«Wir machen Musik aus Freude und zur Freude» betonte Thomas Gmünder am Sonntagabend. Wir spielen jeweils um die Tage der Bundesfeier, und das seit sieben Jahren. Diese sicht- und spürbare Freude sprang sofort auf die Gäste über, die den Abend – im schön kühlen Gotteshaus – in vollen Zügen genossen.

Profis und Amateure
Die drei Profis und drei Amateure zeigten sich als sehr versierte und vielseitige Tonkünstler und überraschten mit dem abwechslungsreichen Programm «Schweizerisches und Klassisches». Vater Ernst Gmünder (Klarinette, Trompete, Alphorn) ist ein engagierter Dirigent und Arrangeur, sein Sohn Thomas (Waldhorn, Büchel, Alphorn) betätigt sich in verschiedenen Sparten, unter anderem an den Musikschulen Arbon und Horn. Fabio Signer (Saxofone) ist Informatiker und Mitglied der Stadtmusik St. Gallen. Karl Svec (Trompete, Flügel- und Alphorn) sorgt als Optiker in Amriswil für gutes Sehen. Thomas Haubrich ist hauptamtlicher Pfarreimusiker an St. Stefan in Amriswil. Er studierte unter anderem an der Kirchenmusikschule St. Gallen Orgel und Klavier. Die Jodlerin und Klarinettistin Ruth Felix-Naef ist aus Radio und Fernsehen bekannt und macht auch Karriere als Schlagersängerin. Sie bezeichnet das Jodellied aber als ihre «Kernkompetenz».

Rockige und feine Töne
Während einer guten Stunde verwöhnte das Ensemble in immer neuen Zusammensetzungen mit gediegener Klassik, lüpfiger Volks- und Marschmusik, frechen Tönen – aber auch Traditionellem in 14 Kompositionen. Zum Teil ging es rockig zu und her, aber auch feine Melodien fanden Platz. Vom «Urnerbodekafi» über «Jägers Wanderlied» und Andachtsjodlern aus dem «Thurgauer Requiem» von Thomas Haubrich bis zu Mozarts «Divertimento und Menuett für Klarinettentrio» fehlte nichts. Karl Svec spielte «Trompeters Freude» auf der Empore. Beeindruckt hat auch die Jodlerin mit ihrer klaren, vollen Stimme, die den barocken Raum erfüllte. «The Best of Polo Hofer» erinnerte an den vor einem Jahr verstorbenen Mundartrocker, wobei natürlich der «Kiosk» nicht fehlte. Einfühlsam erklang «Luegid vo Berg und Tal» von der Jodlerin, zum Teil zusammen mit Thomas Gmünder und Thomas Haubrich.

Büchel, Alphorn und Orgel
Die sechs Musizierenden liessen nichts aus und zeigten auch weniger bekannte Instrumente. Hier faszinierte vor allem der «Büchel», quasi ein Alphorn in Kleinformat. Das Original liessen Ernst und Thomas Gmünder sowie Karl Svec im Chorraum erklingen. Thomas Haubrich spielte am E-Piano, zeigte sich dann aber auch als vorzüglicher Organist. Auf der 1987 eingeweihten Späth-Orgel liess er ein Gewitter aufziehen, spielte Improvisationen über «Vo Luzern uf Weggis zue» und bot Themen aus dem Ballett «Schwanensee» von Peter Iljitsch Tschaikowsky (arrangiert von Karl Svec) und einen Walzer aus «Dornröschen», teilweise begleitet von Bläsern. Die Johanneskirche mit ihrer tollen Akustik wurde zum Konzertsaal. Als Zugabe spielte das Ensemble «Alls was’d bruchsch uf de Wält isch Liäbe» und einen weiteren Andachtsjodel. Der offizielle Teil endete mit der Festfanfare zum Schweizerpsalm. Zum Schluss sangen alle gemeinsam kräftig die vier Strophen der Landeshymne - auf der Rückseite des Programms aufgeführt - und läuteten so den Bundesfeiertag ein. 

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 Mit kräftigen Applaus bedankte sich das Publikum bei den strahlenden Akteuren für die musikalische Abendstunde