Zwetschge und Elvira Müller aus Bauma bei der Gruppe Apfel gar die höchsten Prämierungen. Hollenstein gratulierte allen zu den guten Resultaten.

83 Prozent mit Auszeichnung

Richard Hollenstein schilderte, wie die Degustation der 102 eingeschickten Brände am 11. Juni vonstattenging. In Dreiergruppen wurden die Edelbrände durch geschulte Prüfer nach dem 20-Punktesystem bewertet. Dabei wurden Sauberkeit, Geruch, Geschmack und Gesamteindruck benotet. Pro Kriterium wurden maximal fünf Punkte vergeben, auch eine kurze Charakterisierung gehörte dazu. Die Resultate wertet der Fachstellenleiter als sehr gut und äusserst verlässlich. Deshalb konnten von 102 eingereichten Mustern 85 Auszeichnungen mit minimal 16 Punkten vergeben werden. Damit erreichten 83 Prozent der eingereichten Brände eine Auszeichnung. Einzig bei einer Handvoll Bränden sei noch Verbesserungspotenzial vorhanden. 

Gewinner mit der Maximalpunktzahl:

  • Gruppe Apfel: Elvira Müller, Bauma mit Heimat Gravensteiner
  • Gruppe Birne: Christian Ramer, Tscherlach mit Gelbmöstler
  • Gruppe Traubentrester: Ruedi Kobelt, Marbach mit Rheintaler Marc
  • Gruppe Quitte: Zogg Mosterei-Brennerei, Grabserberg mit Quitten
  • Gruppe Zwetschge: Ursi Koch, Braunau mit Bächlingen, Fellenberg Edelbrand
  • Gruppe Wild/Wurzeln: Zogg Mosterei-Brennerei, Grabserberg mit Absinth
  • Gruppe Gin: Destillaria Daguot GMbH, Illanz mit Surselva Gin
  • Gruppe Spirituosen: Zogg Mosterei-Brennerei, Grabserberg mit Génépi
  • Gruppe Whisky/Getreide: Ruedi Kobelt, Marbach mit Glen Rhine Whiskey
  • Gruppe Vieille: Fabian Kunz, Forch mit Alte Quitte
  • Gruppe Likör: Bruno Eschmann, Niederbühren mit Sauerkirsch-Likör Blütenzauber
  • Gruppe Beeren: Destillaria Daguot GMbH, Illanz mit Surselva Himbeere