Am Silvesterkonzert in der Tonhalle Wil gastierten am 30. Dezember die Smetana Philharmoniker Prag unter der Leitung von Hans Richter und den Solisten Rosa Maria Hernandez und Kyubong Lee.Viele festlich gekleidete Personen drängen sich vor dem Konzert im Foyer und in der Garderobe der Tonhalle. Trotz Regenwetter und starkem Wind ist die Tonhalle voll besetzt.

Mozart, Rossini und Verdi – Garanten für einen musikalischen Genuss
Der Dirigent der Smetana Philharmoniker aus Prag, Hans Richter beweist nicht nur ein gutes Händchen bei der Musikauswahl und seiner Art zu dirigieren, er ist auch noch ein begnadeter Unterhalter. Die Moderation des Abends übernimmt er gleich selber und tut dies mit Witz und Humor. Im ersten Teil des Silvesterkonzerts erlebt das Publikum die „Hochzeit des Figaro“. Die Solisten Rosa Maria Hernandez, Sopran und Kyubong Lee, Bariton überzeugen in „Kavatine des Figaro“ und in Rigolettos „Caro nome“ mit ihren Stimmen.

Hochkarätige Künstler in der Tonhalle
1950 in Neunburg geboren, besuchte Hans Richter die Musikhochschule München. Von 1988 bis 1991 war er als Dirigent und Studienleiter am Opernhaus Zürich tätig. 2014 wurde er für eine Produktion nach Japan eingeladen und dirigierte dort die „Fledermaus“.
Die Mexikanerin Rosa Maria Hernandez geboren in Monterrey, schloss 1995 mit dem Bachelor of Music ab mit Spezialisierung auf Gesang. Auch sie hatte 2 Saisons an der Oper Zürich gearbeitet. Sie hat in ihrer Karriere schon viele bedeutende Preise erhalten.
Kyubong Lee der Koreaner ist 1993 geboren und studierte in Seoul. Auch er gewann schon etliche Preise und studierte später in Italien. Grosse Rollen hatte er in Werken von Verdis „Rigoletto“, „Trovatore“ und als Marcello in Puccinis „La Bohème“.

Operetten-Ohrwürmer, Strauss und Rosen im zweiten Teil
Nach einer Pause, die dazu benutzt wurde um im Untergeschoss der Tonhalle einen Apéro zu trinken, alte Bekannte wiederzutreffen oder einfach nur um zu plaudern, nimmt das Publikum wieder Platz im Tonhalle-Saal, der mit seinem Charme besticht.
Eröffnet wird der zweite Teil mit der „Leichten Kavallerie“, darauf folgt das „Lied an den Mond“ in tschechischer Sprache. Hans Richter gratuliert der mexikanischen Sopranistin zu diesem Stück, denn tschechisch sei nicht eben leicht, meinte er.
Beschwingt geht’s dann mit Kyubong Lee ins „Maxim“, der dann nach der „Annenpolka“ von Johann Strauss, einen Strauss „Dunkelroter Rosen“ aus Gasparone verteilte. Rosa Maria Hernandez brilliert mit Csardas aus der Fledermaus, was auch ihr grossen Applaus bringt. Mit dem Walzer „An der schönen blauen Donau“ hätte das Konzert eigentlich seinen würdigen Abschluss, wenn da nicht das Publikum wäre....
Natürlich geben die Smetana Philharmoniker eine Zugabe. Mit dem „Radetzky Marsch“ von Johann Strauss ist man für eine kurze Zeit nicht in der kleinen Tonhalle Wil, sondern im Großen Musikvereinssaal in Wien und klatscht kräftig mit.
Während die Einen vom Publikum diesen Anlass schon seit Jahren besuchen, meine eine Zuschauerin, sie sei das erste Mal hier, aber habe ihr so gut gefallen, dass sie im nächsten Jahr sicher wieder dabei sein werde.

Einmal mehr ist das Silvesterkonzert von Wil ein grosser Erfolg und nicht zuletzt dank der initiativen Gesamtleiterin Florence Leonetti-Müggler.