Krisenzeiten fordern ihren Tribut. Einschneidende Veränderungen sind die Folge. Auch wenn der Wandel gemäss einer Redensart das einzig Beständige ist, macht er Angst. Resignation ist eine schlechte Verhaltensweise darauf. Die Geschichte des Oberuzwiler Fabrikgebäudes an der Freudenbergstrasse beweist, dass in Krisenzeiten Flexibilität, Unternehmergeist und Zuversicht zukunftsweisend sind.

Vor 150 Jahren war es noch selbstverständlich: Produkte des täglichen Bedarfs wurden im eigenen Land hergestellt. So auch Schuhe. Jean Dierauer-Forrer gründete 1870 in Oberuzwil eine Schuhfabrik. Diese florierte bis zur Weltwirtschaftskrise vor dem Zweiten Weltkrieg. Von dieser Krise wurde die Firma zwar in Mitleidenschaft gezogen, bewältigte sie aber. In den 40er- und 50er-Jahren erlebte das Unternehmen einen Aufschwung durch die Produktion von günstigen Hausschuhen. Den Todesstoss versetzte der Schuhfabrik 1962 schliesslich die billiger produzierende ausländische Konkurrenz. 113 Angestellte verloren ihre Arbeit.

An Billigimporten gescheitert

1978 hat dann die Strumpffabrik Rosengarten AG das Gebäude übernommen und es für Büro- und Lagerräumlichkeiten genutzt. Dank dem guten Geschäftsgang mit Grosskunden in der ganzen Schweiz pulsierte auch dieses Unternehmen einige Jahre. Dann aber bereiteten auch hier Billigimporte grosse Probleme. 2004 musste Konkurs angemeldet werden.

Dann haben sich im Gebäude neue Betriebe angesiedelt. Kein Unternehmen beansprucht die Räumlichkeiten für sich allein. Die Betriebe haben auch wenig gemeinsam. Die Manufaktur «Einfall 7» vereint Schreinerei, Zimmerei, Schlosserei und das Planungsatelier unter einem Dach. Die Tecon AG ist auf Mess- und Regeltechnik spezialisiert. Ausserdem sind das offene Künstleratelier Bertolf – Sohmer und die Akupunkturpraxis Sonnenhof hier zu Hause.