«Bis jetzt war es jede Mal schönes Wetter, wenn wir zur Medienorientierung eingeladen haben», freut sich Marcel Rickenmann. Er konnte im vierzehnten Jahr in Folge die Medien informieren.

Der Landwirt aus Trungen baut alljährlich die Braugerste für Thurbobräu an. Sie wächst auf wechselnden Äckern in der Region zwischen Wil und Münchwilen; zwei Hektaren Land setzt er dafür ein. Im Durchschnitt können jährlich fünf Tonnen Gerste geerntet werden. Als Naturprodukt ist die Ertragsmenge von Witterungseinflüssen abhängig. Für 1000 Liter Bier sind rund 170 Kilogramm Braugerste erforderlich.

Zukunftsaussichten

Wie lange sie dort noch spriessen kann, ist ungewiss, die Überbauung Wil West soll auf diesem Gelände entstehen. Es sei sehr gutes Ackerland, betont Rickenmann. Wo er danach Felder bewirtschaften kann, ist derzeit offen. Der Landwirt zeigt sich optimistisch, dass sich eine Lösung ergeben wird.

Er ist ein engagierter Verfechter des regionalen Wirtschaftens. «Vor fünfzig Jahren wurden Fleisch und andere Erzeugnisse konsumiert, die in der Region produziert wurden, heute kommt Trockenfleisch aus Argentinien und Käse aus Holland.» Diese Entwicklung macht dem Landwirt offensichtlich zu schaffen. Dies ist für ihn mit ein Grund, alljährlich zur Herstellung von Thurbobräu beizutragen: Es entsteht ein Lebensmittel, dessen Abläufe regional und transparent sind. Zudem reduzieren sie die Umweltbelastung durch kurze Transportwege, wurde betont.


Produktepalette

Die Regionalität ist auch Patrick Meyenberger ein grosses Anliegen. Der Präsident des Vereins IdéeWil, der hinter dem Thurbobräu steht, will das regionale Gewerbe stärken. «Es soll ein spezielles Lebensgefühl entstehen», betont der Wiler Zahnarzt. Aus der Grundidee des Biers aus der Region, sind in der Folge ein Whisky, eine Bierwurst, ein Bierlikör, Bierpraline entstanden, entsprechende Backwaren sind derzeit im Entwicklungsstadium.

Stabiler Absatz

Wie Claudia Keel-Graf, Geschäftsführerin der Sonnenbräu in Rebstein, bei der das Thurbobräu gebraut wird, betonte, steigen die Absatzzahlen für das Wiler Bier kontinuierlich. Auch die anspruchsvolle Corona-Zeit führte nicht zu markanten Einbrüchen in Verkauf.

Die regionale Verankerung beschert diesem Gerstensaft eine treue Kundschaft, wurde an der Medienorientierung hervorgehoben.

Mit der neu eingegangenen Kooperation mit dem FC Wil 1900 soll der Konsum weiter steigen und die Sichtbarkeit der Marke in Wil intensiviert werden. 

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Der engagierte IdéeWil-Vorstand will das gesellschaftliche Leben in der Region stärken. 


Rund zwei Jahrzehnte

Neben der lokalen Verankerung und den transparenten Produktionsabläufen, ist auch die spezielle Organisationform ein weiterer Baustein in der bald zwanzigjährigen Erfolgsgeschichte: «Wir sind eine Non-Profit-Verein, der seine Gewinne Vereinen in der Region zugutekommen lässt», betont Patrick Meyenberger. Die Förderung des gesellschaftlichen Lebens sowie des regionalen Gewerbes sind vorrangige Ziele des Vereins IdeéWil. Bier und weitere Produkte sind das Mittel dazu.

Seine Ursprünge hat das Bier in einem Jubiläum zur urkundlichen Ersterwähnung von Wil. Was als befristetet Aktion gedacht war, entwickelt sich zum Dauerbrenner.

Innovationsschritte

Im Zusammenhang mit dem neuen FC Wil-Engagement wurde ein Businessclub ins Leben gerufen, der lokale Gewerbevertreter aus verschiedenen Branchen vernetzt, wie Meyenberger betont.

Das Netzwerk soll an der Thurobräu-Erfolgsgeschichte weiterschreiben, wie auch die neu erstellte Homepage, die Info-Clips sowie der fachlich verstärkte Vorstand.

Die diesjährige IdéeWil-Hauptversammlung findet am 27. August im FC Wil-Stadion statt.