Ein Wiler Printmedium schrieb 1991 von einer kleinen Sensation: Rund 2000 Menschen hätten an der 1. Augustfeier auf dem Wiler Hofberg teilgenommen. Hintergrund des Publikumserfolgs war der Konzeptwechsel bei den Feierlichkeiten zum Geburtstag der Schweiz. Eine andere Publikation titelte damals: «Endlich due Wende zum Publikumsanlass». Mit anderen Worten: In den Jahren zuvor entsprach der Inhalt der Veranstaltung bestenfalls einem Minderheitsgeschmack. Die alljährlichen Anlässe waren von historischen Rückblicken geprägt. 

Die besinnlich und ernst wirkenden Veranstaltungen auf dem Hofplatz sprachen nur wenige Wiler an. Von einer «akademischen Veranstaltung» war die Rede. Die Anlässe standen in der Dauerkritik. Der Gebotene entsprach nicht dem Geschmack der Bevölkerung. Im Weiteren wurden technische Probleme mit Licht und Ton bemängelt, und die Vereine machten nicht in der gewünschten Weise mit. Als Ausweg erwog man 1986 quartierbezogene 1.-August-Feiern. Doch die Quartiervereine winkten mangels Interesse ab.

Neuanfang führte zum Erfolg

Als das Konzept 1991 im Jubiläumsjahr der Eidgenossenschaft geändert wurde, kamen die grossen und die kleinen Bewohner der Stadt wieder in Scharen. Nicht mehr vorab Nachdenkliches prägte das Programm, die Kinder und die Familien standen im Fokus. Die Feierlichkeiten wandelten sich in Richtung Volksfest, zu dem auch ein üppiges Feuerwerk sowie ein Höhenfeuer gehörten.

Das neue Erfolgsrezept funktionierte auch in den Folgejahren. Sogar bei schlechtem Wetter blieben die Festbänke nicht leer. Allerdings musste ein neuer Standort gefunden werden, da das Festgelände auf dem Hofberg überbaut wurde. Seit 2007 wird alljährlich auf der Reitwiese die Geselligkeit gepflegt sowie ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm und eine üppige pyrotechnische Show geboten. Mittlerweile organisiert das Infocenter der Stadt die 1.-August-Feier. Vormals war es der Verkehrs- und Verschönerungsverein Wil (VVW), der sich in Wil Tourismus unbenannte.

Beginn vor dem 1. Weltkrieg

Begonnen hatte alles vor 110 Jahren. Im Jahr 1909 setzten sich die Stadtmusik, der Turnverein sowie die Männerchöre Harmonie und Concordia erstmals zusammen, um künftig eine gemeinsame Feier zu auf dem Viehmarktplatz zu organisieren. Mitte der 1920er-Jahre wurde das Festgelände versuchsweise auf den Hofberg verlegt, der damals noch weitgehend unbebaut war. Das Publikum fand keinen Gefallen daran. Es wurde zurück zum ursprünglichen Festplatz gewechselt. Später wurde der Hofplatz zum Auftragungsort.