Die Verantwortlichen für das Projekt «saegioberwangen» zeigten sich überrascht und erfreut über das grosse Interesse der Bevölkerung an der Informationsveranstaltung vom Dezember. Gemeindepräsident René Bosshart begrüsste also zahlreiche Anwesende. Danach erläuterte er, dass der Gemeinderat für das Gebiet rund um das ehemalige Sägereiareal in Oberwangen einen Gestaltungsplan zur weiteren Bearbeitung verabschiedet habe. Erarbeitet werde ein Gestaltungsplan üblicherweise von der Gemeinde in Zusammenarbeit mit einem Raumplaner und in Absprache mit der Bauherrschaft und den kantonalen Stellen. Ziel dabei sei die geordnete und auf die örtlichen Verhältnisse abgestimmte Bebauung, welche eine rücksichtsvolle Einordnung am Siedlungsrand schaffe und eine angemessene Verdichtung nahe des Dorfkerns ermögliche.

Einbringen erwünscht

Es gebe jeweils eine Vorprüfung durch den Kanton und schliesslich werde der Gestaltungsplan genehmigt, in erster Instanz vom Gemeinderat. Später erfolge jeweils eine öffentliche Auflage mit Einsprachemöglichkeit. So sei denn im Fall der «saegioberwangen» auch erwünscht, dass sich die Bevölkerung bis Ende Jahr mit Wünschen, Kritik oder Fragen ins Projekt einbringe. Anschliessend an die Ausführungen von Bosshardt schilderte Andrea Brühwiler, wie ihr Ehemann Roman Brühwiler und sie 2007 die Parzelle 1748 erwarben und zunächst als Lagerplatz nutzten. Oberwangen und die Nähe zur Natur hatten es den beiden aber so angetan, dass sie 2011 die «Alte Säge» kauften und sie zu ihrem Traumhaus umbauten. Immer wieder wurden sie darauf aufmerksam gemacht, dass das Land rund um ihr Haus eigentlich Bauland sei und es zonenkonform genutzt werden sollte. Vor rund zwei Jahren entschlossen sich die beiden, dass etwas Neues auf dem Gelände entstehen soll und fingen an zu planen.

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Gestaltungsplan für die Überbauung an der Sägestrasse: Bevölkerung kann Wünsche anmelden und Kritik anbringen bis Ende Jahr.  (Foto_ Margrit Keller)


Projekt mit Vorbildcharakter

Die Brühwilers holten verschiedene Akteure ins Boot, so etwa Raumplaner Sebastian Frenzel. Für ihn habe das Projekt Vorbildcharakter. Man habe mit der nicht ganz einfachen Parzellenform und den 6‘200 m2 entsprechend dem Baureglement der Gemeinde sowie den aktuellen, kantonalen Vorschriften, verschiedene Bebauungsmöglichkeiten durch­gespielt, informierte er. Die favorisierte Variante sei bereits durch eine Vorprüfung beim Kanton gegangen. In der vorgestellten Variante seien denn auch die Änderungswünsche des kantonalen Hochbauamtes und der kantonalen Denkmalpflege berücksichtigt worden, teilte er weiter mit. Speziell erfreut zeigte sich Frenzel über die Begegnungszone, die Bepflanzung mit ausschliesslich einheimischen Sträuchern und die mögliche Beheizung mit erneuerbaren Energien.

Erschliessung, Zufahrten und grösseres Verkehrsaufkommen, Sicherheit für die Kinder sowie Fernwärme zur geplanten Überbauung, beschäftigten die Infoanlass-Teilnehmenden. René Bosshart verwies auf das kommende Detailkonzept für die Einführung von Tempo-30-Zonen. Dabei würden verschiedene Strassen und deren Befahrungssituation unter die Lupe genommen und nach verträglichen Lösungen gesucht.

By Margrit Keller