In der ganzen Schweiz treffen sich jeden Abend begeisterte Kicker in der Amateurliga. Dabei ziehen sich die Mitglieder einer Mannschaft – in der Regel immer mehr als 15 Personen – in einer Garderobe um. Sie rennen 90 Minuten einem Ball hinterher und haben damit Körperkontakt. Danach teilen sie sich eine Dusche, wo die Sicherheitsabstände nicht wirklich eingehalten werden können. Bereits vor neun Tagen hat der Bund die Corona-Schutzmassnahmen im Regional-Fussball in der ganzen Schweiz verschärft. Nun hat der Bundesrat die Massnahmen noch weiter verschärft und am Mittwochnachmittag bekannt gegeben, dass die Amateur-Saison bis auf Weiteres abgebrochen wird. Der Spielbetrieb wird ab Donnerstag, 28. Oktober, also eingestellt.

Für Hobby-Kicker in der Amateurliga ist das eine besonders bittere Pille. Doch was sagt der FC Uzwil zum neusten Bundesratsentscheid? Schliesslich hat der Amateur-Verein in der aktuellen Saison der 2. Liga interregional noch kein Spiel verloren – sieben Spiele hat der FC Uzwil hintereinander gewonnen, in der letzten Partie kam er zu einem Remis. Da der Uzwiler Fussballclub der Leader in seiner Liga ist, ist er eigentlich in Richtung Aufstieg unterwegs. Nun gilt Folgendes: Wenn nicht mindestens die Hälfte der Saison gespielt wird, werden die bisherigen Leistungen nicht gewertet.

Keine einfache Situation für den FC Uzwil also. Doch Armando Müller, Trainer und Sportchef des FC Uzwil, sieht die aktuelle Situation nicht ganz so schwarz: «Die aktuelle Entscheidung des Bundesrates mit den neu verordneten Schutzmassnahmen ist definitiv vernünftig.» In der aktuellen Lage, in der sich die Schweiz befinde, habe er vollstes Verständnis für diese Regelungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. «Jetzt geht es nicht um irgendwelche Punkte, die wir weiter erzielen könnten, und um sportliche Leistungen», betont Müller, «sondern um uns Menschen, unsere Gesundheit und unser Wohlergehen.»

«Jetzt sind wir anders vorbereitet»

Auch die Spieler des FC Uzwil sehen die aktuelle Situation gelassen. «Wir sind ja nicht der einzige Verein, der von diesen Massnahmen betroffen ist», sagt Trainer Müller. Zudem seien die neuen Regelungen nicht wirklich überraschend. Gerade weil in den letzten Tagen in den unterschiedlichsten Medien über mögliche Szenarien diskutiert wurde. So habe man bereits im Vorfeld gewusst, dass es zu einem solchen Schritt kommen könne.  «Wir wurden also nicht vor den Kopf gestossen», erklärt er. Es sei nun eine andere Situation als noch im Frühling in der Rückrunde. «Jetzt sind wir ganz anders vorbereitet.»

Was der Saison-Abbruch für den FC Uzwil nun bedeutet, kann Sportchef Müller zum aktuellen Zeitpunkt nicht sagen. «Wir warten ab, was die Liga in den nächsten Tagen entscheidet und anschliessend kommuniziert.» Alles sei noch frisch, um ein genaues Statement zum Vorgehen des Vereins abzugeben. Zudem wisse man aktuell noch nicht, wie lange die Massnahmen gültig sein würden. «Sollte der Saison-Unterbruch angenommen bis Frühling andauern, dann werden wir die Zeit nutzen, um etwas runter zu fahren», so Müller. In den nächsten Tagen und Wochen werde sich entscheiden, wie der FC Uzwil die Situation meistern wolle. Die Mannschaft sei flexibel genug, um die aktuelle Situation gut zu meistern. «Wir sind fokussiert und deshalb werden wir uns bestimmt gut umorganisieren», ist Müller überzeugt.