Ivan und Sandra Di Stefano aus Bichwil sind zusammen mit Michael Gieseck mit ihrem Startup «SLP Care AG» vor vier Jahren mit den Gesundheitsringen namens «Smovey Med» konfrontiert worden – und vertreiben diese seit zwei Jahren. Im Innern des Spiralschlauchs hat es drei bis vier Stahlkugeln. Durch das Schwingen der Ringe werden Vibrationen und somit Reize für das Nervensystem erzeugt. Damit soll die Gesundheit gesteigert werden. Schon 8000 Paare dieser Ringe sind in den beiden ersten Jahren verkauft worden. Resultiert hat ein Umsatz von 550'000 Franken.

Um das eigene Unternehmen zu stimulieren, begaben sich die Bichwiler in «Die Höhle der Löwen». Unter diesem Titel hat TV24 ein Fernsehformat aus dem Ausland kopiert. Fünf Investoren sind auf der Suche nach neuen Produkten. Kann das gegenseitige Interesse geweckt werden, gibt es ein Investment. Auch die Wiler Firma Fust hat mit ihrer Online-Schreinerei Ecoleo mitgemacht – und vergangenes Jahr auch Geld bekommen.

Warum die Löwen nicht anbissen

Die Oberuzwiler versuchten die «Löwen» mit zwei Testimonials zu überzeugen. So berichtete der 81-jährige Rolf Lichtensteiger, dass er vor 15 Jahren die Diagnose Parkinson erhalten habe, dank den Ringen aber wieder ganz normal laufen könne und aufrechter stehe als zuvor. Ivan Pellegrini, einst Akrobat beim Zirkus Knie, erkrankte vor einiger Zeit an akuter Leukämie. Er erzählte, dass die Ringe einen positiven Einfluss auf das angegriffene Nervensystem hätten.

Doch es brachte nichts. Keine der fünf «Löwen» Tobias Reichmuth, Bettina Heim, Roland Brack, Anja Graf und DJ Antoine Konrad biss an und sprach das gewünschte Investment von einer halben Millionen Franken, wobei die Bichwiler 20 Prozent des Anteils abgegeben hätten. Anja Graf sagte etwa, die Produktionskosten von 38 Franken pro Ring-Paar seinen zu hoch. Mehrfach wurde in der am Dienstagabend ausgestrahlten Sendung angeregt, das Marketing und der visuelle Auftritt müssten verbessert werden. Auch wenn es kein Geld gab, herrschte hinterher Freude bei den Bichwilern. Denn sie bekamen das so genannte Gründer-Ticket und erhalten somit von «Media Shop» Unterstützung in Produktion, Marketing und Vertrieb des eigenen Produkts.

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Sie versuchten die Investoren zu überzeugen: Michael Gieseck (links) sowie Sandra und Ivan Di Stefano.