In den vergangenen Tagen ist vor allem  ein Thema im Fokus gestanden: das Coronavirus. Weltweit beschäftigen sich Menschen mit dem Virus und dessen Auswirkung. Markus Büchel, Bischof des St. Galler Bistums, kennt die Problematik rund um das Virus. Er setzt in den herausfordernden Zeiten nicht nur auf Schutzmassnahmen. Für ihn zählt auch die Verbindung zu Gott. «Die Vorbereitungswochen auf das Osterfest sind in unserer christlichen Tradition eine Zeit der Besinnung und Neuorientierung. Wer hätte am Aschermittwoch gedacht, dass unsere diesjährige Fastenzeit uns in eine so existenzielle und alle Menschen verbindende Herausforderung führen würde, wie wir sie nun mit der Corona-Epidemie erleben», schreibt Büchel gleich zu Beginn. 

Dass Menschen in Elends-, Kriegs- und Flüchtlingssituationen täglich leiden, ist der Gesellschaft laut dem Bischof bewusst. Um die christliche Solidarität werde in diesen Wochen in besonderer Weise vom Fastenopfer und anderen Hilfsorganisationen geworben. Auch jetzt sind wir gefordert ihnen zu helfen», so Büchel. Letztlich bleibe diese Not aber doch weit weg – in Griechenland, in der Türkei, in Syrien oder in Afrika.

«Jeder Einzelne ist gefordert»

«Jetzt bedroht eine Krankheit unser Leben ganz nah und persönlich, und zwar flächendeckend über Landesgrenzen und Kontinente hinweg», betont Büchel. Ohnmacht, Leiden und auch Ängste der Menschen sei nun hautnah zu erleben. Verantwortliche in Staaten und Organisationen tun das Möglichste, um eine Ausbreitung des Virus einzudämmen. «Jede und jeder Einzelne ist gefordert, sich an Vorgaben zu halten, die unsere Freiheiten einschränken», ist Büchel überzeugt. 

Dies betreffe auch kirchliche Anlässe und Gottesdienste. Jeder Verzicht werde zu einem Akt der Solidarität zugunsten der Menschen, die am stärksten gefährdet sind. Im Schreiben bedankt sich der Bischof bei allen, die in den Pfarreien und Kirchgemeinden diese Massnahmen unterstützen und sich der Betroffenen annehmen. «Wo physische Nähe zu Kranken und Betagten nicht mehr möglich ist, dürfen wir Glaubende einander im Gebet unterstützen. In der Seelsorge sind wir daran, neue Wege zu finden, über digitale Medien, Telefongespräche, Gebetsvorlagen, aufmunternde Briefe», fordert Büchel auf. 

Auch wenn viele Menschen nicht oder kaum durch das Coronavirus krank werden, ist dem Bischof bewusst, dass die Menschen eine grosse, kollektive Angst. Gerade in diesen Erfahrungen der Angst und der Ohnmacht sei das Vertrauen auf Gott eine tragende und heilende Kraft: «Er hat uns seine Nähe zugesprochen. Er lässt uns nicht im Stich und schenkt uns auch in grossen Herausforderungen eine Hoffnung, die trägt.» Jesus Christus gehe den Weg mit, auch durch diese Epidemie hindurch. In diesem Vertrauen begegnen wir auch geistlich der Krankheit mit aller Ernsthaftigkeit und beten für das Heil aller Betroffenen.