Zwischen dem 29. September und dem 15. Oktober kontrollierten Verkehrspolizisten im Nachbarkanton 105 Motorfahrzeuge, die innerorts durch übermässige Lärmentwicklung aufgefallen waren. 

26 Fahrzeuglenkende wurde wegen Verursachen von übermässigem Lärm beim zuständigen Statthalteramt verzeigt. Bei 25 von ihnen wurden illegale Abänderungen an den Fahrzeugen festgestellt. 24 der entsprechenden Motorfahrzeuge wurden stillgelegt, indem die Fahrzeugausweise und die Kontrollschilder eingezogen wurden.

Bei den Analysen der Fahrzeuge wurden bearbeitete oder ausgebaute Katalysatoren sowie entfernte Schalldämpfer aus dem Auspuffstrang festgestellt.   

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So berichtete hallowil.ch bisher (2.9.21) 

In seiner schriftlichen Stellungnahme berichtet der Stadtrat von semistationären Radarmessanlagen an neuralgischen Stellen. Im Mai 2021 wurde etwa ein entsprechendes Gerät an der Mattstrasse aufgestellt. «Gemäss Rückmeldungen von Anwohnerinnen und Anwohnern habe sich die Situation stark verbessert», schreibt der Stadtrat.

Auf die Frage im Vorstoss, ob der Stadtrat bereit sei ein wirksames Konzept gegen Autoposer auszuarbeiten und umzusetzen, antwortet dieser, er begrüsse intensivere polizeiliche Verkehrskontrollen. Die Kantonspolizei habe ihre Kontrolltätigkeit bereits verstärkt und werde diese im Kantonsgebiet koordiniert weiterführen. Diese zeigt Wirkung, auch wenn die Poser gemäss Stadtrat behaupten, davon liessen sie sich nicht beeindrucken.

Zusätzliche Stadtpolizei 

Im Weitern prüft der Stadtrat eine Aufstockung der Stadtpolizei sowie die Anschaffung entsprechender technischer Mittel, wie mobiler Laser-Geschwindigkeitsmessgeräte. Da die gesetzlichen Grundlagen fehlen ist ein automatisches Erfassen von übermässig lauten Fahrzeugen gemäss Stadtregierung derzeit nicht möglich. Zudem seien die entsprechenden technischen Geräte erst im Versuchsstadium.

Im vergangenen Jahr wurde laut der stadträtlichen Antwort im Kantonsgebiet 380 Verkehrsteilnehmende wegen übermässiger Geschwindigkeit, wegen Lärmbelästigung und wegen unerlaubter technischer Änderungen angezeigt; 41 Fahrzeuge wurden stillgelegt.

In der Stadt Wil wurden im letzten Jahr 38 Personen wegen übermässiger Lärmbelästigung angezeigt. Bezüglich unerlaubter technischer Änderungen waren es 37. Im laufenden Jahr wurden bis zum 21. Juli 15 Personen wegen übermässiger Lärmbelästigung und 17 Personen wegen unstatthaften technischen Änderungen zur Anzeige gebracht.      

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So hat hallowil.ch bisher berichtet (26.8.21)

Am Mittelmeer, in Nizza, leidet man unter ähnlichen Problemen wie in Wil: leistungsstarke Autos und Motorräder belästigen die Einwohner und die Besucher mit ihrem Krach. Um die Verkehrsteilnehmenden zu vermehrter Rücksichtnahme zu bewegen, leuchten roten Signaltafeln auf, wenn die Schwelle von 90 Dezibel überschritten wird. Zehn derartige Leuchttafeln sind im Stadtgebiet aufgestellt.

Temporäre Geschwindigkeitslimiten

An einzelnen bei Motorradfahrenden beliebten Strecken wurden in Frankreich bereits Lärmmessgeräte aufgestellt. Dort ist im Strassenverkehr ein Grenzwert von 80 Dezibel statthaft. Um die Belästigung von Anwohner zu reduzieren, wurde an neuralgischen Strecken an Wochenenden und an Feiertagen die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 60 Stundenkilometer beschränkt.

Ab November werden im Weiteren in acht Städten neuartige Messgeräte getestet. Sie messen mehrmals pro Sekunde den Lärm in ihrer Umgebung. Sie werden mit einer Kamera und einem Lesegerät für Kennzeichen kombiniert, damit der lärmverursachende Fahrer zur Rechenschaft gezogen werden können. 

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So hat hallowil.ch bisher berichtet (13.8.21)

Illegales Chiptuning erzeuge unverhältnismässig viel Lärm und beeinträchtige die Sicherheit auf der Strasse, schrieb die Zürcher Grüne Marionna Schlatter in einem Postulat im Nationalrat. Sie will vom Bundesrat wissen, ob Statistiken über die Erfassung von illegalem Chiptuning geführt werden. Im Weiteren erkundigt sie sich bei Bundesrat, wie dem zunehmendem Problem von illegalem lärm- und leistungssteigernden Tuning begegnet werden kann. Der Bundesrat seinerseits beantragte Annahme des Postulates.

Kommission fordert Bericht

Auch in der ständerätlichen Verkehrskommission fordert eine Mehrheit Massnahmen. Der Bundesrat soll gemäss ihrem Antrag strengere Massnahmen gegen übermässigen Motorenlärm ergreifen. Zudem soll er aufzeigen, wie das lärmerzeugende Tuning von Motorfahrzeugen besser sanktioniert werden kann. Der Bundesrat soll in einem Bericht weiter darlegen, welche Instrumente zur Lärmerfassung eingesetzt werden können.

Zudem soll der Bundesrat ein generelles Fahrverbot für besonders laute Fahrzeuge auf gewisse Strecken in Betracht ziehen. Auch höhere Bussen, Führerausweisentzüge sowie Beschlagnahmung von Fahrzeugen solle der Bundesrat prüfen.

Für die zuständige Bundesrätin Simonetta Sommaruga besteht Handlungsbedarf, das Problem habe sich in den letzten Jahren zugespitzt und die Kantone wünschten sich stärkere Unterstützung.   

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So hat hallowil.ch bisher berichtet (1.6.21)

Autoposer: In Wil eine seit Jahren andauernde Belästigung

Am 20. Mai 2021 reichte der Fraktionspräsident der SVP, Benjamin Büsser, einen parlamentarischen Vorstoss zur Autoposer-Plage in Wil ein. 19 Parlamentsmitglieder aus unterschiedlichen Parteien unterzeichneten die Interpellation, die vom Stadtrat Auskünfte zum Thema verlangt. Das Lärmproblem durch rücksichtlose Fahrer wartet in der Äbtestadt seit vielen Jahren auf eine Lösung. 

Die Parlamentsangehörigen wollen gemäss Interpellationstext wissen, welche Massnahmen der Stadtrat bisher getroffen hat, «um die Entwicklung von Wil als Autoposer-Brennpunkt zu verhindern.» Im Weiteren soll der Stadtrat die Frage beantworten, ob er wirksames Konzept gegen die Autoposer ausarbeiten und konsequent umsetzen will.

Frühere Betroffenengemeinschaft

Über 30 Einwohnerinnen und Einwohner aus verschiedenen Quartieren Wils haben sich bereits im Sommer 2009 in einer Interessengruppe von Betroffenen zusammengeschlossen. Die Mitglieder aus unterschiedlichen Altersgruppen und Berufen wehrten sich laut damaliger Medienmitteilung gegen übermässigen Lärm durch getunte Autos, aggressiven Fahrstil und sinnloses Zirkulieren in Wil. «Sie fordern, dass sich die Stadtverantwortlichen vermehrt für die konsequente Durchsetzung der gesetzlichen Bestimmungen engagieren. Mit weiteren konkreten Massnahmen seitens der Stadt soll die häufige Belästigung und Gefährdung der Anwohnerinnen und Anwohner verhindert werden.»

Anwendung der Gesetze

Im seinerzeitigen Pressecommunique heisst es weiter: «Die Kerngruppe der <Interessengemeinschaft Strassenlärm Wil> gelangt mit verschiedenen Forderungen an den Wiler Stadtrat: Das Schweizerische Strassenverkehrsgesetz verbietet in Artikel 42 jede vermeidbare Belästigung von Anwohnern durch Lärm und weitere Immissionen durch Fahrzeuglenker. Auch das Erschrecken von Tieren muss laut Gesetz vermieden werden.»

Höhere Polizeipräsenz

Die IG verlangte, dass diese Bestimmungen in Wil rigoros angewendet werden. Autos mit lautstark getunten Motoren sollen auf dem Stadtgebiet generell nicht mehr toleriert werden. «Um diese Forderung durchzusetzen, soll der örtliche Polizeiposten rund um die Uhr besetzt sein, damit ein umgehendes Eingreifen gewährleistet ist. Mobile Polizeistreifen sind täglich, insbesondere auch abends und an den Wochenenden, an den besonders neuralgischen Strassen und Kreuzungen präsent.»

Bauliche Massmassnahmen

Da sich die entsprechenden Autofahrer mit Handys gegenseitig warnen, soll die Polizei in Zivilfahrzeugen vor Ort sein, hiess es weiter. «Häufige Ausweiskontrollen sowie exemplarische Strafen für Raser und Lärmverursacher veranlassen fehlbare Lenker zu einer rücksichtsvolleren Fahrweise. Zusätzlich helfen mobile Radaranlagen auf dem Stadtgebiet delinquierende Fahrer konsequent zur Verantwortung zu ziehen.» Im Weiteren sollen der Einbau von Schwellen und das Aufstellen von Pflanzenkästen an von Rasern besonders belasteten Strecken und Kreiseln die Passanten und Anwohner besser schützen.

Erfolgreiche Unterschriftensammlung

In der Folge erreichte die «Interessengemeinschaft Strassenlärm Wil» starke mediale Aufmerksamkeit. Sie nahmen bei Runden Tischen mit der Polizei und Behördenvertreten teil, sie organisierte weiter ein entsprechendes Podiumsgespräch und sie sammelte über 1000 Unterschriften für eine Petition, die eine besseren Schutz der Bevölkerung vor der Lärmbelästigung durch die Poser forderte. In der Folge wurden die sichtbare sowie die diskrete Polizeipräsenz deutlich erhöht.