«Der Sanierungsbedarf zahlreicher Fenster im Stiftsbezirk St.Gallen ist ausgewiesen.» Dies sagte Kollegienrat Stefan Schöb, St.Gallen, an der Kollegiumssitzung vom Dienstag. Er präsidierte die vorberatende Kommission anlässlich des zur Abstimmung stehenden Verpflichtungskredits von 2,2 Millionen Franken für 374 neue Fenster im Stiftsbezirk. Mit der Zusage zu diesem Kredit unterstreiche der Katholische Konfessionsteil seine ökologische und energetische Verantwortung in der heutigen Zeit, so Schöb weiter. 

Ein Grossteil der zu ersetzenden Fenster sind älter als sechzig Jahre. Sie sind schadhaft und erfüllen die Anforderungen an die heutigen wärme- und lärmtechnischen Standards nicht mehr. Die meisten haben weder Dichtungen noch Isoliergläser. Fensterkitt fällt aus den Rahmen und die Farbe blättert ab. Einstimmig hiessen die 170 anwesenden Stimmberechtigten den Kredit in der Höhe von 2,2 Millionen Franken gut. Der Ersatz der Fenster wird in drei Etappen erfolgen, weil der Schul- und Museumsbetrieb im Stiftsbezirk zu berücksichtigen sind.

GPK hat Budgetpunkte kritisch hinterfragt

Einstimmig fiel auch die Abstimmung zum Budget 2023 aus. Bei einem Aufwand von 72,4 Millionen Franken wird mit einem Defizit von knapp 358'000 Franken gerechnet. Raphael Kühne, Präsident des Administrationsrats (Exekutive), sprach von einer roten Null.

Kritisch beäugt hat das Budget die Geschäftsprüfungskommission (GPK). Die Verwaltungskosten seien seit Jahren steigend, sagte GPK-Sprecher Niklaus Leisebach. Es sei eine Plafonierung anzustreben. Diese Plafonierung ortet man aber nicht bei den Personalkosten, zumal die zunehmende Zentralisierung zur Entlastung der Kirchgemeinden zu laufend mehr Aufgaben bei Konfessionsteil führen. Sparpotenzial müsste demnach bei den Sachkosten liegen. Hier eine Plafonierung der Verwaltungskosten zu erreichen, dürfte jedoch ohne Verzicht oder sogar Abbau von Leistungen kaum möglich sein, entgegnete Administrationsratspräsident Raphael Kühne.

Überdies sorgt sich die GPK um den kontinuierlichen Anstieg der Beiträge an die Animationsstellen für kirchliche Jugendarbeit. Die GPK stellte den Antrag, dass der Administrationsrat mit dem Rechnungsabschluss 2023 einen Bericht über die Einhaltung der Leistungsvereinbarungen mit den Animationsstellen für kirchliche Jugendarbeit inklusive einer Wirkungskontrolle der eingesetzten Mittel vorzulegen habe. Raphael Kühne zeigte sich namens des Administrationsrats bereit, diesen Prüfauftrag entgegenzunehmen. Es sollen geeignete Kontrollmechanismen definiert werden, um einen entsprechenden Wirkungsbericht erstellen zu können. Weitere Wortmeldungen blieben aus. Mit 123 Ja-Stimmen, zu 22 Nein und mit 23 Enthaltungen folgte das Kollegium dem Antrag der GPK.

Neuer Kollegiumspräsident aus Ebnat-Kappel

Eine reine Formsache war die Wahl des neuen Präsidenten des Kollegiums. Der 59-jährige Peter Burkhard aus Ebnat-Kappel, bisheriger Vizepräsident, steht für die nächsten zwei Jahre an der Spitze des Kollegiums. Seine Wahl war einstimmig. Peter Burkhard löst Margrit Hunold, Tscherlach, ab. Zum neuen Vizepräsidenten gewählt wurde Bernhard Krempl aus Goldach. Als Stimmenzählerinnen und Stimmenzähler amten fortan Claudia Walser-Ackermann (Mels), Felix Bischofberger (Altenrhein) und Hans-Rudolf Manser (Gossau).

Eröffnet wurde die Session des Kollegiums von einem Talk mit dem St.Galler Bischof Markus Büchel, der dem Kollegium anlässlich des 175-Jahr-Jubiläums des Bistums St.Gallen einen Besuch abgestattet hat. Geführt hat das Gespräch Roger Fuchs, der Kommunikationsbeauftragte des Katholischen Konfessionsteils. 

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Bischof Markus Büchel im Talk, moderiert von Roger Fuchs.