Die Generalversammlung der Raiffeisenbank der Regio Uzwil hat immer einen Akzent in der Agenda der zugehörigen Dörfer gesetzt. Über 2000 der 10'500 Mitglieder der Genossenschaft liessen es sich jeweils nicht nehmen, am gesellschaftlichen Anlass dabei zu sein. Entweder im Uzwiler Gemeindesaal oder im Mehrzwecksaal des Oberstufenzentrums Thurzelg in Oberbüren fand der Hauptanlass statt. Er ist in den anderen Hauptsaal sowie ins evangelische Kirchgemeindehaus in Niederuzwil, in die Turnhalle Schwarzenbach und in den Gemeindesaal in Niederbüren simultan übertragen worden. Überall sind die Versammelten mit Informationen versorgt worden und konnten an den Abstimmungen teilnehmen. Neben einem Nachtessen lockten auch kulturelle Darbietungen zur Teilnahme. In diesem Jahr wollte man die Jubiläen 110 Jahre Raiffeisenbank Uzwil, 100 Jahre Raiffeisenbank Niederbüren und 10 Jahre Raiffeisenplatz Niederuzwil besonders feierlich mit verschiedenen Showacts begehen.

Lähmende Ungewissheit

Das Coronavirus hat die auf Freitag, 13. März anberaumte Generalversammlung verunmöglicht. Am Mittwoch nun ist über die aktuelle Situation im Bankenalltag und bezüglich der Ersatzmöglichkeiten für die Generalversammlung orientiert worden. Aldo Kopp, Vorsitzender der Bankleitung, betonte gleich einleitend, dass man sich stündlich einer veränderten Situation gegenübersehe. Bezüglich der Generalversammlung und der an sich zwingenden Rechnungsablage im ersten Halbjahr müsse der Verlauf der Pandemie abgewartet werden. Denkbar sei, eine Generalversammlung in eingeschränktem Rahmen durchzuführen. Die bundesrätliche Verordnung lasse eventuell auch eine schriftliche Abstimmung zu. Die Auszahlung des Zinses für die Anteilscheine könne jedenfalls ohne Abnahme der Jahresrechnung nicht erfolgen. Möglich wäre es auch, an einer späteren Generalversammlung die Jahresrechnungen 2019 und 2020 separat traktandiert zu verabschieden.


Auf Notwendiges konzentriert

Von den rund 40 Mitarbeitenden der Raiffeisenban Regio Uzwil arbeiten gegenwärtig die Hälfte im Homeoffice von zu Hause aus. Die Bank ist aber nach Aussage von Aldo Kopp in der Lage, jederzeit alle Bankdienstleistungen zu erbringen. Der Bargeldverkehr, der sich in den vergangenen Jahren dezimiert habe, sei seit der Viruskrise weiter zurückgegangen. Das ist gemäss Bankleiter Kopp gut. Deshalb sein Appell: «Verzichten Sie aus Hygienegründen möglichst auf die Verwendung von Bargeld.» Damit werde ein Beitrag zur eigenen Sicherheit, aber auch zu jener der Empfänger geleistet.

Im Interesse der Sicherheit des eigenen Personals und um die Leistungsfähigkeit weiter zu garantieren, hält die Raiffeisenbank Regio Uzwil ab Montag, 23. März nur noch die beiden Bankgebäude in Niederuzwil und Oberbüren offen. Die Geschäftsstellen in Schwarzenbach und Niederbüren bleiben vorübergehend geschlossen. Tresorfachbesuche sind unter vorgängiger telefonischer Terminvereinbarung möglich.

Diversifikation ist ratsam

Albert Waser, Leiter Vermögensverwaltung, warf einen Blick auf das Anlagegeschehen. Die jüngsten Entwicklungen hätten einmal mehr gezeigt, wie wichtig eine breite Diversifikation sei. Neben Aktien müsse auch in Obligationen, Gold und Immobilien investiert werden. Panikreaktionen müssten unbedingt vermieden werden. Emotionen seien im Anlagebereich schlechte Ratgeber.

Abgesagte Generalversammlungen

Zwei weitere regionale Banken haben ihre Generalversammlung auf unbestimmte Zeit verschoben. Die GV der Clientis Bank Oberuzwil war auf Freitag, 27. März angesagt. Die Raiffeisenbank Wil und Umgebung hätte ihre GV bereits traditionell anlässlich von drei Vorstellungen im Zirkus Knie durchgeführt. Am 2., 3. und 5. April wird es in Wil weder eine Bank-GV noch Vorstellungen des Zirkus Knie geben. Die Ersatzformen der Versammlungen sind noch in Abklärung.