Eigentlich hätten die Euro Skills, die Europameisterschaft der Beruf, diesen Herbst in Graz stattfinden sollen. Eigentlich. Auch diese Grossveranstaltung, die vom 16. Bis 20 September hätte über die Bühne gehen sollen, wird wegen der aktuellen Ausbreitung des Coronavirus verschoben. Der neue Termin für die österreichische Erstauflage der Berufs-EM ist nun der 6. bis 10. Januar. «Früher lässt sich eine internationale Grossveranstaltung aufgrund der aktuellen Corona-Krise nicht realisieren», erklärt der Veranstalter auf der offiziellen Internetseite der Euro Skills. Grund dafür sind die bis in den Herbst zu erwartenden Restriktionen im europäischen Reiseverkehr. Die 14 Schweizer Teilnehmer – unter ihnen sind drei junge Berufsleute aus der Region Wil – können also aufatmen und sich auf ein Messen mit der europäischen Elite unter den jungen Berufsleuten freuen.

Der Mechaniker

Einer der jungen Berufsleute, welche nicht nur die Schweiz sondern auch die Region Wil an den Euro Skills vertreten, ist unter anderem Sandro Weber. Der Land- und Baumaschinenmechaniker aus Zuzwil wurde an den Swiss Skills im Frühling 2019 Schweizermeister in seinem Beruf. Sein Berufswunsch wurde im quasi in die Wiege gelegt. Denn Weber ist in einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen. «Dadurch bin ich schon früh mit grossen Maschinen in Kontakt gekommen», verrät er in seinem Steckbrief auf der offiziellen Homepage der Swiss Skills. Zudem wollte er schon immer einen handwerklichen Beruf ausüben. «Mich begeistert besonders die grosse Vielfalt der verschiedenen Arbeiten», sagt er, «von filigranen Elektronikarbeiten bis zum Schlossern ist alles dabei.» An der Berufs-EM in Graz hat er eine klare Wettbewerbsaufgabe, die er meistern muss: Im Fokus stehen die Diagnose und Reparaturen an Land- und Baumaschinen.

Da die Euro Skills nun um mehrere Monate verschoben wurden, hat Weber nun mehr Zeit, um für den Wettbewerb zu trainieren. «Ich nehme an verschiedenen Kursen in den Bereichen Elektrotechnik, Hydraulik und Getriebe teil», erklärt der Schweizermeister der Land- und Baumaschinenmechanik. Während der Brufs-EM erwartet er einen spannenden und fairen Wettkampf. «Ich hoffe, dass es bei mir für einen Platz auf dem Podest reicht», so Weber, der sich nach der Europameisterschaft zum Diagnosetechniker weiterbilden möchte.

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Euro-Skills-Teilnehmer Sandro Weber aus Zuzwil. (Bild pd)


Die Dekorationsmalerin

Auch Susan Wildermuth aus Jonschwil vertritt die Region Wil an der Berufs-EM in Graz. Doch die Dekorationsmalerin ist bescheiden, wenn man sie nach den Zielen während der Europameisterschaft fragt: «Ich möchte eine tolle, interessante und lehrreiche Zeit verbringen. Neue Leute kennenlernen und Freundschaften knüpfen. Ich möchte alles geben und mit meiner Leistung zufrieden sein.» Denn die junge Frau ist sich bewusst, dass sie unter grossem Zeitdruck verschiedene Aufgaben lösen muss – wie beispielsweise Aufklebe-Techniken, Schablonieren, Tapezieren, Designs aufzeichnen sowie malen oder Lack streichen. «Diese Aufgaben muss ich möglichst exakt und perfekt abgeben», so Wildermuth.

Die Jonschwilerin wollte schon immer etwas Handwerkliches lernen, sich im Berufsalltag körperlich betätigen. «Und weil ich Farben mag, haben ich mich schnell für diesen Beruf entschieden», so Wildermuth. An ihrem Beruf mag sie, dass man als Malerin de Fortschritt beim Arbeiten sieht. «Aber am meisten liebe ich die kreative Dekorationsarbeit», führt sie weiter aus. 

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Euro-Skills-Teilnehmerin Susan Wildermuth aus Jonschwil. (Bild pd)


Der Hotelfachmann

Der dritte im Bunde unter den Euro-Skills-Teilnehmern ist kein unbekanntes Gesicht: der Bronschhofer Julian Ferrante. Er nahm vergangenen August an der World Skills, der Berufs-Weltmeisterschaft, in Russland teil und wollte damals der weltbeste Hotelfachmann werden. Aber damals schaffte er es nicht auf das Podest. Nun versucht er sein Glück an der Berufs-EM in Graz. «In Kasan habe Erfahrungen gesammelt», sagt Ferrante heute, «In Graz möchte ich aufs Podest.» Auch er kennt seine Wettbewerbsaufgaben genau: «Das Produkt meiner Dienstleistung ist das Erlebnis meiner Gäste.» Somit werde er seine Skills in Rollenspielen mit einer Rundum-Betreuung von Hotelgästen, Konfliktmanagement und seiner Arbeitsweise zeigen. Doch wie trainiert er für die EM, um ein besseres Resultat als an der WM zu erreichen? «Ich habe meine Basis mit dem Training vor den World Skills schaffen können», erklärt er. Sein Berufsalltag füge mehr Routine hinzu, die seine Vorbereitungen ergänzen. Auch Auffrischungstrainings innerhalb der Schweizer Hotellerie stehen beim jungen Hotelfachmann an. «Die umfangreiche Unterstützung in der Branche ist unglaublich stark und macht das Ganze erst möglich», erzählt Verrannte. 

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Euro-Skills-Teilnehmer Julian Ferrante aus Bronschhofen. (Bild pd)