Die Amtsberichte der politischen Gemeinde Uzwil sind seit einigen Jahren sehr attraktiv und modern gestaltet und illustriert. «Verblüffend» ist der neueste Amtsbericht überschrieben. Verblüffend sind die zahlreichen geometrisch wirkenden Fotos von Peter Dotzauer, Henau. Alles perfekte Aufnahmen aus der Vogelschau. Verblüffend sind auch etliche Informationen aus dem Gemeindegeschehen.Bekanntes und Neues sei im Amtsbericht der Gemeinde zu finden, verspricht Gemeindepräsident Lucas Keel im Vorwort. Aus der Sicht der Verwaltung ist natürlich der Bezug des neuen Gemeindehauses und damit die Zentralisierung am Stickereiplatz das herausragende Neue in der fünftgrössten Gemeinde des Kantons St. Gallen.

Senkrecht von oben
Perspektiven seien dann besonders spannend, wenn sie aussergewöhnlich seien, hält Lucas Keel fest. Nicht unserem Alltagsblick entsprechen die Aufnahmen des Henauer Fotografen Peter Dotzauer. Die Bilder sind alle senkrecht von oben eingefangen und weisen alle – unabhängig vom Sujet – eine verblüffende Ästhetik auf.

Langfristige Entwicklung im Auge
Der Gemeindepräsident spricht einige Bereiche in seinem Vorwort an. Die Bautätigkeit in der Gemeinde sei unvermindert hoch. Entscheidend für die langfristige Entwicklung der Gemeinde sei aber die Qualität der Bauprojekte. Weil das, was gebaut werde, die Gemeinde für Jahrzehnte präge, mische sie sich wo nötig ein.

Der stabile Arbeitsmarkt zeitige tiefe Sozialkosten. Die für viele Unternehmen und Arbeitgeber positive Wirtschaftsentwicklung habe gute Steuererträge zur Folge gehabt. Damit liessen sich auch Investitionsvorhaben der Gemeinde zu langfristig guten Konditionen finanzieren. Die Betriebsrechnung der Gemeinde schliesst um 2,8 Millionen Franken besser als budgetiert ab.

Keine Kostenüberschreitung
19,3 Millionen Franken ist der stolze Betrag, der 2013 für das neue Gemeindehaus bewilligt worden ist. Die Bauabrechnung liegt noch nicht vor, aber die Prognose, dass es keine Kostenüberschreitung gebe. Das im Hinblick auf den Bezug des Neubaus geschaffene neue Logo nimmt Bezug auf den Standort. Weil dort ab 1882 wertvolle Stickereien produziert wurden, sind das Logo der Gemeinde, Stickereizeichnungen, stilisierte Ornamente und sogar eine Stickereitapete sowie die neue Ortsbezeichnung (Stickereiplatz 1) eine Referenz an die Herkunft.

Kickoff des Jugendgemeinderates
Im Mai 2017 ist der Behörde der Auftrag erteilt worden, die Bildung eines Jugendgemeinderates zu prüfen. Im Amtsbericht erfährt man nun, dass die Idee vor der Realisierung steht. Zielgruppe sind die 14 bis 25jährigen. Ab August 2018 sollen die Jugendlichen informiert werden, und im September ist eine Kickoff-Veranstaltung vorgesehen.

Aus der Statistik
Uzwil zählte Ende Jahr 12'748 Einwohner. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von 61 Personen. Die Zahl der Schüler stieg von 1'498 auf 1'537. Die Zahl der Baubewilligungen ging von 331 auf 309 zurück.

Die Feuerwehr hatte 107 Einsätze zu leisten. 2016 waren es 99 Einsätze. Die Zahl der Gesetzesverstösse stieg von 22 auf 24,9 pro 1000 Einwohner.

Die Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung sind im Durchschnitt 44 Jahre alt und arbeiten seit zehn Jahren bei der Gemeinde. 52 Prozent der Mitarbeitenden sind Frauen. 36 Prozent des Personals haben eine Teilzeit-Anstellung.

Mit dem «Uzwiler Blatt» verfügt die Gemeinde über ein eigenes Publikationsorgan. 2017 sind 44 Ausgaben in die Haushaltungen der sieben Dörfer verteilt worden.

Neuzuzügerapéros sind in den Frühlingsmarkt und das Beachbattle integriert worden. Der Frühlingsmarkt sprach eher Familien und Senioren an, das Sandturnier die Jugendlichen und die jungen Erwachsenen.

Zum 90. Geburtstag konnte 30, zum 95. Geburtstag vier Mitbürgern gratuliert werden. Zwei Personen feierten ihren 100. Geburtstag.

Umgang mit den Schwächsten
Für die Sozialhilfe hat Uzwil im abgelaufenen Jahr 1,96 Millionen Franken aufgewendet. In der Gemeinde wurden über 6 Millionen Franken an Invalidenrenten, fast 7 Millionen Franken Ergänzungsleistungen und beinahe 22 Millionen Franken an AHV-Renten ausgerichtet. Die stationäre Pflegehilfe kostete 1,5 Millionen Franken. Im Asylbereich nahm die Gemeinde zehn Menschen auf.

Augarten-Kreuzung steht auf Orange
22'000 Autos passieren täglich die Augarten-Kreuzung. Sie gehört dem Kanton, aber die Gemeinde drängt auf Sanierung. Noch aber stehen die Ampeln nicht auf Grün, höchstens auf Orange. Ein Gesamtkonzept liegt vor. Der Verkehr soll mit Lichtsignalanlagen gesteuert werden: beim Augarten, bei den Autobahn-Ein- und Ausfahrten und beim Sonnentalkreisel. Die Bauarbeiten sollen 2020 beginnen und 2022 abgeschlossen werden.

Innere Verdichtung als Ziel
Vor zehn Jahren hat Uzwil mit der Richtplanung die Weichen auf innere Verdichtung gestellt. Die direkte Folg sei eine Stagnation der Bautätigkeit gewesen, wird im Amtsbericht ausgeführt. Nachdem sich die Raumplanung auch national gewandelt habe, zahlten sich die Bemühungen Uzwils aus. Es füllten sich die Lücken im Innern, und es werde auch genügend grüne Wiese zur Bebauung frei gegeben. Eine grosse Zahl von Arealentwicklungen sei in Planung oder Vorbereitung.