Die Personalaufwände steigen um 1,4 Millionen Franken. Das habe unter anderem auch damit zu tun, dass man beim Lehrpersonal aufstocke. «Es werden drei bis vier neue Schulklassen gegründet», so Susanne Hartmann, Stadtpräsidentin, an der Pressekonferenz vom Dienstag. Dafür brauche es neue Lehrpersonen. Aber auch in der Verwaltung selbst wird das Personal aufgestockt, so in der Hauswartung, den sozialen Diensten und im Werkhof. Auch die Finanzverwaltung wird um 100 Stellenprozente aufgestockt, 60 Prozent davon sind allerdings befristet, und zwar bis 2023. «Die 60-Prozent-Stelle ist projektbezogen und für die Einführung und Implementierung der neuen Software geplant», so Stephan Schüle, Leiter der Finanzverwaltung.

Investitionen in Solaranlagen

Die TB Wil vermeldet indes einen Ertragsüberschuss von 2,6 Millionen Franken. «Erfreulich» sei das, sagt Daniel Meili, Vorsteher der TB Wil und Wiler Stadtrat. Im kommenden Jahr planen die TB Wil verschiedene Fördermassnahmen in den Bereichen Elektrizität und Gas, so werde etwa das «Bürgermodell» weiter ausgebaut. Hierbei können Bürger aus dem Einzugsgebiet der TB Wil Solarpanels auf dem Dach vom Bergholz erwerben. Das Projekt sei so gut angelaufen, dass ein Folgeprojekt realisiert würde, führt Daniel Meili aus. Aus der Solaroffensive wird 2020 eine Million eingesetzt. Damit sollen weitere Solardächer auf sechs städtischen Gebäuden realisiert oder eine Photovoltaikanlage über dem Parkplatz Bergholz erstellt werden. Dabei verweist Daniel Meili auf den «positiven Nebeneffekt Schatten»: Unter einer solchen Anlage wären die parkierten Autos im Schatten und die Energie könnte genutzt werden.

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Über das Budget 2020 informierten am Dienstag: Daniel Meili (Stadtrat und Vorsteher TB Wil), Susanne Hartmann (Stadtpräsidentin), Stephan Schüle (Leiter Finanzverwaltung)  sowie Goar Schweizer (kaufmännischer Leiter TB Wil)

Der Steuerfuss bleibt bei 118 Prozent, was die Wiler Stimmbürgerinnen und -bürger anfangs Jahr so beschlossen hatten.

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Rot: Stadt Wil rechnet 2020 mit einem Verlust von 2,6 Millionen (22.10.19)

Bei Ausgaben von 167 Millionen Franken budgetiert die Stadt Wil für das Jahr 2020 einen Verlust von 2,6 Millionen Franken. Für Löhne werden 1,4 Millionen mehr ausgegeben als 2019. Der Steuerfuss bleibt – wie vom Volk Anfang 2019 beschlossen – bei 118 Prozent.

Der Stadtrat hat die Ausgabensituation wiederum «sehr genau» analysiert, wie er am Dienstagvormittag in einer Mitteilung schreibt. Der Sachaufwand sinkt um 1,2 Millionen Franken im Vergleich zum Budget 2019. Das Ausgabenwachstum bei den Sozialausgaben, der Bildung, der Pflegefinanzierung sowie beim Personalaufwand lassen die Ausgaben insgesamt aber weiter ansteigen.

Auch der Personalaufwand nimmt um 1,4 Millionen Franken zu. So steigen die Löhne der Lehrpersonen und es werden neue Stellen im Facility Management, den Sozialen Diensten, der Finanzverwaltung und im Werkhof geschaffen. Die zusätzlichen Stellenprozente sind laut der Stadt Wil ausgewiesen und können nicht durch interne beziehungsweise organisatorische Massnahmen aufgefangen werden.

Leicht steigende Steuereinnahmen

Der Nachtrag zum Steuergesetz (STAF) führt ab der Steuerperiode 2020 bei den natürlichen Personen zu Steuerausfällen. Dennoch geht die Stadt Wil aufgrund des Wachstums bei der Bevölkerung und der Steuerkraft von leicht steigenden Steuereinnahmen aus. Einbussen bei den juristischen Personen werden aufgrund der rückwirkenden Besteuerung erst im folgenden Jahr erwartet.

Die budgetierten Nettoinvestitionen betragen 12,3 Millionen Franken und liegen damit rund 8 Millionen Franken unter dem im Finanzplan 2019-2023 angezeigten Planwert. Dank einer konsequenten Priorisierung ist eine Realisierungsquote von 70 Prozent realistisch, schreibt die Stadt. Bei Abschreibungen von 8,7 Millionen Franken könne ein Selbstfinanzierungsgrad von rund 70 Prozent erreicht werden.

TBW investiert weiter in erneuerbare Energien

Das Budget der der Technischen Betriebe (TBW) weist bei einem Aufwand von 76,3 Millionen Franken einen Gewinn von 2,6 Millionen Franken aus. Dies ist 1,9 Millionen Franken weniger als im Budget des Vorjahres. Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist mit den höheren Abschreibungsquoten gemäss dem neuen Rechnungsmodell RMSG zu erklären.

Die für das Jahr 2020 budgetierten Abgeltungen an die Stadt betragen gesamthaft 6 Millionen Franken, was einer leichten Zunahme entspricht. Für die Substitution von fossiler Energie und für Effizienzmassnahmen werden 2,2 Millionen Franken aufgewendet. Von den 1,5 Millionen Franken, welche vom Stadtparlament im Mai als Vorfinanzierung «Solar-Offensive» zugewiesen wurden, wird im 2020 rund 1 Million Franken eingesetzt, wie die Stadt Wil weiter schreibt. (sk/red)