Das Thema Nachhaltigkeit stand schon bei der Planung des Winterzaubers Bazenheid zum 60-Jahr-Jubiläum der Korporation Bazenheid ganz stark im Mittelpunkt. «Jeder, der schon einmal ein Eisfeld gebaut hat, weiss, was alles dahinter steckt», sagt Sandro Götschi, OK-Präsident Winterzauber Bazenheid, «und wie viel Energie es für ein solches braucht.» Gerade weil die Durchführung einer solchen Veranstaltung einen Einfluss auf die Umwelt hat und eben einen ökologischen Fussabdruck hinterlässt, wollten die Verantwortlichen dem so weit wie möglich entgegenwirken und eine möglichst «energie- und umweltfreundliche Veranstaltung» über die Bühne bringen. «Heute bin ich davon überzeugt, dass wir ökologische Nachhaltigkeit in der Region gefördert haben», so Götschi. Schliesslich hat das OK in einem eigen erarbeiteten Konzept Nachhaltigkeitsmassnahmen evaluiert, geplant und entsprechend umgesetzt. «Mit Energietal Toggenburg hatten wir hierfür einen erfahrenen Partner, der uns kompetent im ganzen Vorhaben beraten und unterstützt hat.» Für das OK sei die Konzeptplanung besonders interessant, aber auch langatmig gewesen.

Kein zweiter Winterzauber in Planung

Gerade weil das Erarbeiten des eigenen Nachhaltigkeits-Konzepts, der Aufbau und die Durchführung der 45-tägigen Winterzaubers so aufwendig sind, ist schon heute klar: Einen zweiten Winterzauber wird es nächstes Jahr nicht geben. «Es ist eine einmalige Sache», sagt OK-Präsident Götschi im Interview mit hallowil.ch:

 
Sandro Götschi, OK-Präsident Winterzauber Bazenheid, ist zufrieden mit der Durchführung der Veranstaltung. (Video: Magdalena Ceak)

Energieeffiziente Systeme

Beim Nachhaltigkeits-Konzept wurden drei Schwerpunkte gesetzt, um eine möglichst «saubere Veranstaltung» umzusetzen: Energie und Infrastruktur, Lebensmittel und Abfall sowie Littering, Jugendschutz. So wurde beispielsweise das «energieeffizienteste System für das Eisfeld betrieben, das es aktuell auf dem Markt gibt». So wollte das OK von Beginn an möglichst wenig Strom für die Kühlung des Eisfeldes brauchen. Und weil das Eisfeld am stärksten gekühlt werden muss, wenn logischerweise die Sonne scheint, kommen Photovoltaikzellen zum Einsatz. Die Eisbahn selber besteht aus einem faltbaren und patentierten Aluminium-System, das einen tiefen Energieverbrauch aufweist. Bei einer Standzeit von sechs bis acht Wochen benötige die Alu-Eisbahn in der Regel eine Kilowattstunde Strom pro Betriebstag und Quadratmeter Eisfläche.

Das Energie-Konzept hat sich laut Götschi in den letzten Wochen mehr als bewährt. «Natürlich kommt es noch heute zum einen oder anderen technischen Problem, weil es eine Sicherung aus dem Strom raushaut.» Von grösseren Ausfällen sei der Winterzauber aber verschont geblieben.

OK wollte noch nachhaltiger sein

Zum Nachhaltigkeits-Konzept gehört auch ein Abfallkonzept, das erklärt, dass möglichst wenig Abfall produziert werden soll: So wird an normalen Betriebstagen komplett auf Einweggeschirr verzichtet. Und Lebensmittel werden hauptsächlich aus der Region bezogen. So kommt beispielsweise der Käse für das Fondue und die Käsespätzli aus einheimischen Betrieben in Kirchberg, Gähwil und Bütschwil.

«Eigentlich wollten wir noch viel mehr umsetzten», sagt Götschi. Man habe noch viel mehr Ideen gehabt. So habe das OK auch eine Photovalikanlage anbauen wollen, welche einen Teil des Eisfelds abgedeckt hätte. Die Pläne habe man dann etwa zwei Wochen vor dem Start des Winterzaubers über den Haufen werfen müssen. «Für die Organisation einer solchen Überdachung fehlte uns am Schluss einfach die Zeit.»