Moritz Waldschock zu den Vorbereitungen: «Viele von uns waren zum ersten Mal dabei. Unser Auto hat uns in den letzten Monaten sehr viel Freizeit gekostet. Nach der erfreulichen Rangierung denken wir bereits darüber nach, wie wir das Auto weiterentwickeln wollen». Mit diesem Topresultat weiter zu planen, mache Spass. Dass die jungen Leute überhaupt in Südafrika dabei sein konnten, verdankten sie insbesondere den zahlreichen Sponsoren. So sei der Podestplatz auch deren Verdienst.

Probleme von Beginn weg
Das Bühler-Team zeigt sich gemessen an den bewältigten Problemen überaus zufrieden mit dem Resultat. Ihre Minimalplanung habe vorgesehen, das Rennen mindestens beenden zu können. Der dritte Platz bedeute für sie, gemessen an ihren beschränkten Ressourcen personell und materiell, ganz klar eine Sensation. Als Team hätten sie das Bestmögliche herausgeholt.

Bereits zu Beginn des Rennens sei am Abend ein Sturm aufgezogen, der das ganze Fahrerlager verwüstet habe. Alles flog durch die Luft, was nicht handfest gesichert war. Nur mit Not hätten sie ihr Auto in Sicherheit bringen können. Als nächstes habe ein starker Seitenwind das Oberdeck weggeblasen, was das nur 150kg schwere Auto noch fragiler gemacht habe. Für die Reparatur musste eine Nachtschicht eingeschaltet werden.

Die Erfahrung führte in der Fortsetzung dazu, die Geschwindigkeit von 100km/h auf etwa 60 bis 65km/h zu reduzieren. Diese Umstellung habe eine Neuausrichtung der Strategie erfordert. Dennoch habe es schlussendlich für den 3. Platz gereicht. Hinzu kam der Award «Best Newcomer». Teamleiter Waldschock im Rückblick: «Dass wir Pannen, Stürme, Kälte und Müdigkeit zusammen überstanden haben, hat unsere Gruppe sehr stark zusammengeschweisst.»

Als einziges Team aus der Schweiz dabei
Das Bühler Team musste mit Konkurrenz von überall auf der Welt rechnen, vor allem von Studententeams aus Japan, Holland oder den USA. Das Bühler-Team startete mit 15 jungen Leuten bei Aufbau des Fahrzeuges. Weil viele Lehrlinge darunter sind, musste vielmals am Abend oder Wochenende gearbeitet werden. Das Bühler-Team, es nennt sich «Solar Energy Racers», baute bereits zum dritten Mal einen solchen Boliden. Ausgangspunkt für das Projekt war das Jahr 2010, anlässlich des Bühler Jubiläums. Bühler Uzwil gehört auch zu den namhaften Sponsoren mit der Zurverfügungstellung der Räumlichkeiten, Materialien und Knowhow.

Gegen fünffach finanzierte Teams angetreten
Platz 1 des Südafrika Challenges ging an ein holländisches Team der TU Delft. Die Mannschaft hat ein Kernteam von 10 Studenten, die 18 Monate am Projekt arbeiteten. Sie konnten auf ein Umfeld von 50 bis 60 weiteren Mitarbeitern der TU und auf kommerzielle Lieferanten für verschiedene Komponenten zählen. Platz 2 ging an ein Team der japanischen Tokai University mit 50 Leuten, welche mit ganzen Lastwagen anrückten und praktisch jedes Autoteil im Ersatzteillager hatten.

Teamleiter Waldschock: «Beide Teams verwendeten Technologien, welche teils noch nicht auf dem Markt sind. Mit hochmodernen Reifen von Michelin (NL) bzw. Bridgestone (J) konnten sie von weiteren Vorteilen profitieren». Nicht nur deren Budget ist 5 bis 6 Mal höher als jenes der Solar Energy Racer. Mit 24 Personen im Team waren sie von «Solar Energy Racer» mit halb so vielen Leuten unterwegs.