An der 22. Hauptversammlung des Naturschutzvereins Niederhelfenschwil-Zuzwil standen der Rückblick, die Wahlen und das Jahresprogramm im Mittelpunkt. Rund 40 Mitglieder nahmen an der Hauptversammlung im Restaurant Krone in Lenggenwil teil. Mit einem vom Verein offerierten Nachtessen begann die Zusammenkunft. Vereinspräsident Hansruedi Baur leitete den geschäftlichen Teil. Er hiess die Ehrenpräsidentin Ruth Niedermann, Gemeindepräsident Simon Thalmann und als Gäste die Vertreter des Naturschutzvereins Niederbüren, Walter Lehmann und August Küttel speziell willkommen.

Aktiver Naturschutz
In einer kurzen Schweigeminute gedachten die Teilnehmenden des verstorbenen Mitglieds Fritz Heitsch, Zuzwil. Hansruedi Baur sprach einleitend die zunehmenden Probleme der Umwelt an. „Wir sehen es als unsere Aufgabe an, für die Natur und die Umwelt zu sorgen, sie zu schützen und ihr Raum zu geben. Durch eine sinnvolle Umgestaltung der Gärten, Vermeidung von Spritzmitteln oder entsorgen von umherliegenden Abfällen können wir dazu beitragen“, gab der Präsident zu bedenken. In seinem ausführlichen Jahresbericht blickte er auf die vielfältigen Aktivitäten des Vereins zurück.

Vielfältige Aktivitäten
An vier Dienstaghöcks an verschiedenen Orten diskutierten die Teilnehmenden über interessante Themen. Anfangs November führte der naturverbundene Referent Gottfried Grimm in die Welt der einheimischen Orchideen ein. Für eine Förderung der siebzehn in der Gemeinde Niederhelfenschwil vorkommenden Arten setzt sich der Naturschutz ebenfalls ein. Im Februar machte die Referentin Dr. Antonia Zurbuchen die zahlreichen Zuhörenden mit ihrem Vortrag über „Wildbienen und Hummeln“ auf ihre grosse Bedeutung im Ökologiesystem aufmerksam. Anlässlich der spannenden Familienwanderung auf den Hof der Familie Burri begeisterte die kompetente Naturwissenschafterin jung und alt mit einer Jagd auf die verschiedenen Insekten und deren Bestimmung.

Lungenenzian im Zuzwiler Riet
Im August stand eine weitere Bestandesaufnahme des Lungenenzians im Zuzwiler Riet auf dem Programm. Bei gutem Wetter beteiligten sich rund engagierte 60 Teilnehmende, darunter eine Schulklasse der Kanti Wattwil, an der spannenden Aktion. Sie stellten fest, dass sich das Vorkommen der für den „Kleinen Moorbläuling“ als Wirtspflanze dienende Blume zum Teil erweitert oder zumindest gehalten hat. Die erfassten Bestände sollen im Geoportal erscheinen. Im Weiteren erwähnte Hansruedi Baur, dass die Vereins-Homepage wieder funktioniere und neu gestaltet werde.

Nistkastenbelegung konstant
Obmann Wolfgang Ruf berichtete über die Nistkastenbetreuung. Die Arbeit der Freiwilligen besteht vor allem bei den Kontrollgängen, der Reinigung und Sanierung der Nisthilfen sowie in der Erfassung der Vögel für die Statistik. Etwa zwei Drittel der Nistkästen seien belegt gewesen, gab Ruf bekannt. Die Meisen waren mit 165 Bruten an der Spitze. Heckenmeister Peter Siegrist erwähnte die Pflegeeinsätze in Bernegg, Lenggenwil und im Töbeli, Zuckenriet, welche jeweils im Winterhalbjahr ausgeführt werden. Der nächste Arbeitseinsatz ist am 2. Dezember in Zuckenriet vorgesehen. Die Kassierin Brigitte Strasser präsentierte die mit einem beträchtlichen Defizit abgeschlossene Jahresrechnung.

Ergänzung im Vorstand
Bei den Wahlen stellten sich der gesamte Vorstand unter Präsident Hansruedi Baur und die bisherigen Rechnungsprüfer nochmals zur Verfügung und wurde bestätigt. Erfreulicherweise konnte Peter Mäder, Weieren für die Mitarbeit gewonnen werden. Er betreut aufgrund seiner Interessen das Ressort Amphibien und Reptilien. In der Allgemeinen Umfrage überbrachte Simon Thalmann die Grüsse des Gemeinderats Niederhelfenschwil. Er dankte den Naturschützern für ihren wertvollen Einsatz, der ein wertvoller Beitrag für die Lebensqualität der beiden beteiligten Gemeinden Niederhelfenschwil und Zuzwil sei.

Vogel des Jahres
Im Anschluss an die HV wurde ein kurzer Film über die Wasseramsel gezeigt, die als Vogel des Jahres 2017 gewählt wurde. Sie lebt an klaren Fliessgewässern mit kiesigen Bachbetten. Als einziger Singvogel sucht sie ihre Nahrung meistens tauchend, was fünf bis fünfzehn Sekunden dauert. Im reichen Futterangebot findet sie Larven verschiedener Fliegen, Mücken, Wasserschnecken oder Würmer, gelegentlich auch kleine Fische. Im Frühjahr erfolgt die Fortpflanzung. Das Wasseramselpaar baut dafür ein kugeliges Brutnest, in welches das Weibchen etwa fünf Eier legt. Nach sechzehn Tagen schlüpfen die Jungen und können bereits nach 24 Tagen ausfliegen und ein eigenes Revier suchen.