Eine Delegation aus Dobrzen Wielki besuchte die Partnerstadt Wil. Den Willkommensapéro richtete die Wiler Ortsgemeinde aus.Ein „Serdecznie witamy“, ein „Herzlich Willkommen“ hiess es am Freitagabend im Baronenhaus. Eine Delegation aus Dobrzen Wielki besuchte Wil.

Empfang mit Stadtpräsidentin
Stadtpräsidentin Susanne Hartmann begrüsste die Gäste aus Polen: „Wir freuen uns, gemeinsam Zeit mit ihnen zu verbringen.“ Und der Wiler Ortsgemeindepräsident Norbert Hodel überbrachte „im schönsten Haus der Stadt“ den Gästen aus der Partnergemeinde von Wil den Gruss der Ortsbürgerinnen und Ortsbürgern.

Im dritten Stock schenkte die Ortsgemeinde den 16 Personen aus Schlesien im Südwesten Polens einen Apéro aus, bei dem sie von ihren Wiler Gastfamilien in Empfang genommen wurden.

Partnerschaft besteht seit Vierteljahrhundert
Bereits seit 25 Jahren besteht die Partnerschaft Wils mit Dobrzen Wielki. Ursprünglich als Hilfestellung seitens Wil gedacht, entwickelte sich aus der Partnerschaft mit dem osteuropäischen Städtchen eine Freundschaft mit regelmässigen gegenseitigen Besuchen. Auch die Schulen pflegen einen Austausch. Zum letzten Mal waren die Polinnen und Polen im Jahr 2013 in Wil. Damals traten sie als Gastregion beim Stadtfest auf.

Während des Aufenthalts besichtigten sie die Baustelle des Sportparks Bergholz. Das fertig gestellte Bauwerk mit Fussballarena, Eishockeystadion und Hallen-/Freibad begingen sie beim Besuch am Wochenende. Auch das Alterszentrum Sonnenhof der Thurvita AG suchten sie am Samstag auf, um zu erfahren wie in Wil das betreute Wohnen im Alter aufgestellt ist. Der Sonntag begann mit einer vom Wiler Stadtpfarrer Roman Giger gelesenen Messe in der Kapelle des Wallfahrtsorts Maria Dreibrunnen bei Bronschhofen. Am Nachmittag besuchte die Delegation die Sonderausstellung "Internierte Polen während 2. Weltkrieg" im Ortsmuseum Matzingen.

Gebiete annektiert
Die Wilerinnen und Wiler waren vor zwei Jahren letztmals zu Gast in Polen. Im Jahr 2015 hatte eine Delegation am Erntedankfest in Dobrzen Wielki teilgenommen. Die Gemeinde macht gegenwärtig schwere Zeiten durch. Bestehend aus neun Ortschaften, ist ein Teil von Dobrzen Wielki trotz Protesten aus der Bevölkerung der Hauptstadt Opole zugeschlagen worden.

Die Gemeinde verlor fünf Ortschaften, einen Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner sowie rund zwei Drittel des Haushalts. Auch der wichtigste Steuerzahler kam abhanden, da sich im von Opole annektierten Gebiet Polens grösstes Kohlekraftwerk der Elektrownia Opole SA befindet.

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Ruedi Schär (r.) von der Ortsgemeinde Wil im Gespräch mit Ruth Felix (2.v.l.) sowie Gästen aus Polen.