Jahreszeitlich könnte er jetzt – zwischen Weihnachten und Neujahr – auch zugefroren sein. Dann würde es auf der Eisfläche von Schlittschuhläufern und Fussgängern wimmeln. Aber auch ohne Eis ist die Zahl der Menschen gross, die täglich am Weiher verweilen oder den Rundweg für einen Spaziergang oder als Lauftrainingsstrecke nutzen.

Das Gute liegt nah

Auch über die Weihnachtstage herrschte am und um den Bettenauer Weiher reges Treiben. Es gibt ja viele Menschen, welche die Feiertage weder im Fernen Osten noch auf Skipisten in den Bergen verbringen, sondern ganz einfach zu Hause bleiben. Ein bisschen frische Luft zu schnappen und sich in der freien Natur zu bewegen, möchten die meisten trotzdem. Und dazu bietet sich der Bettenauer Weiher in idealer Weise an. 


Verweilen erwünscht

Der Weiher ist aus verschiedener Richtung auf Wanderwegen und zum Teil auch auf Radwegen erreichbar. Im letzten Sommer ist der Radweg vom westlichen Dorfausgang Oberuzwils bis zum Weiher fertig erstellt worden. Für Autofahrer ist der Parkplatz beim Pfadiheim neu gestaltet worden. An Wochenenden nutzen oft auch Anbieter von Getränken und Zwischenverpflegungen die Gunst der Stunde. An den kalten Weihnachtstagen kam der Marroni-Verkäufer mit seinem Angebot offensichtlich dem Wunsch mancher Besucher entgegen.

Im fürstäbtischen Besitz

Der Bettenauer Weiher liegt in einer Senke zwischen Wildberg und Vogelsberg. Der Weihergrund besteht aus Torfboden. Zum Weiher gehören auch die östlich gelegenen kleineren Torfweiher. Der ursprüngliche Moorweiher hat seinen Namen vom nahe gelegen Weiler Bettenau, der zur Gemeinde Jonschwil gehört. Vor gut 550 Jahren ist er erstmals erwähnt worden. 1464, im Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung, erwarb der St. Galler Fürstabt Ulrich Rösch das Gut, zu dem der Weiher gehört. Durch die Erstellung eines Dammes wurde aus dem Moorweiher ein Fischweiher. 


Unterschiedliche Nutzung

Am Abfluss des Weihers wurde einst eine Mühle betrieben. Die Nutzung als Fischweiher dauerte bis 1813. Im Gebiet um den Weiher wurde Torfstecherei betrieben. 1813 kaufte Kantonsrat Jakob Weber aus Oberuzwil die Wasserrechte auf und baute die Nutzung der Wasserkraft aus. 1844 kaufte der Niederuzwiler Industrielle Mathias Naef die Rechte.

1912 wurde das Weiherareal durch Adolf Bühler aus Uzwil aufgekauft. Dessen Firma übernahm die Rechte 1927. Ausgewählte Pensionäre der Firma Bühler dürfen am Bettenauer Weiher fischen. Für die Zeit um 1930 ist belegt, dass Eisblöcke herausgestochen und für die Brauerei in Oberuzwil verwendet wurden.


Naturschutz und Naherholung

Das Gebiet um den Bettenauer Weiher dient heute als Naturschutz- und Naherholungsgebiet und ist durch Wanderwege erschlossen. Im Winter wird die gefrorene Oberfläche des Weihers nach Möglichkeit für den Eislauf freigegeben.

Östlich grenzen die Torfweiher und das Schorenriet an den Bettenauer Weiher. Auf Initiative der Pro Natura St. Gallen-Appenzell ist in diesem Jahr mit der Renaturierung des Schorenriets begonnen worden. In den Vorkriegs- und Kriegsjahren war hier Torf gestochen worden.

In erreichbarer Nähe liegt auch der Oberuzwiler Märliweg mit vier Stationen und einem grosszügig angelegten Grillplatz.