«Die Migros gehört uns allen», ist die Botschaft des Werbeslogans. Dies ist nur bedingt richtig. Die Alte Migros an der Winterthurerstrasse gehört nämlich den Sirnachern – und soll nach gescheiterter Vermietungsphase der Eigennutzung der Gemeinde zugeführt werden. Damit die aus allen Nähten platzende Bibliothek, die sich noch in den Schulräumen Grünau befindet, der Jugendtreff sowie die Mütter- und Väterberatungsstelle darin einziehen können, bedarf es eines Umbaus. Und dieser kostet. Am 10. Februar wird in Sirnach deshalb über einen Kredit von 2,048 Millionen Franken abgestimmt. Gleichzeitig gilt es, die Mobilie aus dem Landkreditkonto ins Verwaltungsvermögen umzuverteilen. Wichtig zu wissen: Die Zivilschutzanlage Winterthurerstrasse bleibt so, wie sie sich zurzeit präsentiert.

Drei mögliche neue Nutzer

Auf den ersten Blick könnte sich die Botschaft zur Urnenabstimmung so verstehen, als dass in den Räumlichkeiten der alten Migros «nur» die Bibliothek einziehen soll. Dies ist jedoch nicht der Fall. Das Gebäude «Alte Migros» soll optimal genutzt werden. Deshalb wurde entschieden, auch den Jugendtreff «Teenie-Talk» sowie die Mütter- und Väterberatungsstelle, die sich zurzeit noch in den maroden Gebäuden Obermatt und Flurhof befinden, in diesen Räumen anzusiedeln. Die beiden Mobilien Obermatt und Flurhof, die ebenfalls der Gemeinde gehören, sollen rückgebaut werden.

Alle drei möglichen künftigen Nutzer werden separate Eingänge bekommen und sich nicht in die Quere kommen: die Bibliothek von der Winterthurerstrasse her, die Mütter- und Väterberatungsstelle auf der entgegengesetzten Seite und der Jugendtreff über das Untergeschoss. Alle drei Einheiten sind rollstuhlgängig geplant. Für die Bibliothek dürfte eine Züglete von grösstem Nutzen sein. In der Schulanlage Grünau entspricht nicht mehr den heutigen Begebenheiten. Kommt dazu, dass die jetzige Bibliothek laufend grösseren Zuspruch erhält. Im Jahr 2018 hat sie ohne die digitalen Medien 51’300 Bücher ausgeliehen, was einer Steigerung von 35 Prozent innerhalb acht Jahren entspricht. Für diese Grössenordnung schlägt der Kanton bereits seit längerer Zeit eine Verdoppelung der Bibliotheks-Grösse vor.

Keine Aufstockung nötig

Die öffentliche Informationsveranstaltung zu dieser Botschaft wurde am Dienstag nur von wenigen Einwohnern, dafür von praktisch dem gesamten Gemeinderat und den neuen Kandidaten, besucht. Gemeindepräsident Kurt Baumann informierte. Eine der wenigen Fragen war, warum das bestehende Gebäude für die neue Nutzung nicht aufgestockt werde. Die Antwort von Baumann: «Ein weiteres Stockwerk mit einer leichten Bauhülle wäre zwar möglich. Die jetzige Lösung ist jedoch preiswert und zusätzlicher Raumbedarf besteht in absehbarer Zeit nicht.

By Urs Nobel