Die «Bühne am Gleis» an der Wiler Churfirstenstrasse startet Ende Oktober in die 14. Saison, und zwar mit dem «Duo Calva». Letztes Jahr war die Saison coronabedingt ausgefallen, deshalb werden zwei Vorstellungen mehr gezeigt werden. Damit will man auch die Künstlerinnen und Künstler unterstützen, denn die Kunstschaffenden seien sehr dankbar, wieder auftreten zu dürfen.

Was bedeutet es für das Team, wieder Aufführungen planen und vor allem durchführen zu können?
Wir freuen uns sehr, nach der letzten Saison, die schliesslich ganz ausgefallen ist, nun wieder Vollgas geben zu können. Wir möchten möglichst vielen Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne bieten. Wir konnten viele Vorstellungen, die in der letzten Saison abgesagt werden mussten, auf die kommende Saison verschieben. Nun hoffen wir, dass wir auch alle Vorstellungen wie geplant durchführen können und freuen auf viel Publikum.

Welche Rückmeldungen haben Sie zum einen während des Lockdowns und zum anderen zur Wiedereröffnung von Publikum und Künstlern erhalten?
Da wir in der letzten Saison keine Veranstaltungen durchführen konnten, war auch der Kontakt mit dem Publikum entsprechend gering. Wir freuen uns deshalb sehr bei unserer Premiere mit unserem Publikum ins Gespräch zu kommen und Stimmungen auszumachen. Die Kunstschaffenden sind natürlich sehr dankbar, wieder auftreten zu dürfen. Auch wir vom Vorstand freuen uns sehr, dem Publikum wieder Auftritte zu ermöglichen und freuen uns auf den Austausch.

Was hat Sie dazu bewegt, zwei extra Vorstellungen zu planen?
Nachdem in der letzten Saison alle Vorstellungen abgesagt werden mussten, war es für uns als Vorstand klar, dass wir nun unsere ganze Energie in die Planung der kommenden Saison stecken. Um für möglichst viele Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne sein zu können, haben wir uns dazu entschieden das Programm zu erweitern.

Auch hatten wir das Bedürfnis, unserem Publikum in der neuen Saison möglichst viel zu bieten und Verpasstes aufzuholen. Kleinkunst, wie wir sie bei der Bühne am Gleis zeigen, bietet eine spezielle Nähe zwischen Kunstschaffenden und Publikum. Diese wird sehr geschätzt. Gerade in schwierigen Zeiten, sind solche Vorstellungen ein Ort der Zerstreuung und Horizonterweiterung. Sie bieten Ablenkung vom Alltag und entlassen einen mit einem guten Gefühl.

Wie kommen Sie an die Künstler oder kommen die Künstler zu Ihnen?
Es gibt beides. Wir besuchen jedes Jahr die Künstlerbörse, dieses Jahr fand sie online statt, wo Kunstschaffende ihr Programm vorstellen und Kontakt zu Veranstaltenden suchen. Wir fragen oft gezielt an. Manchmal kommen diese auch gezielt auf uns zu und stellen sich vor.

Welche Aufgaben haben die Menschen hinter dem Verein?
Der Verein «Bühne am Gleis» besteht aus dem fünfköpfigen Vorstand, der sich in den letzten Jahren neu zusammengesetzt hat. Der Vorstand stellt für jede Saison ein vielseitiges Programm zusammen und steht in engem Kontakt mit den Künstlerinnen und Künstlern. Dabei wird auf ein ausgewogenes Programm geachtet. Jedes Vorstandsmitglied ist für die Betreuung von ein bis zwei Kunstschaffenden zuständig und handelt Verträge aus. Diesen direkten Austausch schätzen wir sehr und es ist immer eine spannende Arbeit. Ausserdem gestalten wir Flyer, unterhalten unsere Webseite und unseren Instagram-Kanal und suchen nach finanziellen Unterstützenden.

Unterstützt werden wir dabei von vielen Helfenden, die etwa beim Auf- und Abbau der Bühne dabei sind, die Technik vor und während den Vorstellungen übernehmen oder den Barbetrieb führen. Durch die ehrenamtliche Tätigkeit aller Vorstandsmitglieder und Helfenden können wir unsere finanziellen Mittel voll und ganz in die Vorstellungen stecken.

Verraten Sie unserer Leserschaft in wenigen Worten und ohne Spoiler: Was erwartet das Publikum beim Saisonauftakt mit dem Duo Calva? 
Mit ihrem Stück «Im Himmel» verzaubern die beiden genialen Cello-Virtuosen das Publikum einmal mehr und zeigen ihre grosse musikalische Spannweite mit viel Humor und komödiantischem Talent.

Anmerkung der Redaktion: Das Interview wurde schriftlich geführt.