Für das Projekt «Bührer alt wird Bührer neu» wurde Philipp Eigenmann mit dem 3. Preis belohnt.Der junge Mann zeigte, wie man mit Fleiss, Begeisterung und Sachkenntnis einen alten Traktor wieder in Schuss bringt.
Es war eine sehr intensive Zeit, die der Bauernsohn und künftige Landwirt Philipp Eigenmann in seinen letzten Schulwochen verbrachte. Unterstützt wurde er vor allem von seinem Bruder Stefan. Ohne ihn und weitere Personen hätte er das Unterfangen nicht beenden können. Er schreibt in seiner schriftlichen Arbeit: « Während der Bearbeitung des Projektes benötigten wir viele Nerven, da nicht immer alles auf Anhieb geklappt hat» - kann man sich gut vorstellen.

Statt Hühnerhaus ein Traktor
Der erste Gedanke war die Erstellung eines Hühnerstalls, weil sein künftiger Arbeitgeber Legehennen-Haltung betreibt – aber die totale Begeisterung fehlte. Beim Fan von Bührer-Traktoren kam schnell die Idee, einen alten Traktor zu restaurieren. Gesagt getan - mit Hilfe seiner Eltern erstand er den Bührer-Spezial UNM 4/10 mit Jahrgang 1963, einen echten Oldtimer, optisch in keinem guten Zustand, mechanisch aber noch brauchbar - und dann begann die grosse Arbeit.

Mechanische Bereitstellung
Den 4 Zylinder wassergekühlten Mercedes Diesel Motor bearbeiteten die beiden so, dass er noch sie noch lange Zeit laufen können. Da liest man in der Arbeit Fachausdrücke wie Kompression, Einspritzdüse, Kolbenringe, Zylinderkopfdichtung, Steuerung der Luftzufuhr und vieles mehr – ein blutiger Laie versteht nur «Bahnhof». Hier aber waren zwei begeisterte und versierte junge Männer am Werk. Vieles musste kontrolliert, eingestellt oder ersetzt werden. Eine böse Überraschung war ein Defekt des Lagers – also das Getriebe in alle Einzelteile zerlegen, reinigen und schmieren. Gewinde für Schrauben wurden nachgeschnittten, alles fachgerecht zusammengesetzt, und es funktioniert bestens.

Die Blechteile
Damit sich das Gefährt wieder schön präsentieren kann, zerlegten die beiden Kotflügel, Sitz, Lenkstangen, Hydraulikgestänge, Tank, Lampen, Trittbretter, Batteriekasten, Halter für das Verdeck Räder usw. Die Felgen der Hinterräder waren durchgerostet, Ersatzfelgen fanden sich im Internet, Bruder Stefan holte sie im Baselbiet.

Lackbearbeitung
Viele Gross- und Kleinteile warteten auf die Erneuerung. Zuerst galt es, den alten Lack abzuschleifen. Dabei musste sehr sorgfältig gearbeitet und die alte Farbe entfernt werden. Felgen, Kotflügel und anderes liess Philipp von einem Fachmann Sandstrahlen. In der Werkstatt trennte er rostige Stellen heraus und schweisste neue Bleche ein. Unebenheiten wurden mit einer kalten Metall Spachtelmasse ausgeglichen. Nach dem Härten kam das Schleifen. «Dies war ein echter Knochenjob und erforderte viel Geduld, mit guter Musik geht sie leichter von der Hand» schreibt der junge Handwerker.

Lackiere und Grundieren
Vor dem Grundieren und Lackieren wurde alles nochmals entfettet und geputzt, damit die Farbe sorgfältig aufgetragen werden konnte. Dabei war das richtige Mischverhältnis von Farbe und Verdünner ebenso wichtig wie die gespritzte Farbmenge – höchste Konzentration war angesagt. Besonders achtete Philipp auf die Motorhaube und das Frontgitter, die jeweils auf den ersten Blick betrachtet werden.

Das Highlight
Beim Zusammenbau musste sorgfältig gearbeitet werden, um keine Farbschäden zu riskieren. Der abgewetzte Traktorsitz wurde durch einen neuen ersetzt. Dann ging es ans Instandstellen der elektrischen Anlagen - der Traktor sollte ja wieder funktionieren. Anschliessend montierten die beiden Kleinteile wie Hydraulikgestände und Zierleisten und verpassten dem Gefährt den original Bührer-Schriftzug. Dann kam das absolut spannende Highlight – die erste Probefahrt. Sie verlief ohne Zwischenfälle, und mit Freude drehten die beiden mit dem blitzblanken Traktor einige Runden.