Die Parlamentsangehörigen wollen gemäss Interpellationstext wissen, welche Massnahmen der Stadtrat bisher getroffen hat, «um die Entwicklung von Wil als Autoposer-Brennpunkt zu verhindern.» Im Weiteren soll der Stadtrat die Frage beantworten, ob er wirksames Konzept gegen die Autoposer ausarbeiten und konsequent umsetzen will.

Frühere Betroffenengemeinschaft

Über 30 Einwohnerinnen und Einwohner aus verschiedenen Quartieren Wils haben sich bereits im Sommer 2009 in einer Interessengruppe von Betroffenen zusammengeschlossen. Die Mitglieder aus unterschiedlichen Altersgruppen und Berufen wehrten sich laut damaliger Medienmitteilung gegen übermässigen Lärm durch getunte Autos, aggressiven Fahrstil und sinnloses Zirkulieren in Wil. «Sie fordern, dass sich die Stadtverantwortlichen vermehrt für die konsequente Durchsetzung der gesetzlichen Bestimmungen engagieren. Mit weiteren konkreten Massnahmen seitens der Stadt soll die häufige Belästigung und Gefährdung der Anwohnerinnen und Anwohner verhindert werden.»

Anwendung der Gesetze

Im seinerzeitigen Pressecommunique heisst es weiter: «Die Kerngruppe der <Interessengemeinschaft Strassenlärm Wil> gelangt mit verschiedenen Forderungen an den Wiler Stadtrat: Das Schweizerische Strassenverkehrsgesetz verbietet in Artikel 42 jede vermeidbare Belästigung von Anwohnern durch Lärm und weitere Immissionen durch Fahrzeuglenker. Auch das Erschrecken von Tieren muss laut Gesetz vermieden werden.»

Höhere Polizeipräsenz

Die IG verlangte, dass diese Bestimmungen in Wil rigoros angewendet werden. Autos mit lautstark getunten Motoren sollen auf dem Stadtgebiet generell nicht mehr toleriert werden. «Um diese Forderung durchzusetzen, soll der örtliche Polizeiposten rund um die Uhr besetzt sein, damit ein umgehendes Eingreifen gewährleistet ist. Mobile Polizeistreifen sind täglich, insbesondere auch abends und an den Wochenenden, an den besonders neuralgischen Strassen und Kreuzungen präsent.»

Bauliche Massmassnahmen

Da sich die entsprechenden Autofahrer mit Handys gegenseitig warnen, soll die Polizei in Zivilfahrzeugen vor Ort sein, hiess es weiter. «Häufige Ausweiskontrollen sowie exemplarische Strafen für Raser und Lärmverursacher veranlassen fehlbare Lenker zu einer rücksichtsvolleren Fahrweise. Zusätzlich helfen mobile Radaranlagen auf dem Stadtgebiet delinquierende Fahrer konsequent zur Verantwortung zu ziehen.» Im Weiteren sollen der Einbau von Schwellen und das Aufstellen von Pflanzenkästen an von Rasern besonders belasteten Strecken und Kreiseln die Passanten und Anwohner besser schützen.

Erfolgreiche Unterschriftensammlung

In der Folge erreichte die <Interessengemeinschaft Strassenlärm Wil> starke mediale Aufmerksamkeit. Sie nahmen bei Runden Tischen mit der Polizei und Behördenvertreten teil, sie organisierte weiter ein entsprechendes Podiumsgespräch und sie sammelte über 1000 Unterschriften für eine Petition, die eine besseren Schutz der Bevölkerung vor der Lärmbelästigung durch die Poser forderte. In der Folge wurden die sichtbare sowie die diskrete Polizeipräsenz deutlich erhöht.