Als bereits einige die Stätte der Budgetgemeinden 2020 der Politischen und der Volksschulgemeinde Eschlikon am Montagabend verlassen hatten, fiel dem Schulpräsidenten, Linus Köppel,  noch eine Formalie ein: «Ach ja, wer gegen die Versammlungsführung noch Einwände hätte, müsste sich jetzt noch melden…», rief er den Gehenden hinterher.

Doch niemand der ursprünglich 148 anwesenden Stimmberechtigten meldete sich. Ob das wohl am soeben ziemlich schräg zu Ende gegangenem Budgetabend im selbsternannten «Kultur und Kongresszentrum Eschlikon» gelegen haben mag? Oder vielleicht daran, dass viele bereits Sekunden nach dem letzten Ton die Flucht ins Freie antraten – kalte Nacht hin oder her. Denn das Finale hatte es in sich, hatten sich doch die Behördenmitglieder von Gemeinde und Schule zum Ende des Abends auf der Aula-Bühne versammelt, um ebenso falsch wie euphorisch den «Uriah Heep»-Klassiker «Lady in Black» zu schmettern. Dass dabei munter aneinander vorbeigespielt und gesungen wurde, kümmerte keinen der verhinderten Künstler. Doch als am Ende ein paar Spassvögel noch eine «Zugabe» forderten, kam niemand auf der Bühne auf die Idee, noch eine weitere Kostprobe ihres gesanglichen (Nicht-)Könnens abzuliefern.

Marginale Mehreinnahmen

Immerhin waren die zuvor in zwei Versammlungen geäusserten Prognosen für die Politische Gemeinde Eschlikon und die Volksschulgemeinde Eschlikon bedeutend besser als das Finale kulturell hochwertig. Gemeindepräsident Hans Mäder brachte die insgesamt sechs Einbürgerungsgesuche von 14 Personen ebenso alle mit grossem Mehr durch wie auch das Budget für das Jahr 2020. Dieses sieht bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 50 Prozent einen Aufwand von 15 505 600 Franken und einem Ertrag von 15 448 200 Franken einen Verlust von 57 400 Franken vor. Der Souverän hiess die von der Behörde vorgeschlagenen Nettoinvestitionen in der Höhe von 3 195 800 Franken gut. Generell sei die Finanzlage der Gemeinde gut, so Gemeinderat Alexander Kredt. Dass dennoch für das Jahr 2020 mit einem Verlust gerechnet werden müsse, sei der kantonalen Umsetzung der Steuerreform zuzuschreiben, welche 2020 erstmals zu Buche schlage. Dies führe dazu, so Kredt, dass trotz eines beachtlichen Einwohnerwachstums und der damit einhergehenden Erhöhung des Steuersubstrats bei den natürlichen Personen (plus 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr) die tatsächlichen Steuermehreinnahmen «nur marginal» ausfielen.  


Schulbehörde äusserte Bauwünsche

Auch in der anschliessenden Schulgemeindeversammlung gab es, abseits des finalen Gesanges, keine Dissonanzen – auch wenn Präsident Linus Köppel deutlich machte, dass aufgrund der in den nächsten Jahren massiv ansteigenden Schülerzahlen und den veränderten pädagogischen Anforderungen an den Unterricht, die insbesondere durch die Integration von Schülern mit speziellem Förderbedarf entstanden sei, mit massiven Investitionen zu rechnen sei. «Wir hätten gerne, wenn möglich in dieser Reihenfolge, zuerst die Sporthalle, dann die Mehrzweckhalle Bächelacker und am Ende die Anpassungen in der 'Blumenau' realisiert», gab Köppel den vorweihnachtlichen Wunschkatalog der Schulbehörde durch – wohl wissend, dass noch einige Zeit ins Land ziehen dürfte, bis es endlich so weit sein wird.

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Der Präsident der Volksschulgemeinde Eschlikon, Linus Köppel,  machte klar, dass auf die Schule Eschlikon in den nächsten Jahren einige kostspielige Bauvorhaben zukommen werden. 

Die Schulbürger hiessen das Budget 2020, dass bei einem Steuerfuss von 98 Prozent mit einem Ertrag von 9 905 700 Franken und einem Aufwand von 9 904 100 Franken rechnet, und einen Erfolg von 1600 Franken vorsieht, ebenso einstimmig gut wie auch die Investitionsrechnung, welche Nettoinvestitionen von 3 990 000 Franken vorsieht. Letztere sind vor allem dem Bau der Sporthalle geschuldet, welcher im Jahr 2020 vorgesehen ist.