Budgetiert war ein Defizit von 2.5 Millionen Franken, die Erfolgsrechnung 2020 der Stadt Wil weist nun aber ein ausgeglichenes Ergebnis aus. Dass die Erfolgsrechnung ausgeglichen ist, hat nicht zuletzt mit einer zusätzlichen Abgabe in Höhe von einer Million Franken der Technischen Betriebe Wil (TBW) zu tun. Doch von vorne:

Mit dem Ergebnis zufrieden

«Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden», sagt Stadtpräsident Hans Mäder zu Beginn der Medienkonferenz vom Dienstagmorgen. Immerhin sei ursprünglich ein Defizit budgetiert worden. Aus den erwarteten roten Zahlen ist aber eine schwarze Null geworden. Das habe etwa damit zu tun, dass man sowohl tiefere Sachaufwände wegen nicht ausgeschütteter Kredite sowie tiefere Nettoaufwände etwa im Bereich der gesetzlichen wirtschaftlichen Hilfe gehabt habe. Zudem habe man besonders im Bereich Asylwesen um 1.9 Millionen Franken besser abschliessen können. Die Gründe dafür liegen in Zahlungen des Bundes, die nicht vorgesehen waren, sowie in deutlich tieferen Unterstützungsleistungen. Im Asylbereich seien die geschlossenen Grenzen zu spüren gewesen, hält Stephan Schüle, Leiter der Finanzverwaltung, fest. Gerade im Sozialbereich sei es denn auch nahezu unmöglich, eine verbindliche Kostenschätzung abzugeben. Denn gerade dort seien die Ausgaben besonders abhängig von externen Faktoren. Und letztere können in aller Regel weder kontrolliert noch vorhergesehen werden.

Steuern: positiv und negativ

Auch habe man mehr Steuern einnehmen können, und zwar bei den natürlichen Personen. Es habe hohe Nachzahlungen aus vergangenen Jahren gegeben. Ebenfalls positiv auf die Erfolgsrechnung ausgewirkt hätten sich die Grundstücksgewinn- sowie die Quellensteuern. Vom Budget negativ abgewichen seien hingegen die Steuereinnahmen der juristischen Personen, die Lohnkosten der Lehrpersonen, die Pflegefinanzierung sowie die Handänderungssteuern. Die ordentlichen Abgaben der TBW fielen ebenfalls tiefer aus, so seien statt der budgetierten sechs Millionen nur fünf Millionen Franken an die Stadtkasse überwiesen worden. Der Stadtrat habe mit der Gewinnverwendung der TBW eine zusätzliche Abgabe von einer Million Franken beantragt.

TBW auf stabilem Niveau

Zur Jahresrechnung der TBW sagt Goar Schweizer, kaufmännischer Leiter der TBW: «Das Rechnungsjahr der TBW schliesst einmal mehr stabil und positiv ab.» Im Vergleich zum Vorjahr zeige sich, dass das Niveau gehalten worden konnte. So zeige beispielsweise ein Blick auf die Erdgasversorgung, dass der Umsatz von 30.7 Millionen Franken im Vorjahr auf 29.4 Millionen Franken gesunken sei. «Dieser Rückgang ist vor allem damit zu erklären, dass 2020 ein wesentlich wärmeres Jahr war als 2019.» Zusammenfassend lasse sich festhalten, dass etwa der Bereich Strom und Gas die Erwartung erfüllt habe, der Bereich Wasser sei nach wie vor sehr konstant und beim Kommunikationsnetz stelle man einen erfreulichen Zugang im Digitalnetz fest, aber einen Rückgang bei Grundanschlüssen.

Welchen Einfluss hat Corona?

Auf den Energiebereich habe die Pandemie praktisch keinen Einfluss gehabt. Man könne zwar einen leichten Rückgang bei Industrie- und Gewerbebetrieben feststellen, dafür gäbe es bei den Kleinkunden eine leichte Zunahme der Energieversorgung.

In der Rechnung der Stadt Wil werden die Auswirkungen der Pandemie nicht direkt ausgewiesen, denn man habe noch nicht gewusst wie sie sich gestalten würden und ob überhaupt. «Mit zwei Ausnahmen: Das eine sind die direkten Ausgaben, weil wir reinigen mussten. Oder weil wir bestimmte Dinge einkaufen mussten: Reinigungsmittel und Masken etwa», erklärt Hans Mäder. Das seien wohl etwa 0.3 Millionen Franken an Ausgaben gewesen, das halte sich in Grenzen. Zweitens habe man «Mindereinnahmen gehabt, weil wir keine Skilager durchführen konnten.» Diese beiden Umstände hätten aber keine «wahnsinnigen Auswirkungen» auf die Rechnung. Ob dies so bleibe, könne er heute unmöglich sagen, betont Stadtpräsident Mäder. 

Was er aber sage könne: «Die direkten Kosten sollten eigentlich beim Bund oder beim Kanton – und nicht bei den Gemeinden oder den Städten – anfallen.» Auch, ob die Pandemie Auswirkungen auf die Steuern haben werde, wisse man noch nicht. Denn es sei so, dass es bei einigen Unternehmen ausgesprochen gut laufe und bei anderen ausgesprochen schlecht. Die Frage sei also, ob jene Unternehmen gute Geschäftsgänge verzeichnen könnten, welche auch viele Steuern generierten – oder umgekehrt.

Sowohl die Jahresrechnung 2020 der Stadt Wil als auch die Jahresrechnung 2020 der TBW steht der Bevölkerung zur Verfügung.