Das Wiler Parlament beschloss am Donnerstag bei der Behandlung des Leitbildes eine autofreie Altstadt als Ziel ins Dokument aufzunehmen. Der Antrag der SP-Fraktion erhielt noch Unterstützung seitens Guido Wick von der Fraktion „Grüne/prowil“, dies in einem Gesamtkonzept der Parkplatzorganisation anzugehen. Der Zusatz im Leitbild erhielt mit 17:19 Stimmen Zustimmung.Die Ideen für eine lebendige Altstadt gingen bei der Behandlung des Leitbildes teils sehr weit. Das Leitbild aus dem Jahre 1998 erforderte eine Erneuerung, um der rückläufigen Entwicklung im Bereich der Geschäfte entgegen zu wirken.

Die Altstadt für Flanieren interessant machen
Die Altstadt Wil autofrei zu halten, war schon in früheren Jahren ein Thema. Bisher wurde das Festhalten an der Zufahrt und dem Erhalt von Parkplätzen darin begründet, dass die Poststelle in der Altstadt dies erfordere. Mit der Aufhebung der Poststelle Altstadt hält diese Begründung nicht mehr. Der beschlossene Passus will die Altstadt nur noch für Zulieferer befahrbar lassen und an Stelle der Parkplätze räumliche Gestaltung ermöglichen.

Der Vorstoss der SP-Fraktion für eine autofreie Altstadt fand auch seitens Guido Wick von der Fraktion „Grüne/prowil“ und von Roman Rutz (EVP) Unterstützung. Wick ging noch einen Schritt weiter, indem er den Stadtrat aufforderte, ein Konzept zu erstellen wo die wegfallenden Parkplätze allenfalls Ersatz finden. Es müsse ein Zirkulieren in der Stadt vermieden werden. Nach Roman Rutz ist die aktuelle Situation mit Parkieren in der Altstadt nicht mehr tragbar, wenn laufend auch auf dem Hofplatz Autos abgestellt werden. Gegen eine Aufhebung der Parkplätze votierte Erwin Böhi von der SVP, die Geschäfte seien auf die Parkplätze für ihre Kundschaft angewiesen.

Gestaltung verpasst
Weiter muss die Schule nach Ansicht der Fraktion „Grüne/prowil“ im Leitbild zwingend Erwähnung erfahren. Unterdessen seien im Kirchplatzschulhaus 200 Kinder präsent, welche direkt mit der Ausgestaltung der Altstadt in Verbindung stehen.

Eva Noger von der Fraktion „Grüne/prowil“ kritisierte das Vorgehen bei der Neuverlegung der Werkleitungen in der Altstadt. Man habe es verpasst mit dem Ersatz des Belages neue Ideen in der Belagswahl einfliessen zu lassen. Mit dem neuen Papier müssten neue Ideen Einzug halten. Die Beruhigung der Altstadt müsse ohne Strassenausbau stattfinden, ohne dabei den Erhalt der Geschäfte zu vernachlässigen.

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Die Altstadt für Flanieren und Märkte autofrei halten, so die mehrheitliche Vorstellung des Wiler Parlaments. Flanieren ohne Autoverkehr ermöglichen.