Es ist ein trauriger Anstieg, den das Bundesamt für Strassen Astra dieses Frühjahr meldete: 227 Verkehrstote im Jahr 2020, 40 mehr als noch 2019. Von den tödlichen Unfällen betroffen waren vor allem Autoinsassen sowie Motorrad- und Velofahrende. Immerhin: Bei den tödlich verunfallten Fussgängern konnte ein Rückgang verzeichnet werden.

Töff und Auto

Insgesamt 52 Töfffahrer sind 2020 auf Schweizer Strassen gestorben, 2019 waren es noch 30. Im Auto sind 71 Personen ums Leben (2019: 65) gekommen. 17 davon gehen auf das Konto alkoholbedingter Unfälle. Zum Vergleich: 2019 waren es noch 11 Personen.

Vor diesem Hintergrund erstaunt es doch immer wieder, dass sowohl die Kapo SG als auch die Kapo TG regelmässig alkoholisierte oder anderweitig fahrunfähige Personen anhalten und bei der Staatsanwaltschaft anzeigen muss. So auch in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag im Kanton St. Gallen:

  • St. Margrethen, Samstag, 21:10 Uhr: 29-jähriger Autofahrer als fahrunfähig eingestuft, Blut- und Urinprobe angeordnet sowie Führerausweis abgenommen
  • Kaltbrunn, Samstag, 21:14 Uhr: 29-jährige Autofahrerin unter Alkoholeinfluss, Weiterfahrt untersagt
  • Haag, Samstag, 21:15 Uhr: 34-jähriger Autofahrer unter Alkoholeinfluss, beweissichere Atemalkoholprobe zeigte einen positiven Wert an, Führerausweis für die Schweiz aberkannt
  • Schmerikon, Samstag, 21:14 Uhr: 43-jährige Autofahrerin unter Alkoholeinfluss, Weiterfahrt untersagt
  • Gossau, Sonntag, 2 Uhr: 26-jähriger Autofahrer unter Alkoholeinfluss, Weiterfahrt untersagt
  • Gossau, Sonntag, 02:50 Uhr: 27-jähriger Autofahrer unter Alkoholeinfluss, Weiterfahrt untersagt

Auch die Kapo TG hat mehrere alkoholisierte Verkehrsteilnehmende angehalten, zwei davon seien stark alkoholisiert gewesen:

  • Altnau, Samstag, 18:30 Uhr: Ein Velofahrer wurde bei einem Verkehrsunfall leicht verletzt, nachdem er von einem BMW angefahren worden sei, der sich danach aus dem Staub gemacht habe. Der Velofahrer hatte einen Atemalkoholwert von 0,6 mg/l.
  • Pfyn, Samstag, 22 Uhr: Ein Autofahrer war durch seine unsichere Fahrweise aufgefallen, der Atemalkoholtest ergab beim 34-Jährigen einen Wert von 1,21 mg/l, der Führerausweis wurde zuhanden des Strassenverkehrsamtes eingezogen.
  • Tägerwilen, Sonntag, 1 Uhr: Die Atemalkoholprobe ergab beim 40-jährigen Fahrer während einer Kontrolle einen Wert von 0,44 mg/l, sein Führerausweis wurde zuhanden des Strassenverkehrsamtes eingezogen.
  • Frauenfeld, Sonntag, 2 Uhr: Auf der Zürcherstrasse in Richtung Islikon ist ein Auto mit einer Verkehrsinsel kollidiert. Verletzt wurde niemand, es entstand Sachschaden von mehreren tausend Franken. Die Atemalkoholprobe ergab beim 45-jährigen Fahrer einen Wert von 1,27 mg/l. Sein Führerausweis wurde durch die Einsatzkräfte der Kantonspolizei Thurgau eingezogen.
  • Amriswil, Sonntag, 2:15 Uhr: Ein 20-jähriger Autofahrer baute einen Selbstunfall, verletzt wurde niemand. Die Atemalkoholprobe ergab beim Schweizer einen Wert von 0,62 mg/l. Sein Führerausweis wurde eingezogen.
  • Frauenfeld, Sonntag, 3:15 Uhr: Eine Patrouille der Kapo TG konnte beobachten, wie ein Auto mit einer Verkehrsinsel kollidierte. Daraufhin wurde der 37-jährige Fahrer kontrolliert, der Atemalkoholwert betrug 0,93 mg/l.

Alkohol am Steuer ist ein gefährlicher, oft tödlicher Begleiter. Er beeinträchtigt Aufmerksamkeit, Reaktionsfähigkeit und Sehvermögen – alles wichtige Fähigkeiten für sicheres Fahren. Am besten hält man sich also an die Empfehlung der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU): «Wer fährt, trinkt nicht.»

Velo und E-Bike

Zurück zur Unfallstatistik des Astra: 2020 sind zudem 29 Velofahrende auf den Strassen gestorben, das sind 13 mehr als im Vorjahr. Ein deutlicher Anstieg sei innerorts feststellbar, heisst in der Meldung weiter: Dort kamen 19 Menschen ums Leben, was gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 10 Personen entspricht.

Wie in den Vorjahren habe es auch 2020 mehr schwer verunfallte E-Bikefahrende gegeben: 15 Personen wurden dabei getötet (2019: 11) und 521 schwer verletzt (2019: 355).

Veloweggesetz: Vernehmlassung abgeschlossen

Mit dem in Erarbeitung stehenden Veloweggesetz könne die Infrastruktur für die Velo- und E-Bike-Fahrenden verbessert und damit die Verkehrssicherheit erhöht werden. Die Vernehmlassung sei im September 2020 abgeschlossen worden, der Bundesrat wolle die Botschaft als nächstes «zuhanden des Parlaments verabschieden», heisst es in der Mitteilung weiter. Zudem würde zurzeit das Strassenverkehrsgesetz revidiert, die auch Schutzmassnahmen für E-Biker vorsehe, eine Helmpflicht etwa.

Zu Fuss und «fahrzeugähnlich» unterwegs

Bei den getöteten Fussgängerinnen sei ein leichter Rückgang zu verzeichnen, und zwar von 37 (2019) auf 36 Personen. Fast die Hälfte starb auf einem Fussgängerstreifen. Zwei Nutzer «fahrzeugähnlicher Geräte» – etwa Skateboards oder Trottinettes – sind 2020 ebenfalls tödlich verunglückt.