Die Regierung hat beschlossen, dass ab nächstem Schuljahr das Fach Ethik-Religion-Gemeinschaft (ERG) nicht mehr von den Religionsvertreterinnen - also den Kirchen - unterrichtet wird, sondern von schulischen Lehrpersonen. Heute kommunizierte das Bistum St.Gallen, dass die Kompetenzen der Katechetinnen innerhalb des Bistums weiterhin gefragt sein werden. Nun appelliert die Bistumsleitung an die Kirchenverwaltungen und Pastoralteams in ihrem Zuständigkeitsbereich, dass die Katechetinnen für die Entwicklung des Lernortes Kirche eingesetzt werden.

Denn Katechetinnen, deren Lektionen im Fach ERG Kirchen ab dem kommenden Schuljahr nicht mehr stattfinden, sollen mit ausserschulischen Aufgaben betraut werden. Die Kirche möchte auf diese gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen nicht verzichten, ihnen neue Aufgabenfelder eröffnen und ihnen sinnvolle Weiterbildungen anbieten, wie es in der Mitteilung heisst. Doch was genau sollen diese ausserschulischen Aufgaben sein? Pastoralamtsleiter Franz Kreissl sagt gegenüber hallowil.ch: "Es gibt in der Kirche viele Themenbereiche, für deren Vermittlung die Katechetinnen gut ausgebildet sind: junge Familien, wie man mit Kindern redet oder Jugend zum Beispiel.“

Bistum sieht es als Chance

In der Mitteilung heisst es weiter: Katechese gehört zu den Grundvollzügen der Kirche und somit zu den unveräusserlichen Aufgaben der Seelsorge. In den vergangenen Jahren wurde der Lernort Kirche immer wichtiger. Die Frage, was Glaube heisst und was er für das eigene Leben bedeutet, ist zudem am Ende der Schulbildung nicht abgeschlossen. Religiöse Bildung geht weiter. In der Familienpastoral, in der Erwachsenenbildung oder im Bereich Firmung ab 18 benötigt das Bistum die fachlich ausgebildeten Mitarbeitenden, deren Lektionen durch die Streichung von ERG Kirchen weggefallen sind. 

Die Entwicklung könne durchaus als Chance gesehen werden, verstärkt die Generationen zwischen 18 und 40 Jahren für den Glauben und die Kirche zu interessieren, meint Kreissl und sagt: „Wichtig ist, dass das, was die Katechetinnen gelernt haben, nützlich und brauchbar ist und auch in Zukunft sein wird.“

Der Ball liegt nun bei den Kirchenverwaltungen und den Pastoralteams, interessante und lehrreiche Angebote in den Kirchgemeinden zu schaffen, um so die Katechetinnen für den Lernort Kirche zu gewinnen.