Wetterglück, die gute Organisation durch den Feuerwehrverein und Männerchor Niederbüren, die musikalische Umrahmung durch die Jugendmusik sowie Musikgesellschaft Niederbüren sowie eine äusserst interessante Persönlichkeit als Festredner sorgten laut der Gemeinde Niederbüren für eine tolle Stimmung. Gemeindepräsidentin Caroline Bartholet begrüsste Dr. Paul Widmer, pensionierter Diplomat, ehemaliger Dozent für internationale Beziehungen an der Uni St. Gallen und aktiver Kolumnist für die NZZ am Sonntag. Die Gemeinde schreibt über Dr. Paul Widmer: «Er brachte mit seiner Rede zum Nationalfeiertag die grosse weite Welt ins beschauliche Niederbüren. Er muss es wissen und erklärt, wie wir uns in der Schweiz mit der Freiheit, dem Föderalismus und vor allem der direkten, von unten herauf gelebten Demokratie glücklich schätzen dürfen. Der Abend hier in Niederbüren zeige beeindruckend auf, was eine aktive Zivilgesellschaft mit der Mitwirkung der Vereine und der grossen Teilnahme der Bevölkerung bedeute. Mit dem mutigen, richtigen Abbruch der Verhandlungen über ein Rahmenabkommen mit der EU zeigte der Bundesrat seinen Willen zum Erhalt der Souveränität unseres Staates.»

Die Rede als Denkanstoss

Laut Bericht der Gemeinde unterstrich Dr. Paul Widmer in seiner Rede die Wichtigkeit der Neutralität. So könne die Schweiz immer wieder als wichtiger Vermittler für den Weltfrieden auftreten. Als jüngstes Beispiel habe Widmer den Gipfel in Genf zwischen den Präsidenten Biden und Putin erwähnt, bei welchem die Schweiz mit ihrer Zurückhaltung eine ausgezeichnete Rolle gespielt habe. Die Gemeinde Niederbüren schreibt weiter: «Deshalb steht der erfahrene ehemalige Diplomat als UNO-Befürworter kritisch gegenüber einem Einsitz der Schweiz in den UN-Sicherheitsrat, welcher mit der Neutralität nur schwer zu vereinbaren wäre. Innenpolitisch steht Dr. Paul Widmer für eine moderne, offene Schweiz.» Was die Niederbürer Bevölkerung im Nachgang zum Diskutieren animiert habe, sei die Idee Widmers einer möglichen Einführung des Ausländerstimmrechts zumindest auf kommunaler Ebene, ohne aber dabei eine notwendige Integration der mitbestimmenden Ausländer zu vernachlässigen.