Was ist Ihnen beim Einkauf von Lebensmitteln wichtig? Der Preis? Die Herkunft? Die Haltung? Wenn man eine Umfrage zu unseren Nahrungsmitteln macht, gibt die Mehrheit der Bevölkerung an, dass sie wenn immer möglich Bio einkauft. Nur, die Verkaufszahlen sprechen eine andere Sprache: Gerade einmal neun Prozent unserer Lebensmittel stammt aus biologischer Landwirtschaft. Ausgerechnet in der Schweiz, einem Land, welches sich gute, gesunde und ökologisch vertretbare Lebensmittel leisten kann. Nur gerade sieben Prozent unseres Geldes geben wir hierzulande für Lebensmittel aus. Das ist der mit Abstand tiefste Wert, liegt der Mittelwert der Weltbevölkerung doch zwischen 30 und 50 Prozent. Was das für uns bedeutet? Einerseits zeigen diese Zahlen, dass wir uns Genuss mit gutem Gewissen leisten könnten. Andererseits, dass Wollen und Handeln beim Einkaufen auseinanderklaffen.

Mehr Produkt, weniger Pestizide

Erfreulich ist, dass der Label-Anteil in unserem Warenkorb tendenziell wächst. Das zeigt, dass wir uns vermehrt mit der Ökologie unserer Lebensmittel auseinandersetzen. Als Koch befasse ich mich von Berufes wegen mit Nahrungsmitteln, ihrer Herkunft und ihrer Verarbeitung. Die Grundlage aller Rezepte sind gute, gesunde und vor allem nachhaltige Produkte. Daher setze ich bei meinen Gerichten auf biologische Landwirtschaft. Nicht, weil es gut tönt, sondern weil ich von der Qualität überzeugt bin. Die biologische Landwirtschaft beispielsweise benutzt keine synthetischen Pestizide und keine leichtlöslichen Mineraldünger. Das schont nicht nur den Boden, sondern auch die Produkte, die deutlich weniger Rückstände aufweisen. Im Gegensatz dazu können bei 70 Prozent aller konventionellen Produkten, insbesondere aus dem Ausland, Rückstände von Pestiziden nachgewiesen werden.

Klare Gesetze, strenge Kontrollen

Gerade in Entwicklungsländern ist der Einsatz von Pestiziden ein Problem: nicht nur für die Konsumenten, sondern auch für die Landwirte, die wegen fehlender Schutzkleidung Vergiftungen erleiden. Persönlich bin ich überzeugt, dass etwas, was im Anbau für die Landwirte gefährlich ist, auch für Boden und Produkte nicht gut sein kann. Daher kaufe ich, wenn immer möglich, Schweizer Produkte. Natürlich: Auch hier ist nicht alles Gold, was glänzt. Aber ich kann mich auf eine strenge Gesetzgebung und regelmässige Kontrollen verlassen. Unabhängige Stellen wie beispielsweise die Bio Suisse oder die IP Suisse für die integrierte landwirtschaftliche Produktion sind gerade in der Lebensmittelproduktion wichtig. Nur wenn nicht die Detailhändler oder Verarbeiter selber, sondern eine Drittstelle für die Einhaltung der Regeln verantwortlich zeichnet, kann sichergestellt werden, dass keiner eigene Interessen verfolgt. Und am Ende verfolgen wir doch alle die gleichen Interessen: gute, gesunde und nachhaltige Lebensmittel.

David Geisser*

* = Kochen muss Spass machen, davon ist Eventkoch David Geisser überzeugt. Eine Leidenschaft, welche der junge Starkoch auch in seinen fünf Kochbüchern mit einfachen und kreativen Rezepten vermittelt. Seit September 2015 arbeitet David Geisser als Eventkoch bei der Micarna in Bazenheid.

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"Vorab im Ausland können bei 70 Prozent aller konventionellen Produkte Pestizide nachgewiesen werden", weiss Eventkoch David Geisser.