Der regennasse Samstag konnte das Publikumsinteresse zum Thema «Mutterkuhhaltung» und «Barbacue» nicht zurückhalten. Bereits in den frühen Morgenstunden füllten sich die Strassen auf der Fussgängerzone wie auch der Allee. Der Regen störte auch nicht das Buebe-Schwinget auf der Weierwiese. 

16 Rinderrassen dabei
Nicolas Senn konnte punkt 10 Uhr im Longhorn Saloon vor vollem Festzelt eröffnen. Mit Treicheln und Jodler-Gesang eröffnete das Rotbach-Chörli das Programm. Thomas Butz, Präsident des Wiler Beef-Event, erinnerte in seinen Grussworten an die erste Auflage von «Beef» in Wil vor 10 Jahren. Beef-Veranstaltungen gibt es bekanntlich bereits seit 1996, erstmals in Langnau. In Wil könne man noch nicht von historischem, aber doch traditionellen Anlass sprechen.

Mit den 16 Rinderrassen auf Platz werde dem Thema «Erlebnis Rind» sicher nachgelebt. Es gehe auch um die Kontaktsuche zum Konsumenten, ihm die Vielfalt der Landwirtschaft aufzeigen zu können. In der Schweizer Vereinigung werden 34 Rinderrassen in Mutterkuhhaltung gezüchtet. Butz wies zum Programm auf die weiteren Programmpunkte wie das Bubeschwinget und die Barbecue-Schweizermeisterschaft in der Allee hin. Auch seien alle eingeladen, sich an einem Natura-Beef gütlich zu tun. 

 
Das Rotbach-Chörli wohlklingend.

Vier Podiumsteilnehmer zum Thema
Schwinger Daniel Bösch, Tanja Wider-Stark (Mutterkuhhalterin), Hansjörg Elsasser (Präsident Swiss Barbecue-Assoziation) und Andreas Widmer (Geschäftsführer St. Galler Bauernverband) stellten sich den Fragen seitens Moderator Nicolas Senn. Schwinger Daniel Bösch sieht sich als Metzger von Beruf und dem Buebe-Schwinget mit dem Anlass verbunden. Hansjörg Elsasser von Barbecue will hier in Wil den Schweizer Meistertitel verteidigen. Zum Thema Grillieren forderte Elsasser, das Fleisch auf dem Grill nicht zu kremieren, sondern grillieren.

Mutterkuhhalterin Tanja Wider, zu Hause in Mutterkuhhaltung aufgewachsen, gab sich erfreut über die natürliche Haltung, wenn Jungtiere lebenslang bei der Mutter bleiben dürfen. Sie betonte den hohen Stellenwert, wenn im Kanton St. Gallen um 500 Betriebe Mutterkuhhaltung anwenden. Andreas Widmer, Geschäftsführer beim Bauernverband, sieht durchaus einen Trend im Rückgang beim Fleischkonsum. Dafür lege der Konsument heute mehr Wert auf qualitative Fleischprodukte.

Wil, Vorzeigeort für Beef-Veranstaltung
Nach einer Einlage von Nicolas Senn auf seinem Hackbrett galt das Wort dem Präsidenten der Mutterkuhhaltung Schweiz, Matthias Gerber. Mit Erstaunen habe er beim ersten Rundgang den erfreulichen Auftritt der Landwirte mit ihren Tieren wie auch den Barbecue-Ständen aufgenommen. In Erinnerung an den Auftritt vor 10 Jahren in Wil, sei die Wahl für Wil für 2018 klar ausgefallen. Die breit angelegte Fussgängerzone biete beste Voraussetzungen für die Vorstellung der Tiere.

Nach Gerber ist die Mutterkuhhaltung für viele Landwirte eine gute und wichtige Alternative. Dies sei mit den rund 90'000 Mutterkühen in der Schweiz bestätigt. Viel Grasland werde für die Milchviehzucht nicht mehr benötigt, was der Mutterkuhhaltung entgegenkomme. «Weil man die Leute nicht so einfach aufs Land zu den Mutterkuhhaltern bringt, kommen wir mit den Mutterkühen in die Stadt», so Gerber wörtlich. Den Turnus von 10 Jahren für Wil will Gerber unbedingt einhalten. So freue er sich auf den nächsten Event im Jahr 2028.

Den Abschluss des Eröffnungsanlasses besorgte Nicolas Senn mit einem Sonder-Aufspiel auf seinem Hackbrett. Anschliessend konnte das Marktleben starten. An verschiedenen Ständen konnten sich die Besucher Beef-Köstlichkeiten geniessen. 

 
Sondereinlage von Nicolas Senn auf seinem Hackbrett.

Barbecue-Meisterschaft und Buebeschwinget
Die Highlights des «Beef Wil» zeigten sich in der Auffuhr der 16 Rinderrassen. Wohl für viele Besucher war es noch ein Novum, dass mit Mutterkuhhaltung das lebenslange Verbleiben des Jungtieres bei Mutter zu verstehen ist. Gerade für Kinder war es ein besonderes Ereignis, Kälbchen beim Saugen am Euter der Kuhmutter zu beobachten.

Trotz regnerischem Wetter fand viel Publikum den Weg zum Buebeschwinget auf die Weierwiese. In einem eigens organsierten Turnier konnten sich die Jungs auf dem Sägemehl im Ringkampf messen. Teils bereits in Lederhosen antretend, zeigte sich, dass auch hier auf professionelles Auftreten Wert gelegt wird.

In der Allee herrschte beim Barbecue-Wettkampf gleichfalls Wettkampfstimmung. Die Wettkampfteilnehmer konnten ihre Grill-Künste in allen Variationen zeigen, immer auf das Erreichen einer guten Bewertung angelegt.

Auf den zweiten «Beef-Tag» vom Sonntag dürfte die Wetterlage etwas bessern und den Veranstaltern nochmals einen grossen Publikumsaufmarsch bescheren. 


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Risotto-Angebot, keine Gegenveranstaltung
Gleichentags fand beim Schwanenkreisel der jährliche Risotto-Tag der MS-Gesellschaft unter Beteiligung des Rotary-Club Wil statt. Zu Gunsten eines Beitrages für MS-Behinderte wurde ein schmackhaftes Risotto angeboten. Für gutes Gelingen zeigte sich auch die MS-Schweiz-Direktorin Patricia Monin.

Der Zuspruch des Risotto blieb beim Publikums ob der Beef-Veranstaltung nebenan keineswegs aus. Ein Risotto nach einem schmackhaften Natura-Beef mundete ebenso.