An der Viehschau des Braunviehzuchtvereins Niederhelfenschwil werden rund 300 Tiere den drei Experten zur Bewertung vorgeführt. „Brisi“ aus dem Stall von Markus Senn erobert den Titel „Miss Niederhelfenschwil“.Bei herrlichem Herbstwetter säumten am Samstagmorgen zahlreiche Zaungäste die Zufahrtswege zur Gemeindeviehschau beim Rotachhof in Zuckenriet. Bei der gestaffelten Auffuhr mussten sich die Autofahrer während einiger Zeit gedulden, weil für einmal das Braunvieh den Vortritt hatte. Die dreizehn beteiligten Landwirtschaftsbetriebe führten ihre Herden mehrheitlich über die Strassen zum Schauplatz, weiter entfernte Betriebe zogen die motorisierte Zufuhr vor. Die Zuschauer konnten eine farbenfrohe Auffuhr bewundern, gaben sich die Besitzer und ihre Helfer doch grosse Mühe, sich selber und ihre sauber herausgeputzten Tiere in festlicher Aufmachung zu präsentieren. Damit sollte auch das Verständnis der Bevölkerung für die Anliegen der Landwirtschaft geweckt werden.

Kuhglocken und Blumenschmuck
Das Geläute der Glocken und Treicheln kündete jeweils das Nahen der Herden an. Angeführt von den Familienmitgliedern und Helfern folgten die Leittiere mit ihrem prachtvollen Kopfschmuck und den Glocken. Zu gefallen wussten vor allem die Gruppen, welche in sennischer Aufmachung in Trachten und mit Ziegen, Hunden oder anderen bäuerliche Gegenständen ankamen. Auf dem Schauplatz war es dann die Aufgabe der Bauern und Helfenden, die Tiere in der richtigen Kategorie an den Anbindelatten zu platzieren und wenn nötig nochmals zu reinigen. Insgesamt wurden sie in fünfzehn Abteilungen bewertet. Diese Aufgabe fiel den Experten Jakob Frick, Schwellbrunn, Andreas Hohl, Wald AR und Walter Rhyner, Hoffeld zu.

Attraktiver Jungzüchterwettbewerb
Der Jungzüchterwettbewerb gilt jedes Jahr als beliebter und attraktiver Auftakt zur Schau. Er kommt beim Publikum stets sehr gut an. Zwölf Kinder meldeten sich für den von Bruno Fritsche zum 23. Mal organisierten Event an. Sie führten ihre Jungtiere in den Ring und beschrieben die Vorzüge ihrer Kälbchen in Versform. Nicole Neff, Schönholzerswilen beurteilte das Auftreten der in zwei Altersgruppen eingeteilten Kinder. Bruno Fritsche kommentierte mit witzigen Bemerkungen die Auftritte und überreichte den Teilnehmenden für ihre mutige Präsentation eine Glocke und der Siegerin einen Pokal. „Für mich ist dieser Jungzüchterwettbewerb der absolute Höhepunkt der Schau. Die Mädchen und Buben bereiten sich seriös und mit Freude auf ihren Auftritt vor. Es braucht schon Mut, vor so viel Publikum aufzutreten“, bekannte Fritsche.

Neutrale Beurteilung durch Fachexperten
Am Vormittag beurteilten die drei Schauexperten die Tiere nach den vorgegebenen Kriterien und Zuchtzielen des Braunviehzuchtverbandes. Sie bestimmten die schönsten und wirtschaftlichsten jeder Abteilung, von den Jungkühen bis zu den älteren Kühen mit mehrfacher Laktation. Jeweils fünf von ihnen wurden im Ring zur Wahl der Kategoriensiegerin vorgeführt. Das Interesse für die Präsentation der schönsten Tiere war enorm. Die zahlreichen Zuschauer scharten sich um den mit Stroh ausgelegten Vorführplatz oder verfolgten das Geschehen vom offenen Festzelt aus. Abwechselnd begründeten die Juroren ihre Entscheidung und wiesen auf die Besonderheiten und Qualitätsmerkmale hin.

Gut organisiert
Am Nachmittag standen die verschiedenen Spezialwettbewerbe auf dem Programm, die ebenfalls bei den Zuschauern auf grosses Interesse stiessen. Zehn Züchter beteiligten sich am prestigeträchtigen Betriebscup. Die Experten wählten das Siegertrio von Markus Senn als Preisgewinnerin. Beim Mutter-Tochter-Wettbewerb gewannen Tarina und Trixi von Bruno Fritsche. Mit „Debi“ holte Thomas Niedermann den Schön-Euter-Preis der Erstmelkkühe. Die Auszeichnung für das schönste Euter bei den älteren Tieren bekam „Honda“ aus dem Stall von Erwin Brühwiler. Bei der jüngeren Abteilung eroberte „Brisi“ von Markus Senn den ersten Rang. Die mit Spannung erwartete Wahl der Miss Niederhelfenschwil entschied ebenfalls „Brisi“ für sich. Gross war der Jubel des ganzen Senn-Teams, dass ihre Kuh als Schönste der im Final stehenden Tiere auserwählt wurde.

Zuchtfortschritte anstreben
Wirtschaftlichkeit und Leistungsstärke gelten als Ziele des Braunviehzuchtvereins. Dass diese Vorgaben von den Züchtern mit Erfolg angestrebt werden, zeigte sich bei der Bekanntgabe der Spitzenwerte. So steht die Lebensleistung der bei vierzehn Laktationen stehenden, achtzehneinhalbjährigentollen Kuh Finia aus dem Stall von Bruno Fritsche bei 120‘980 kg Milch. Zwei weitere Züchter erreichten mit ihren tollen Hochleistungskühen ebenfalls über 100‘000 kg. Peter Christen zeigte eine Viergenerationen-Familie, bei der in jeder neuen Generation eine merkliche Leistungssteigerung erzielt wurde. Im Schauring, der mit einer dicken Strohschicht ausgelegt war, konnten die Züchter in jeder der fünfzehn Abteilungen die fünf bestbewerteten Tiere vorführen.

Viele interessierte Besuchende
Schon am Vormittag war das Festzelt gut gefüllt. Am Mittag waren über 400 hungrige Besuchende dabei, sodass die speditiv aufgestellte Festwirtschaft nur mit Mühe die vielen Verpflegungswünsche befriedigen konnte. Die Fachexperten gaben am Nachmittag in der Schaukritik ihren Kommentar ab. Sie attestierten dem Vorstand eine ausgezeichnete Organisation. Den Viehbestand des Vereins beurteilten sie als angesichts der Konkurrenz anderer Rassen als erfreulich. Die Züchter hätten ein ausgeglichenes Potenzial auf hoher Qualitätsstufe. Am Abend trafen sich die Landwirte im Festzelt zur gemütlichen Schauparty mit Preisverteilung. In allen Kategorien wurden prachtvolle Glocken als Wanderpreise abgegeben. Preise erhielten auch die Gewinner der Spezialwertungen.